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Wasserqualität in Teichen 2017

NaturaGart-Dokumentation

Im NaturaGart-Park gibt es praktisch jede erdenkliche Teichart. Die Teiche werden systematisch untersucht und das gewonnene Wissen festgehalten.

Einführung: Ziel der Wasserqualität im Gartenteich

Im Rahmen der Teich- und Gartenmesse bei NaturaGart sprach Geschäftsführer Norbert Jorek über Optimierungsmöglichkeiten für Teiche. In diesem Teil geht es um die Verbesserung der Wasserqualität.

Nährstoffkreislauf mit Algen und Sediment

Dünger gelangt auf unterschiedlichen Wegen in den Teich und lässt zunächst kleine Mini-Algen wachsen, aus denen Sediment entsteht. Fadenalgen am Boden steigen nach oben, blasen sich auf und sacken wieder ab, wenn sie von der Nährstoffversorgung am Boden abgeschnitten sind. So entsteht immer mehr Sediment. Dieses gerät in Bewegung und bringt erneut Dünger in den Teich. Hinzu kommt Blütenstaub, der hineinfällt. Der Kreislauf schaukelt sich so immer weiter hoch, der Teich wird nährstoffreicher, und an einer Stelle muss man eingreifen.

Nährstoffquellen: Füllwasser, Phosphat und Fischfutter

Wichtig ist, wie sich der Düngereintrag vermeiden lässt, etwa über das Füllwasser und das Nachfüllwasser. Die Frage ist zunächst, wie viele Nährstoffe nötig sind, damit aus einem Teich eine grüne Suppe wird.

Zum Vergleich: Bei 560 Kubikmetern Wasser wäre der Salzgehalt von Nordseewasser, der bei etwa 2,5 bis 3 Prozent liegt, so groß, dass man ihn nicht einmal mit einem normalen LKW abtransportieren könnte. Für eine grüne Brühe mit nur 10 Zentimetern Sichttiefe reicht dagegen eine sehr kleine Menge Phosphat, etwa ein halber kleiner Finger voll.

Auch Trinkwasser kann einen relativ hohen Phosphatanteil haben, weil Wasserwerke Phosphat beimischen dürfen. Für ein Wasservolumen wie dieses Raumvolumen sind das ungefähr zweieinhalb Kilo. Diese Menge reicht bereits aus, um grünes Wasser zu erzeugen. Man kommt also kaum um die Wasserqualität herum: Man braucht irgendein Wasser zum Auffüllen, und man braucht die Algen, um zu regeln, was im Teich passiert.

Weitere Nährstoffquellen sind:

  • Fischfutter: Wer viele Fische hält, muss sie füttern und bringt dabei immer wieder Eiweiße in den Teich.
  • Nachfüllwasser, das häufig viel Dünger enthält.
  • Wasserverlust durch eine nicht funktionierende Saugsperre.

Ein häufiger Grund für einen hohen Nachfüllbedarf ist eine nicht funktionierende Saugsperre. Der Teich braucht ein definiertes Ende, die Folie muss irgendwo herausstehen. Andernfalls zieht der Boden wie ein Docht Wasser aus dem Teich, bei Teichen dieser Art etwa zwei Liter pro Meter Uferlänge und Stunde. Irgendwann entdecken Bäume in der Nähe das Wasser, ihre Wurzeln leeren den Teich, und das Nachfüllen bringt jedes Mal neue Nährstoffe hinein.

Der wichtigste erste Schritt ist daher der Einbau einer Saugsperre, die sich auch bei vorhandenen Teichen nachrüsten lässt. NaturaGart hat dafür ein Uferband entwickelt: ein Aluminiumprofil mit Gummilippe, das die Folie festklemmt und verhindert, dass Wasser aus dem Teich in die Umgebung abfließt und umgekehrt.

Saugsperre gegen unkontrollierten Wasserverlust

Offene Systeme und Nährstoffeintrag durch Regen

Eine hohe Nährstoffbelastung entsteht oft auch dann, wenn der Teich ein offenes System ist, zum Beispiel bei einer geneigten Wiesenböschung. Bei starkem Regen fließt das Wasser oberflächlich ab, nimmt Bodenteilchen mit und spült womöglich Dünger von zuvor gedüngten Flächen in den Teich. Das macht das Wasser grün, weil die Algen versuchen, dieses Problem zu regeln.

Algenentfernung durch Filtertechnik

Mit Filtertechnik lässt sich ein Teich problemlos klären, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden. Viele Filter bestehen nur aus einer Sorte Filterschaum. Ist dieser grob, gehen die feinen Partikel hindurch. Ist er fein, schließt sich die Oberfläche. NaturaGart-Filter bestehen dagegen aus vier verschiedenen Filterschäumen und entfernen genau die Partikelgröße, für die sie gebaut sind. Auf NaturaGart.tv zeigt ein Video, welche Bedeutung die Porenweiten der Filterschäume für die Effektivität der Anlage haben.

Sind die Schäume zu grob, braucht man eine Pumpe, die beispielsweise dreimal stärker ist als eigentlich erforderlich, damit das Wasser so lange durch den Filter läuft, bis der letzte Schmutz hängen bleibt. Ist der Filter richtig aufgebaut, kommt man mit deutlich weniger Pumpenleistung aus, weil die Partikel schon im ersten Durchlauf aus dem Wasser entfernt werden.

Teichgeometrie und Strömungsführung

Auch die Form des Teichs beeinflusst die Wirksamkeit. Setzt man die Pumpe in die Mitte und leitet das Wasser über einen seitlichen Filter, wird der nahe Bereich zwar sauberer, auf der gegenüberliegenden Seite bleibt aber ein strömungstoter Bereich, der kaum mitgerührt wird. Wirtschaftlicher ist es, die Filter auf zwei kleinere Einheiten zu verteilen, sodass der Teich von zwei Seiten bearbeitet wird.

Eine weitere Möglichkeit zeigt das Aquarium von NaturaGart: Das Wasser wird in Rotation versetzt, also seitlich in den Teich eingeleitet. Dabei gilt derselbe Effekt wie bei Teeblättern in einer Tasse, die sich in der Mitte sammeln, weil dort die Strömungsgeschwindigkeit am geringsten ist. Im Aquarium wird das Wasser in der Mitte abgesaugt. Auf diese Weise funktioniert es auch bei etwa 500 Kubikmetern Wasser.

Sedimentfallen und Zielsaugtechnik

Das Absaugen erfolgt unten über sogenannte Sedimentfallen. So lassen sich, wie im Beispiel gezeigt, etwa zwölf Meter Sichtweite erreichen. Eine Sedimentfalle besteht aus einem Lochblech oben, einem Haltesystem darunter und einem Rohr, mit dem sie rückgespült werden kann. Die Partikel strömen in den Hohlraum und setzen sich dort teilweise ab. Damit sich nicht zu viel ansammelt, genügt es, ein- bis zweimal pro Woche den Wasserhahn aufzudrehen. Dadurch wird das Sediment unten aufgewirbelt und aus dem Teich ausgetragen.

Jede Sedimentfalle hat ein Rohr, das zu einem Zielsaugtechnikschacht führt. Dort kommen auch drei kleinere Rohre zum Rückspülen an. Die Rückspülung lässt sich über einen kleinen Bewässerungscomputer automatisieren, etwa zweimal pro Woche für eine Minute. Im Schacht lässt sich die Pumpenleistung aus dem Filtergraben so verteilen, dass beispielsweise 20 Prozent auf die eine Sedimentfalle, 30 Prozent auf die zweite und 50 Prozent auf die dritte gehen. Das funktioniert, ohne dass man in den Teich steigen muss.

Bei nachträglichem Einbau funktionieren Sedimentfallen nicht ohne Weiteres, weil unten nur die nackte Folie liegt. Dann eignen sich Filterkörbe, die man zum Beispiel mit einer Ufermatte abdeckt und mit ein paar Steinen beschwert. So kann man auch unten aus dem Teich Wasser absaugen.

Unterwasserpflanzen und separater Filtergraben

Das Grundprinzip lautet: Das Wasser aus dem Teich muss zu den Pflanzen gebracht werden. Algen sind eine Art Feuerwehr, die bei einem Problem einspringt, aber nicht den Normalbetrieb darstellt. Im Normalbetrieb sollen Unterwasserpflanzen diese Aufgabe übernehmen. Bei einem Schwimmteich will man das Grünzeug nicht zwischen den Füßen haben, bei einem Fischteich fressen die Fische die Pflanzen. Deshalb gehört zum Teich ein separater Filtergraben.

Sediment wird aus der Tiefe abgesaugt, durch den Filtergraben geleitet und kommt dort mit den Pflanzen in Kontakt. Nährstoffe können nur von Organismen im Wasser aufgenommen werden. Schilf oder Rohrkolben am Ufer können nicht mehrere Meter entfernt Nitrat und Phosphat aus dem Wasser holen.

Zu manchen Jahreszeiten sind Unterwasserpflanzen noch nicht aktiv, etwa im Frühjahr, weil viele erst bei 10 bis 15 Grad nennenswert wachsen und Nährstoffe aufnehmen. Der Verlauf übers Jahr sieht typischerweise so aus: Im April wachsen auf den Unterwasserpflanzen des Vorjahres Fadenalgen. Im Juni sind es deutlich weniger, weil die Unterwasserpflanzen stärker wachsen. Im Juli sind kaum noch Fadenalgen vorhanden. Das ist der stabile Zustand, den man erreichen möchte.

Fadenalgen und Skimmer

Fadenalgen sind schwerer zu kontrollieren, weil sie nicht durch den Filter transportiert werden. Algiges Wasser lässt sich dagegen absaugen. Meist treten Fadenalgen nicht zusammen mit grüner Suppe auf, die beiden sind in der Entwicklung deutlich getrennt. Oft liegen große Mengen Fadenalgen am Boden. Irgendwann lösen sie sich, treiben durchs Wasser, binden dabei viele Nährstoffe und schwimmen schließlich an der Oberfläche.

Dafür gibt es Skimmer, die Fadenalgen auch aus größerer Entfernung von der Oberfläche einziehen können. Diese Maßnahmen sind jedoch Notfallmaßnahmen.

Frühzeitiges Eingreifen und Wasseranalysen

Am besten greift man ein, sobald das erste Sediment entsteht, und unterbricht damit den Düngerkreislauf. Nährstoffe sind im Teich immer vorhanden. Im Frühjahr wachsen meist ein paar Mini-Algen, weil die übrigen Prozesse im kalten Wasser noch langsam laufen. Ein wenig Sediment entsteht also immer, und es muss entfernt werden. So stoppt man alles, was sonst daran hängt.

Der Prozess lässt sich zudem sehr präzise kontrollieren. NaturaGart betreibt eigene Analytik, und es gibt Großlabors, die vollautomatisiert arbeiten. Über ein Wassertestset mit Fragebogen kann man Proben einschicken. NaturaGart arbeitet außerdem an Software, die solche Ergebnisse auswertet. Bisher werden die Werte noch überwiegend manuell interpretiert, zunehmend aber lassen sich Standardsituationen vom Computer bewerten, sodass nur noch die Problemfälle geprüft werden müssen.

Der Zustand eines Teichs lässt sich präzise überwachen. Oft laufen die Prozesse über viele Jahre und enden irgendwann in einer Katastrophe. Wer das schon zwei Jahre vorher weiß, kann frühzeitig eingreifen und Wasserqualitäten herstellen, wie sie im Aquarium zu sehen sind: ein sauberer Boden, eine natürliche Optik ohne Folienboden und 10 bis 15 Meter Sichtweite.

Zusammenfassung der Maßnahmen

  • Nachfüllwasser und Fischfutter enthalten oft viel Dünger.
  • Hoher Nachfüllbedarf kann auf eine nicht funktionierende Saugsperre hindeuten, obwohl man zunächst an Verdunstung denkt.
  • Offene Systeme an Hanglagen, in die Regenwasser von Wiesen läuft, sollte man vermeiden.
  • Algen sind keine Feinde, sondern helfen, das akute Problem zu lösen.
  • Algen lassen sich mit Partikelfiltern entfernen. Teichgeometrie und Strömung lassen sich optimieren, etwa durch seitliches Einleiten des Wassers. Sedimentfallen oder Vorfilterkörbe und Zielsaugtechnik erleichtern die Regelung.
  • Unterwasserpflanzen lösen die Fadenalgenzyklen irgendwann ab. Skimmer nehmen Fadenalgen heraus, und Wasseranalysen zeigen, ob ein Risiko besteht.

Abschließend kündigt der Referent an, im Anschluss auf die Lebenszeitkosten des Teichs einzugehen.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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