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Die Pflanzen im Filtergraben

So bewerten Sie Ihren Teich, Teil 4

Ein Teich ist sofort viel stabiler, wenn man ihn mit einem Filtergraben kombiniert. In diesem Referat geht es um die richtige Steuerung des Pflanzenwachstums.

Einleitung: natürliche Reinigung und Stabilisierung von Teichen

Natürliche Reinigungs- und Stabilisierungsverfahren für Teiche waren ein wichtiges Thema auf der Teich- und Gartenmesse 2017 bei NaturaGart. Ein Teich ist sofort viel stabiler, wenn man ihn mit einem Filtergraben kombiniert. Die Pflanzen entschärfen den Düngerüberschuss und sorgen für eine viel bessere Wasserqualität.

Steuerung des Pflanzenwachstums im Filtergraben

Dr. Holger Kraus berichtet in diesem Teil seines Referates über die richtige Steuerung des Pflanzenwachstums.

Grundlagen der Bautechnik und Funktion des Filtergrabens

Zu unseren Teichen gehört meist parallel verlaufend ein Filtergraben, in dem wir besonders viel Vegetation haben. Durch ihn leiten wir das Wasser vom Grund des Teiches oder von diesem Skimmer, sodass die Sedimentpartikel im Pflanzenfiltergraben liegen bleiben. Die Pflanzen können die Nährstoffe direkt nutzen, die aus diesen Partikeln frei werden. Das heißt, wir versuchen, einen Teil des Schlamms freizuhalten und ihn in einem anderen Teil anzureichern.

Diese Filtergräben werden mit einer bestimmten Kombination von Pflanzen besetzt, und dafür gibt es immer gute Gründe. Es sind viele verschiedene Pflanzen, die an bestimmten Standorten stehen müssen. Manchmal bekommen sie etwas Dünger, damit sie einen guten Start haben. Wir haben dafür einen bestimmten Plan, den teilen wir Ihnen auch mit.

Zusammensetzung der Pflanzenmischung

Es kommt darauf an, eine gute Mischung von Pflanzen zu haben. Mit nur einer Pflanze funktioniert das nur unter einer bestimmten Kombination von Bedingungen perfekt. Haben Sie zehn Pflanzen drin, findet sich immer etwas, das im Frühjahr wächst, im Herbst wächst, bei wenig oder viel Licht wächst und bei wenig oder viel Nährstoffen wächst. Wenn sich die Bedingungen verändern, findet sich immer eine Pflanze, die gerade die Aufgabe übernehmen kann. Im Notfall machen es die Fadenalgen. Die richtige Menge für den Start sollte stimmen, und die Pflanzen sollten an der richtigen Stelle stehen.

Beispiel: junger Filtergraben und Fadenalgen

Ein relativ junger Filtergraben an einem unserer großen Teiche zeigt, was gemeint ist. In der ersten Saison sieht man Riesenhechtkraut an den Rändern, in der Mitte ist fast noch keine Vegetation und es gibt einen kleinen Teppich von Fadenalgen. Das passiert am Anfang: Nährstoffe sind frei verfügbar, die Pflanzen wachsen noch nicht richtig, und so entsteht dieser Fadenalgenteppich.

Wenn sich die Fadenalgen nicht stören und einigermaßen gesund aussehen, können sie drinbleiben. Wenn es zu viele werden, würde ich sie abkeschern. Sehen sie schlecht aus, würde ich sie ebenfalls abkeschern, denn das ist ihre letzte Chance. Im nächsten Moment werden sie zu Schlamm, sinken ab und kommen nicht mehr heran. Es ist immer leichter, die noch stabile Alge mit dem Kescher herauszunehmen, als zu warten, bis sie sich im ganzen Teich verteilt hat.

Wenn Sie nichts herausnehmen und zu viele Nährstoffe im Teich sind, kann es irgendwann nur noch Fadenalgen in diesem Teich geben. Dem Riesenhechtkraut ist das relativ egal: Es wächst aus dem Wasser heraus, und die Fadenalge kommt nicht dagegen an. Die Blätter oben beschatten das Wasser, sodass das Sonnenlicht von der Wasseroberfläche ferngehalten wird. Dort können keine Fadenalgen mehr wachsen. Wo kein Riesenhechtkraut ist, wachsen dann die Fadenalgen.

Hier sind zwar noch ein paar Fadenalgen, aber man sieht keine glatte Wasseroberfläche mehr. Von unten ist die Wasserpest so stark gewachsen, dass der gesamte Wasserkörper des Filtergrabens durchwachsen ist. In dieser Situation ist das Ziel erreicht: 100 Prozent Vegetation, das funktioniert großartig.

Wasserpest: Vegetationsdichte und Eingriffe

Zwei Wochen später kann es sein, dass kein Wasser mehr durchkommt. Wenn dann noch etwas dazukommt, sind es 120 Prozent, und irgendwann wird es dicht. Eine Pflanze hat sich so stark vermehrt, dass sie dem ursprünglichen Plan nicht mehr entspricht. Das, was wir mit dem Filtergraben eigentlich vorhatten, ist dann nicht mehr der Fall. In diesem Fall sollten Sie an den richtigen Stellen ein paar Hände voll herausnehmen, schauen, wie das wirkt, und am nächsten Wochenende mehr davon herausnehmen oder abwarten, ob sich das stabilisiert.

Gewinnen der Fadenalgen und Absterben der Wasserpest

Es kann aber auch passieren, dass die Fadenalgen gewinnen. Wenn sie das Wasser ausreichend beschatten, bekommt die Wasserpest kein Licht mehr. Nährstoffe würde sie noch bekommen, aber ohne Licht kann sie nicht wachsen. Dann gewinnen die Fadenalgen, die irgendwann absterben und gelblich werden. Spätestens dann sollten Sie etwas unternehmen, denn ab dann wird es schwierig.

Riesenhechtkraut: Chlorose durch Nährstoffmangel

Der dunkelgrüne Laubstreifen in der Mitte ist Riesenhechtkraut, rechts und links davon sieht man gelbliche schmale Blätter. Es ist beides die gleiche Pflanze, aus der gleichen Quelle und zum gleichen Zeitpunkt gepflanzt. Der einzige Unterschied: Die sattgrünen Blätter in der Mitte liegen im Wasserstrom, wo das schmutzige, partikel- und nährstoffreiche Wasser in den Filtergraben kommt. Dort bekommen sie genug zu essen. Rechts und links gibt es einen Streifen, wo nicht mehr genug Nährstoffe ankommen. Das ist eine Chlorose: Die Pflanzen werden gelb, können nicht weiter wachsen, die Blätter altern, es fehlt Eisen oder ein anderer Nährstoff.

In dieser Situation müssen Sie das gesunde Hechtkraut aus der Mitte herausnehmen, damit sich das Wasser wieder besser im Filtergraben verteilt und alle Pflanzen etwas abbekommen. Vom gelben Hechtkraut können Sie etwas herausnehmen und dafür gesundes Hechtkraut einsetzen. Sorgen Sie dafür, dass sich das Wasser wieder ordentlich verteilt. Der geplante Zustand sollte wiederhergestellt werden. Treiben Sie es weiter, wird irgendwann der ganze Teich zuwachsen, wenn Sie nicht reagieren.

Unerwünschte Arten: Brunnenkresse und Wasserminze

Hier hat sich Brunnenkresse breitgemacht, die wir im Filtergraben eigentlich nicht haben wollen. Brunnenkresse ist eine tolle Pflanze, weil sie schon bei sieben Grad Wasser- und Lufttemperatur zu wachsen beginnt. Dadurch finden Sie fast keine andere Pflanze, sie wuchert alles zu, und es kommt nichts anderes mehr durch. Dabei werden viele Nährstoffe gebunden, und die sollten Sie irgendwann herausnehmen. Sonst haben Sie nur noch einen Filtergraben, der komplett voll mit Brunnenkresse ist. Wasserminze macht das auch gerne.

Kanalbildung und Verlust der Filterwirkung

Wenn Sie nicht aufpassen, wächst der ganze Filtergraben von außen zu und verlandet. Es bildet sich eine Kanalbildung. Angenommen, Sie schicken 10.000 Liter pro Stunde über einen 3 Meter breiten Filtergraben: Das Wasser verteilt sich gleichmäßig. Schicken Sie nun dieselbe Wassermenge über einen 30 Zentimeter breiten Kanal in den Filtergraben, funktioniert nicht mehr, was wir uns ausgedacht haben: dass das Wasser langsam durchfließt und sich die Partikel auf dem Boden absetzen. Am Ende wird das im Prinzip ein reißender Gebirgsbach, es wird nur noch Wasser durchgepumpt. Das wirbelt alles auf, und am Ende sind genauso viele Partikel im Wasser wie vorher. Dieser Filtergraben hat seine Funktion fast vollständig verloren. Hier muss man Material herausnehmen und dafür sorgen, dass das Wasser wieder so fließt, wie es ursprünglich geplant war.

Schilf und Rohrkolben: Ausbreitung frühzeitig begrenzen

Oft breitet sich Schilf in einem Filtergraben aus, Rohrkolben genauso. Unser Plan ist eigentlich, dass der Wasserkörper voll ist mit feingliedrigen Pflanzen, die alle Partikel festhalten können und über die Blattmasse unter Wasser Nährstoffe aufnehmen. Breitet sich Schilf zu sehr aus, entstehen lauter Halme mit sehr viel Zwischenraum. Dann gehen die Partikel einfach durch, und es gibt viel weniger Biomasse, die Nährstoffe aufnehmen kann. Deshalb frühzeitig eingreifen, rausnehmen oder reduzieren, bevor es zum Problem wird.

Beispiel Unterwasserpark: Ernte des Schraubenblatts

Ein Beispiel aus unserem Unterwasserpark: Dort gibt es vier große Filtergräben, die fast nur mit Schraubenblatt bepflanzt sind. Das hat sich so entwickelt, und wir unternehmen nichts dagegen. Wir haben viele Gärtner, und so bekommen wir das gut in den Griff. Man kann das praktischerweise mit der Sense abernten. Die Gärtner gehen mit Watthosen langsam durch die Filtergräben, ohne etwas aufzuwirbeln, und säbeln 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche die Blätter ab.

Jeden Herbst holen wir bis zu 60 Schubkarren Blattmaterial heraus. Es sind keine normalen Baumarktschubkarren, sondern Gärtnerschubkarren mit mindestens dem dreifachen Fassungsvermögen, also weit über 100 normale Schubkarren. Zugegeben, es ist ein riesiges Gewässer.

Nährstoffe im Filtergraben und Entnahme von Pflanzenmaterial

Alles, was in den Teich gefallen ist und was wir mit unserem System aus dem Hauptteich wieder herausholen und im Filtergraben abladen, bleibt im Filtergraben. Es wird, wenn alles gut läuft, zu Pflanzenmaterial. Sie müssen dafür sorgen, dass es irgendwann herausgenommen, abgeerntet, im Herbst zurückgeschnitten oder der Wasserkörper im Filtergraben wieder ein bisschen befreit wird. Bei vielen Nährstoffen im Wasser oder viel Laub im Herbst müssen Sie das öfter machen. Bei besonders wenig Nährstoffen seltener, weil die Verlandung, also das Ansammeln von Nährstoffen in dieser Falle, langsamer verläuft.

Häufigkeit der Entnahme in Abhängigkeit von Nährstoffen

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

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