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Algen im Teich

So bewerten Sie Ihren Teich, Teil 2

Bei Teichproblemen liegt der Ärger über Algen an der Spitze. In seinem Referat über Teichoptimierung erläutert Dr. Holger Kraus, was man darüber wissen sollte.

Einleitung: Algen als Teichproblem

Bei den Teichproblemen liegt der Ärger über Algen ganz weit an der Spitze. Entsprechend wichtig war das Thema auf der Teich- und Gartenmesse 2017 im Park von NaturaGart. In seinem Referat über Teichoptimierung erläutert Dr. Holger Kraus, was man darüber wissen sollte.

Ursache: Nährstoffüberschuss

Der Grund für Algen im Teich ist mit fast hundertprozentiger Sicherheit ein Überschuss an Nährstoffen. Liegen mehr Nährstoffe vor, als die paar Milligramm, die auf der Tabelle gezeigt wurden, werden Algen in irgendeiner Form wachsen.

Grünes Wasser durch Phytoplankton

Wer Probleme mit grünem Wasser hat, erlebt eine Phytoplanktonblüte: Einzellige Algen vermehren sich stark. Das passiert oft, wenn ein Teich neu befüllt wird. Mit dem Trinkwasser gelangen Nährstoffe in den Teich, und Mikroalgen kommen etwa über Wasservögel ins Wasser. Da noch keine Pflanzen wachsen, die um die Nährstoffe konkurrieren, können sich die Algen rasend schnell vermehren, bis das ganze Wasser grün ist.

In einem natürlichen Gewässer würden Wasserflöhe diese Mikroalgen als Nahrungsquelle nutzen und das Wasser wieder klar machen. Im Teich mit Pumpe kommen die Wasserflöhe damit jedoch nicht zurecht. Irgendwann haben die Mikroalgen sämtliche Nährstoffe aufgebraucht, sterben innerhalb weniger Tage ab und fallen auf den Boden.

Am Boden entsteht eine erste Schlammschicht, und die Nährstoffe werden wieder im Wasser frei. Das Wasser wird dadurch kurz besser, bis ein Teil der ausgehungerten Algen überlebt und erneut viel zu essen hat. So geht es immer weiter. Das Einzige, was wächst, ist die Schlammschicht am Boden, die Situation verbessert sich dabei nicht.

Die Lage wird erst besser, wenn Filter und ein UVC-Wasserklärer angeschlossen werden. Dann kann das innerhalb weniger Tage erledigt sein, vorausgesetzt, die Pumpleistung stimmt und der Teich ist nicht allzu sehr mit Nährstoffen überfrachtet. Je mehr Nährstoffe im Teich sind, desto länger dauert es, bis die Situation in Ordnung ist.

Fadenalgen nach der Klärung

Ist das Wasser klar, kommen häufig Fadenalgen. Die Schlammschicht enthält noch Nährstoffe, und das Sonnenlicht erreicht nun den Teichboden, weil es nicht mehr von Mikroalgen aus dem Wasser gefiltert wird. Fadenalgen brauchen ein Substrat wie die Folie oder Steine, auf dem sie wachsen. Sie wuchern dann wild und können den ganzen Teich zuwachsen. Dieser Ablauf ist ein völlig natürlicher Zyklus, die sogenannte Sukzession. Typischerweise beginnt er mit grünem Wasser.

Umgang mit Fadenalgen und Nährstoffreduzierung

Fadenalgen sind kein allzu großes Problem. Je nach Konsistenz und Menge lassen sie sich über den Filter gut entfernen. Werden es zu viele, verstopfen Pumpe oder Filter oder werden zu stark belastet. Dann hilft der Kescher. Sind die Algen bereits abgestorben und schwimmen an der Oberfläche, kann man den Skimmer einsetzen.

Am Ende läuft es immer darauf hinaus, dass das Nährstoffniveau reduziert werden muss. Das geschieht bereits, wenn die Algen herausgeholt werden: Solange sie gesund und kräftig grün sind, binden sie viele Nährstoffe. Mit dem Rechen aus dem System geholt, verlassen die Nährstoffe den Teich.

Ohne Abstellen der Nährstoffquelle wird das aber zur Sisyphusarbeit. Wird Auffüllwasser nicht kontrolliert und enthält Nitrat, geht es immer weiter. Ebenso gelangt Laub in den Teich, wenn kein Laubschutz in Form eines Netzes im Herbst gespannt wird. Im nächsten Frühjahr setzt das Laub Nährstoffe frei, und es wachsen wieder Algen. Deshalb gilt: die Zufuhr abstellen und gleichzeitig Nährstoffe entfernen.

Goldalgen und Armleuchteralgen

Es gibt noch viele weitere Algen. Am Telefon hört man oft nur „Alge“, und es ist schwierig herauszufinden, um welche Art es sich handelt.

Goldalgen erkennt man an einem Film auf der Oberfläche, der wie ein Ölfilm aussieht. Sie treten im Frühjahr oder Frühsommer auf, wenn der Teich erstmals knapp 20 Grad erreicht, vor allem in schlammreichen Teichen. Der Skimmer saugt die Oberfläche einfach ab, und die Blüte ist schnell weg. Sie riecht etwas fischig und erschreckt viele, ist aber kein richtiges Problem und nach wenigen Tagen erledigt.

Armleuchteralgen sind dagegen schöne Pflanzen, die man unter Wasser im Teich haben kann. Alge muss also nicht unbedingt böse sein, und bei den meisten besteht kein Handlungsbedarf.

Fadenalgen im Frühjahr und Entfernung

Auch bei Fadenalgen muss es nicht immer ein Problem sein. Im Frühjahr, wenn höhere Pflanzen noch nicht richtig wachsen, können Fadenalgen die überschüssigen Nährstoffe binden, weil kein anderer Verbraucher da ist. Wachsen gesund grüne Fadenalgen etwa im Filtergraben auf anderen Pflanzen, ist das hilfreich, denn sie lösen in diesem Moment das Nährstoffproblem.

Entscheidend ist, wie weit man das akzeptieren kann und wann das eigentliche Problem beginnt. Es beginnt, wenn es unschön wird.

In einem Fischteich kann das Problem früher beginnen. Teile der Fadenalgen lösen sich ab, und bei den Stören bleiben die Fadenalgen an der rauen Haut hängen, sodass die Störe stark gestresst werden. Außerdem kann der Filter belastet werden, weil unnötig Material darauf abgeladen wird und die Pumpe alles transportieren muss. Es kann also früh ein Problem sein, wenn sich im ganzen Wasserkörper Fadenalgenflocken bilden.

Irgendwann wachsen Fadenalgen zu ganzen Teppichen. Im richtigen Moment lassen sie sich am Stück herausziehen, sodass der halbe Teich problemlos frei wird. Mit einem groben Rechen zieht man sie langsam an Land. Liegen sie dort, können Insektenlarven flüchten, und nach einer Stunde am Ufer geschieht das erneut. Niemand wird dabei verletzt, und man wird immer mehr Fadenalgen los.

Werden sie nicht entfernt, sterben die Fadenalgen früher oder später ab, weil sie sich selbst die Nährstoffe weggenommen haben. Sie liegen dann am Boden und werden zu Mulm oder treiben an die Oberfläche und bilden Teppiche. Sind diese Teppiche noch stabil, lassen sie sich mit dem Kescher flach unterfassen und herausnehmen.

Verpasst man diesen Moment, ist der Teppich zerfallen und geht durch den Kescher hindurch. Dann kann ein Skimmer laufen, der den Teppich vorsichtig an der Oberfläche von der Pumpe wegsaugt. Man muss selbst beobachten und herausfinden, wie sich das Algenproblem am leichtesten in den Griff bekommen lässt.

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