Dieses Video zeigt, wie nachhaltiger Teichbau funktioniert und warum eine durchdachte Planung entscheidend ist, um Kosten zu sparen, Technik sinnvoll einzusetzen und gleichzeitig Lebensräume für Tiere zu schaffen.
Viele Teiche werden vor allem auch für die Natur gebaut.
Davon werden aber auch sehr viele zu Todesfallen für genau die Tiere, die sie eigentlich schützen wollen.
Die NaturaGart Messe 2019 hat erneut das Thema Naturschutz und Nachhaltigkeit in den Vordergrund gestellt.
In einem Teil des Referates von Geschäftsführer Norbert Jorek ging es unter anderem auch um diese Themen.
Wie erreichen Sie das Ziel mit einer nachhaltigen und naturfreundlichen Bauweise?
Auch dafür gilt: frühzeitig planen.
Sie müssen wissen, was Sie tun.
Filtertechnik ist so ein Thema.
Wenn Stickstoffreste im Wasser vorhanden sind, entstehen daraus Ammonium und Nitrit - also giftige Stoffe.
Aus diesem Grund werden in viele Teiche biologische Filter eingebaut.
Dafür kann man leicht 5.000 oder 7.000 Euro ausgeben.
Wenn Sie den Teich jedoch nach den NaturaGart Empfehlungen bauen, dann haben Sie einen Filtergraben und dann haben Sie überhaupt nicht solche Stickstoffreste.
Wir machen sehr viel Analytik und schauen uns das am Ende genau an.
Es gibt praktisch keine Stickstoffreste in Teichen, die einen Filtergraben haben.
Wenn Sie dann zusätzlich eine Filteranlage hinstellen, ist das verbranntes Geld.
Sie könnten genauso einen Katalysator unter ein Elektroauto schrauben. Es ist völlig sinnlos.
Also: Gucken Sie, was Sie wirklich brauchen.
Man muss wissen, was man tut.
Man muss die Probleme frühzeitig erkennen.
Wir können schon Jahre vorher sehen, ob sich bei einem Teich Probleme aufbauen.
Wir kennen nicht den genauen Tag oder das genaue Jahr, aber wir wissen, dass etwas passieren wird.
Dann kann man rechtzeitig noch etwas daran ändern.
Hinterher zu reparieren ist immer deutlich aufwendiger.
Manche Leute wollen sich den Filtergraben sparen. Der kostet vielleicht 100 oder 200 Euro.
Stattdessen bezahlen sie später 5.000 Euro für Filtertechnik.
Das ist an der falschen Stelle gespart.
Machen Sie die Teiche einfach stabil und behalten Sie die Lifetime-Kosten im Auge - also die Kosten, die über die gesamte Lebenszeit des Teiches entstehen.
Es geht nicht darum, irgendwo bei der Folie 20 Cent zu sparen.
Über 30 Jahre gerechnet machen solche Unterschiede in Wahrheit sehr viel aus.
Sie können einen Schwimmteich oder Fischteich in einen Naturteich umwandeln.
Umgekehrt geht das nicht sinnvoll.
Aus einem Naturteich später einen Schwimmteich oder Fischteich zu machen, ist deutlich aufwendiger und teurer.
Wenn Sie das frühzeitig festlegen, ersparen Sie sich spätere Umbauten und zusätzliche Investitionen.
Sie können die Wassertiefe optimieren.
1,30 Meter ist die rechtlich sinnvolle Wassertiefe.
Wenn Sie den Teich 2 Meter tief machen, wird Sie niemand daran hindern.
Aber Sie brauchen mehr Folie, mehr Wasservolumen und dadurch auch mehr Technik oder einen größeren Filtergraben.
Dann laufen im Hintergrund zusätzliche Kosten weiter, die viele nicht im Blick haben.
Bei 1,30 Metern können Sie bei der Wartung Sediment mit einem Besen in die Sedimentfalle schieben.
Bei 2 Metern Tiefe geht das nicht mehr.
Viele sinnvolle einfache Wartungsarbeiten können Sie bei 1,30 Metern gut durchführen - bei 2 Metern schon nicht mehr.
Sie können nicht gleichzeitig schwimmen und fegen.
Darum sollte der Teich so tief sein, dass die Wartung noch funktioniert.
Auch die Betriebszeiten der Technik lassen sich optimieren.
UV-Anlagen laufen bei vielen das ganze Jahr durch.
Das muss oft gar nicht sein.
Wenn das Wasser klar ist, dann ist es unsinnig, die Anlage dauerhaft weiterlaufen zu lassen.
Man verbrennt auch Geld, wenn Pflanzen an den falschen Standort gesetzt werden.
Am Seeufer wird fast alles, was auf die Wasseroberfläche fällt, vom Wind an den Rand getrieben.
So ein Seeufer ist genau genommen ein langgestreckter Komposthaufen.
Die Pflanzen dort haben sich darauf spezialisiert, dass sie immer genug Nährstoffe haben.
Wenn Sie dann mit einem nährstoffarmen, klaren Teich kommen und solche Pflanzen in den Uferbereich setzen, dann wachsen sie dort nicht.
Sie sterben genauso, wie Geranien sterben würden, wenn man sie in einen Balkonkasten mit Kies pflanzt.
Darum müssen die richtigen Standorte ausgewählt werden.
Man kann so bauen, dass das passt - und dann ist alles gut.
Ein weiteres Thema ist die naturfreundliche Technik.
Es geht um Pumpentechnik, Ansaugoberflächen, Betriebsintensitäten und Folientechnik.
Molche sind so groß, dass sie durch die Ansauggitter vieler Pumpen passen.
Früher war das nicht so, aber viele Gitter sind heute anders gebaut.
Die Molche geraten in den Ansaugbereich der Fördertechnik und werden dort unvermeidlich geschreddert.
Jedes Jahr sterben Millionen von Molchen und wahrscheinlich Milliarden von Libellenlarven in Teichen von Menschen, die eigentlich etwas Positives für die Natur tun wollten.
Wir haben das intensiv untersucht - und es ist ein massives Problem.
Man kann dieses Problem leicht vermeiden.
Es gibt Vorsätze, die man auf die Pumpen schrauben kann.
Wir haben für jeden Pumpentyp passende Übergangsstücke.
Damit ist das Problem gelöst.
Wenn man es richtig macht, dann regelt man die Ansaugoberflächen so wie im Filtergraben.
Am Ende des Filtergrabens stehen Pumpenschächte mit Ansaugkörben, die zusätzlich unter einer Kiespackung liegen.
Da kommt keine Kaulquappe und kein Molch durch, um irgendwo angesaugt zu werden.
Damit lässt sich ein Teich naturschutzkonform betreiben.
Sie können viel Geld sparen, wenn Sie schon bei der Planung entscheiden, ob wirklich 100 Prozent des Wassers bis ganz nach oben zur Quelle transportiert werden müssen.
Es ist oft völlig ausreichend, nur 30 Prozent der Wassermenge ganz nach oben zu fördern und den Rest auf halber Höhe einzuspeisen.
Dadurch reicht eine kleinere Pumpe, die nur etwa die Hälfte kostet und auch deutlich weniger Strom verbraucht.
Darum sollte man nicht stumpf alles ganz nach oben pumpen, sondern intelligente Lösungen wählen.
Auch bei der Auswahl der Leitungen kann viel Energie verloren gehen.
Drei gleich starke Pumpen mit drei unterschiedlich dicken Leitungen liefern sehr unterschiedliche Ergebnisse.
Bei zu dünnen Leitungen wird fast die gesamte Pumpenleistung im Schlauch verbrannt.
Darum sollte immer ein vernünftiger, zur Pumpe passender Schlauch verwendet werden.
Sonst kostet es Geld und bringt keinen Nutzen.
Auch bei der Filtertechnik sollte man sich fragen, was wirklich nötig ist.
In einem klaren Teich kann man oft ohnehin bis auf den Grund sehen.
Man muss nicht jedes Detail auf der anderen Seite erkennen können.
Oft reicht etwas weniger Klarheit völlig aus.
Dann kann man auch den technischen Aufwand geringer halten.
Auch bei den Baustoffen gibt es große Unterschiede.
Es gibt am Markt viele problematische Folien, die inzwischen häufig verboten sind.
Das aktuelle NaturaGart Flaggschiff wurde zusammen mit BASF entwickelt.
Diese Folie verwendet andere Weichmacher, wie sie sonst etwa bei Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden.
Sie kostet zwar mehr pro Quadratmeter, aber die Weichmacher bleiben im Material und die Folie hält länger und bleibt flexibler.
Auch hier gilt: Entscheidend sind die Lifetime-Kosten und nicht nur der erste Preis.
Mit den Kunden hat NaturaGart bereits 50.000 Teiche gebaut.
Selbst wenn es sich um einen Koi-Teich handelt, ist ein zusätzlicher Filtergraben für die Natur immer noch eine gute Lösung.
Molche und Frösche gehen dann nicht in den Koi-Teich, weil sie dort gefressen würden, sondern in den Filtergraben.
So ist ein Netz von Schutzgebieten entstanden.
Molche brauchen solche Gewässer, weil sie nur 1 bis 2 Kilometer laufen können. Dann brauchen sie das nächste Gewässer, um sich weiter vermehren zu können.
Aus diesem Grund kann es von solchen Teichen gar nicht genug geben.
Eine nachhaltige Bauweise ist der Schlüssel für einen stabilen, langlebigen und pflegeleichten Teich. Wer seinen Teich richtig plant, spart nicht nur Baukosten, sondern vermeidet auch spätere Probleme und unnötige Folgekosten.
Im Referat von NaturaGart-Geschäftsführer Norbert Jorek wird deutlich: Viele Fehler entstehen bereits in der Planungsphase. Wer nachhaltige Teiche bauen will, muss frühzeitig entscheiden, welche Funktionen der Teich erfüllen soll und wie er langfristig betrieben wird.
Ein nachhaltiger Teich wird nicht nachträglich optimiert, sondern von Anfang an richtig konzipiert. Dazu gehört die Auswahl des passenden Teichtyps ebenso wie die richtige Dimensionierung von Tiefe, Technik und Wasserführung.
Teich richtig planen und bauen
Wichtig ist dabei auch, die spätere Nutzung zu berücksichtigen. Ein Schwimmteich oder Fischteich kann relativ einfach in einen Naturteich umgewandelt werden - umgekehrt ist das deutlich aufwendiger und teurer.
Ein häufiger Fehler ist es, bei der Planung nur auf die Baukosten zu achten. Entscheidend sind jedoch die Gesamtkosten über die Lebensdauer des Teiches. Wer an den falschen Stellen spart, zahlt später deutlich mehr - etwa durch aufwendige Technik oder hohe Energiekosten.
Teichbau Kosten und Beispiele
Viele Teiche werden unnötig mit teurer Technik ausgestattet. Dabei lassen sich stabile Wasserwerte oft durch eine durchdachte Bauweise erreichen - etwa mit Filtergraben und angepasster Wasserführung.
Eine nachhaltige Planung reduziert den Bedarf an energieintensiver Technik und sorgt für einen effizienteren Betrieb.
Ein nachhaltiger Teich ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ökologisch wertvoll. Richtig geplant, entsteht ein stabiler Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Gleichzeitig müssen Gefahren vermieden werden - etwa durch geeignete Ansaugschutzsysteme, damit Kleintiere nicht durch Pumpen geschädigt werden.
Auch Faktoren wie Teichtiefe, Rohrdurchmesser oder Pumpenleistung haben großen Einfluss auf Funktion und Kosten. Schon kleine Planungsfehler können dazu führen, dass Energie verschwendet wird oder Wartung deutlich schwieriger wird.
Eine sorgfältige Planung sorgt dafür, dass alle Komponenten optimal zusammenarbeiten und der Teich langfristig stabil bleibt.
Nachhaltiger Teichbau bedeutet, den Teich so zu planen und zu bauen, dass er langfristig stabil, pflegeleicht und energieeffizient funktioniert. Dabei werden sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Aspekte berücksichtigt.
Wer bei wichtigen Komponenten wie Bauweise oder Technik spart, zahlt später oft mehr. Hohe Wartungskosten, zusätzlicher Energieverbrauch oder notwendige Nachbesserungen erhöhen die Gesamtkosten erheblich.
Die Planung ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Viele Probleme entstehen durch falsche Entscheidungen in der frühen Phase. Eine gute Planung verhindert spätere Fehler und sorgt für einen stabilen Teich.
Durch eine naturnahe Bauweise, geeignete Technik und Schutzmaßnahmen für Tiere. Dazu gehören beispielsweise sichere Ansaugbereiche, passende Pflanzen und eine stabile Wasserführung.
NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.
Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 40 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.
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