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Teich-Sicherheit durch Wissen

Referat: Dr. Holger Kraus, Treff 2016, Teil 2

Dieses Video zeigt, warum Wissen über Teichbiologie, Technik und Wasserwerte die wichtigste Grundlage für einen stabilen und pflegeleichten Teich ist.

Einführung: Wasserqualität und Teichbiologie auf der Messe 2016

Klares Wasser, wenig Arbeit – das ist das strategische Ziel für jeden Teichbesitzer. Auf der Natur- und Gartenmesse im NaturaGart-Park im September 2016 ging es, wie so oft, auch um die Frage der Wasserqualität. Auf den Ständen der Messe konnte man begutachten, was man als Grundausstattung braucht. Das Wichtigste jedoch ist das Wissen über die Teichbiologie.

Hilfestellungen der NaturaGart-Mitarbeiter werden oft dadurch erschwert, dass die Teichbesitzer zu wenig über ihre Teiche wissen – oft noch nicht einmal, wie viel Wasser enthalten ist. Dr. Holger Kraus, der zoologische Leiter des Parks, fasst in seinem Referat zusammen, was für Teichbesitzer wichtig ist.

Wissen über den eigenen Teich als Grundlage für Sicherheit

Wissen bringt Sicherheit, behaupten wir. Je mehr Sie über Ihren Teich wissen, desto einfacher ist es zu beurteilen, wie es ihm wirklich geht, ob eine Maßnahme etwas bringt, ob Sie zu viel oder zu wenig pflegen und ob Sie an der richtigen Stelle pflegen. Ich frage meine Gäste in Seminaren immer, ob sie ihren Teich kennen. Wissen sie, wann er gebaut worden ist und wie alt er ist? Wenn ich Anrufe bekomme, frage ich: Wie viel Wasser ist denn da drin? Das sind relativ einfache Fragen. Ein Teich hat die Aufgabe, dass Wasser drin ist – und die meisten wissen nicht, wie viel da drin ist.

Ganz viele Dinge wissen Sie über Ihren Teich einfach nicht. Ich kann nur jedem raten: Wenn Sie diese Informationen irgendwie in die Finger bekommen, schreiben Sie sie sich auf und machen Sie sich ein kurzes Datenblatt zu Ihrem Teich. Wenn Sie mich anrufen und irgendein Problem mit Ihrem Teich haben, stelle ich Ihnen lauter gemeine Fragen. Wenn Sie wissen, wie alt Ihr Teich ist, wie groß er ist und was Sie alles hineingepackt haben, dann kann man vieles schon erahnen und ganz viel in die richtige Richtung lenken.

Das Gleiche gilt natürlich auch für das Teichsystem und die Technik, die Sie eingebaut haben. Haben Sie wirklich verstanden, warum Herr Jorek das so baut, wie er es baut? Unsere Teichberater versuchen, Ihnen das näher zu bringen.

Beispiele: Technik und Funktion von Teichkomponenten

Ganz blöde Beispiele: Wir sagen einem Kunden in einem speziellen Fall, er soll bitte einen UVC-Wasserklärer einbauen. Kürzlich hatte ich tatsächlich einen Fall, in dem aus irgendwelchen Gründen ein Bauteil nicht mit eingebaut worden ist. Bis heute können wir uns nicht erklären, warum die Sicherung nicht rausgeflogen ist – aber sie ist nicht rausgeflogen. Das heißt, dieser Teichbesitzer hatte einen Stromverbrauch von 55 Watt, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag, für nichts und wieder nichts. Einfach nur, weil ihm nicht bewusst war, wozu er dieses Gerät einbaut und wie es funktioniert. Das ist kein Hexenwerk.

Jeder kennt sich irgendwie mit seinem Auto, seinem Rasenmäher oder sonst irgendetwas aus. Aber man muss auch bei einem Teich wissen: Wie funktioniert denn die Pumpe? Was macht sie, warum ist sie da und warum ist sie nicht woanders? Wenn Sie das alles wissen, können Sie auch beurteilen: Da stimmt ja was nicht. Eigentlich soll da viel mehr Wasser rauslaufen, oder die Pumpe macht komische Geräusche, das hat sie neulich noch nicht gemacht. Je mehr Wissen Sie über Ihren Teich haben, desto einfacher haben Sie es nachher, ihn stabil zu halten.

Wasserchemie: Regelmäßige Messung der Wasserwerte

Bei diesem Wissen geht es eigentlich um die Wasserchemie. Sie sollten einfach wissen: Wie geht es meinem Wasser? Das kann man nur beurteilen, wenn man ab und zu misst. Wenn mich jemand anruft und sagt, mit seinem Teich stimmt irgendetwas nicht, er wird grün, sage ich: Geben Sie mir mal die Wasserwerte durch. In weit über der Hälfte der Fälle kommt die Antwort: Meine Wasserwerte sind eigentlich in Ordnung. Dann sage ich – weil ich ein unverschämter Kerl bin, Entschuldigung – das beurteile ich.

Sie können irgendwo hingehen, eine Tröpfchenmessung machen lassen, und der Mann in der Zoohandlung sagt: Nein, ist alles in Ordnung. Dieser Tröpfchentest funktioniert nicht richtig, oder der Mann in der Zoohandlung funktioniert vielleicht auch nicht richtig – der verkauft schließlich Fische. Ganz oft werden solche Tests gemacht, man hat aber keine Ahnung, was das eigentlich bedeutet, oder sie werden mit schlechten Methoden durchgeführt. Die wenigsten wissen wirklich, welche Wasserwerte sie haben, sind aber steif und fest der Meinung: Bei mir ist alles in Ordnung. Das bringt keinen weiter. Wenn alles in Ordnung wäre, hätte ich den Anruf nicht bekommen.

Ich kann nur jedem raten: Kümmern Sie sich darum und messen Sie ab und zu. Sie müssen wissen:

  • ob Ihr Teich besonders stark mit Nährstoffen belastet ist,
  • ob Sie einen Teich mit besonders weichem Wasser haben,
  • ob sich der pH-Wert bei Ihrem Teich ständig ändert.

Wenn Sie sagen, mit Ihrem Teich ist alles in Ordnung und Sie sind zufrieden, müssen Sie das natürlich nicht machen. Aber vermutlich würden Sie dann nicht in meinem Vortrag sitzen.

Messgrößen: Nitrat, Phosphat, Härte und pH-Wert

Ich empfehle allen, wenigstens diese Grundlagen ab und zu zu messen: Nitrat, Phosphat, Karbonathärte, Gesamthärte und pH-Wert. Nicht wöchentlich und auch von mir aus nicht monatlich. Wenn Sie aber ungefähr wissen, wie die Werte vor vier oder acht Wochen waren, oder wenigstens im letzten Jahr zweimal gemessen haben, oder überhaupt irgendwann einmal gemessen haben, dann bin ich schon in der Nähe von glücklich.

Wasserqualität des Füllwassers und Wasseranalyse

Die wichtigste Grundlage für einen stabilen Teich ist, dass Sie wissen, wie gut das Wasser ist, das Sie in den Teich einfüllen – wenn mal Wasser fehlt oder wenn Sie einen Wasserwechsel machen wollen. Dafür reicht die Zeit hier nicht, um es im Detail zu erklären. Glauben Sie mir aber: Auch mit Trinkwasser ist es möglich, einen Teich nachhaltig zu versauen. Sie glauben, Sie tun ihm etwas Gutes, wenn Sie Schlamm herausholen und mit Trinkwasser nachfüllen – und ich kann Ihnen vorrechnen, dass es danach schlimmer ist als vorher. Obwohl es Trinkwasser ist.

Auch hier gilt: Eine Wasseranalyse bekommen Sie im Internet, oder Sie rufen einfach Ihren Wasserversorger an. Der gibt Ihnen viel mehr Daten, als Sie eigentlich brauchen. Das müssen Sie einmal machen, daran ändert sich sonst nichts – es sei denn, der Brunnen wird verlegt, das würden Sie in der lokalen Presse lesen. Laden Sie sich die Analyse einmal herunter, schauen Sie einmal darüber, dann wissen Sie wenigstens ungefähr, wo Sie dran sind.

Abschluss: Dokumentation aufschreiben

Oft hört man am Telefon dann: Ich habe mal gemessen, aber ...

Teich-Sicherheit durch Wissen: Wasserwerte, Technik und Teichdaten richtig verstehen

Ein Gartenteich muss regelmäßig beobachtet und gepflegt werden, damit das ökologische System stabil bleibt. Wer früh erkennt, wie sich Wasserwerte, Technik oder Nutzung auf den Teich auswirken, kann Probleme vermeiden, bevor sie sichtbar werden. Genau deshalb ist Wissen über den eigenen Teich ein zentraler Sicherheitsfaktor.

Zu den wichtigsten Informationen gehören Alter, Größe, Nutzung und Bauweise des Teiches. Entscheidend ist außerdem, ob es sich um einen Schwimmteich, Fischteich oder Naturteich handelt, welches Material bei der Teichfolie eingesetzt wurde und wie Sonne, Schatten und Nachfüllwasser auf das System wirken.

Teichdaten helfen bei der Fehlersuche

Je mehr Sie über Ihren Teich wissen, desto leichter lassen sich Auffälligkeiten richtig einordnen. Wer Alter, Wasservolumen, Technik und Standortbedingungen kennt, kann Symptome wie grünes Wasser, Trübungen oder ungewöhnliche Veränderungen viel besser bewerten.

Ein einfaches Datenblatt mit den wichtigsten Eckdaten des Teiches hilft dabei, Entwicklungen nachzuvollziehen und bei Fragen schneller die richtige Lösung zu finden.

Technik verstehen statt nur einschalten

Auch die Teichtechnik sollte nicht nur betrieben, sondern verstanden werden. Wer weiß, welche Aufgabe Pumpe, Filter oder UVC-Gerät haben, erkennt Fehlfunktionen früher. Ungewöhnliche Geräusche, zu geringe Förderleistung oder unnötige Laufzeiten fallen dann schneller auf.

Wasserwerte regelmäßig prüfen

Wenn ein Teich stabil bleiben soll, muss man auch die Wasserqualität kennen. Dafür ist ein Wassertest mit Statusbericht sinnvoll. Besonders wichtig sind Nitrat, Phosphat, Karbonathärte, Gesamthärte und pH-Wert.

Diese Werte müssen nicht ständig gemessen werden. Aber schon gelegentliche Kontrollen liefern eine wichtige Grundlage, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und den Teich langfristig stabil zu halten.

Auch das Nachfüllwasser berücksichtigen

Nicht nur das Teichwasser selbst ist entscheidend, sondern auch das Wasser, das zum Nachfüllen verwendet wird. Je nach Zusammensetzung kann selbst Trinkwasser die Wasserchemie ungünstig verändern. Wer das vermeiden will, sollte die Daten des Wasserversorgers kennen oder einmal gezielt prüfen lassen.

Wissen über Teichbiologie, Technik und Wasserwerte schafft Sicherheit - und ist oft der einfachste Weg zu klarem Wasser und weniger Arbeit.

FAQ zu Teich-Sicherheit durch Wissen

Welche Daten über meinen Teich sollte ich kennen?

Wichtig sind Alter, Größe, Wasservolumen, Nutzung, Bauweise, eingesetzte Technik und Material der Teichfolie. Diese Informationen helfen dabei, Probleme schneller einzuordnen und gezielt zu lösen.


Welche Wasserwerte sind für einen stabilen Teich besonders wichtig?

Zu den wichtigsten Grundwerten gehören Nitrat, Phosphat, Karbonathärte, Gesamthärte und pH-Wert. Sie geben wichtige Hinweise auf die Belastung und Stabilität des Wassers.


Warum sollte man auch das Nachfüllwasser prüfen?

Weil auch Nachfüllwasser die Wasserchemie beeinflussen kann. Selbst Trinkwasser kann einen Teich aus dem Gleichgewicht bringen, wenn seine Zusammensetzung nicht berücksichtigt wird.


Wie oft sollte man Wasserwerte messen?

Eine wöchentliche Messung ist meist nicht nötig. Schon gelegentliche Kontrollen reichen oft aus, um Veränderungen zu erkennen und den Teich langfristig besser einschätzen zu können.


Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

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