Teichfolie verlegen: Ablauf, Helfer und Praxistipps aus dem Video
Das Verlegen einer mehrere hundert Kilogramm schweren Teichfolie wird gelegentlich zur Zitterpartie. Viele Kunden vermuten im Vorfeld Probleme und haben Angst, es allein nicht zu schaffen. NaturaGart-Geschäftsführer Norbert Jorek wollte das selbst ausprobieren und hat eine Folie von über 400 Quadratmetern verlegt, mit Unterstützung von einem Kollegen beim Abrollen und sonst weitgehend allein. Hier lesen Sie den Ablauf nach.
Die Ausgangslage
Die Grube hinter der NaturaGart-Gärtnerei ist 41 Meter lang und meist etwa 10 Meter breit und mit einem weißen Vlies ausgekleidet, das die Folie von unten schützt (mehr dazu unter Vlies). Die fast 600 Kilogramm schwere NaturaGart-Folie wird auf einer 2 Meter breiten Palette geliefert. Ein Radlader stellt die Palette am vereinbarten Startpunkt ab. Der aufgeklebte Folienplan zeigt die Form der verschweißten Bahnen und den Startpunkt.
Abrollen in Querrichtung
Der erste Kraftakt ist, die Folie quer zur Messachse abzurollen. Dabei hilft ein eingelegter Gurt. Ideal wäre waagerechter Boden, hier erleichterte die Hangneigung das Abrollen. Zu zweit ging es gut, bis der Zaun im Weg war und die Folie etwas zurückgerollt werden musste. Positionieren und Abrollen dauerten zusammen etwa 14 Minuten.
Folie über 41 Meter auseinanderziehen
Jetzt kommt der schwierigere Teil: Die über 400 Quadratmeter müssen über eine Strecke von 41 Metern auseinandergezogen werden. Ein freies Ende liegt obenauf und muss auf die andere Seite gebracht werden. Mit der Zeit entsteht durch Reibung so viel Bodenhaftung, dass sich die Folie nicht mehr ziehen lässt. Deshalb sollte man immer wieder Luft unter die Folie wedeln, das verringert die Reibung. Irgendwann wird es dennoch zu schwer. Die Lösung ist, das Gewicht der Folie auf die gesamte Fläche zu verteilen und die Folie dazu wieder zu den Teichufern hochzuziehen.
Portionieren statt Kraftakt
Mit steifen Folien wäre das deutlich schwerer. Die im Video verwendete Premium-Plus-Folie ist nach den Angaben im Video geschmeidig und flexibel, sie wurde mit der BASF entwickelt und enthält phthalatfreien Weichmachern. Mit jedem Arbeitsschritt zieht man die Folie ein Stück weiter, die Größe der Segmente kann jeder selbst wählen: Große Segmente kosten mehr Kraft, kleine erfordern mehr Laufwege oder mehr Helfer. Ein guter Wert sind etwa 40 bis 50 Kilo, die man auf einmal bewegt. Eine Folie von rund 150 Quadratmetern war auf diese Weise in etwa 5 Minuten in der Grube. Falten werden herausgezogen und jeweils ein Stück auf die andere Seite gebracht.
Sandsäcke gegen das Zurückrutschen
Damit die Folie nicht wieder in die Grube rutscht, werden Sandsäcke am Ufer verteilt. Sie sichern auch Stufen und Kehlen an den Hängen, bis die Folie endgültig liegt.
Belastung, Pausen und Ausrichtung
Der Rest ist kräftezehrende Fleißarbeit: Folienfalte herausziehen, Seite wechseln, die nächsten Meter weiterziehen, Sandsäcke neu positionieren. Wegen der Belastung gab es alle zehn Minuten eine Pause. Zwischendurch muss man das große Ganze im Auge behalten: Die Mittelachse lag etwa 30 Zentimeter zu weit rechts, deshalb wurde die gesamte Folie um 30 Zentimeter nach links verschoben. Im Lauf des Nachmittags wurde es kühler, die Folie wurde deutlich steifer, und alles erforderte mehr Kraft. Nach zweieinhalb Stunden war die Folie verlegt.
Wie viele Helfer braucht man?
- Für die ersten 100 Quadratmeter reichen nach der Faustregel von NaturaGart zwei Personen.
- Für jeweils weitere 100 Quadratmeter ist ein weiterer Helfer sinnvoll.
- Für die 406 Quadratmeter wären das fünf Personen. Die Verlegung würde dann nach den Angaben im Video nur etwa zehn Minuten dauern.
Man muss nie die vollen 600 Kilo allein bewegen: Alles lässt sich so portionieren, dass man es notfalls auch allein schaffen kann. Mit mehreren Personen geht es aber deutlich leichter und schneller. Eine ausführliche Anleitung finden Sie unter Teichfolie verlegen, bei Fragen helfen die Teichberater von NaturaGart.