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Teichfolien ohne Phthalate

Weichmacher ja, Phthalate nein - die Rezeptur der Klasse Premium PLUS

Eine PVC-Teichfolie besteht zu einem erheblichen Teil aus Weichmacher. Welcher das ist, entscheidet über Preis, Haltbarkeit und darüber, was die Folie im Laufe der Jahre an das Wasser abgibt.

Die NaturaGart-Folienklasse Premium PLUS kommt seit ihrer Einführung ohne Phthalat-Weichmacher aus.

Teichfolien ohne Phthalate

NaturaGart Vorteil: Was Premium PLUS ausmacht

Ohne Phthalate - von Anfang an
Polymerer Weichmacher statt Phthalat
Von BASF als wasserbeständig dokumentiert
Praktisch wasserunlöslich
Geringe Migrationsneigung
DEHP-Ausstieg bereits Mitte der 1990er

Der Weichmacher ist kein Zusatz, sondern ein Hauptbestandteil

PVC ist von Natur aus hart und spröde. Erst der Weichmacher macht daraus eine Folie, die sich an die Form einer Teichgrube anlegt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beziffert die dafür nötige Menge auf 30 bis 40 Prozent.

Damit ist der Weichmacher bei einer Teichfolie keine Beigabe, sondern ein Hauptbestandteil - und seine Wahl entscheidet über drei Dinge zugleich: den Preis der Folie, ihre Haltbarkeit und die Frage, wie viel davon im Laufe der Jahrzehnte im Teichwasser landet.

Weichmacher sind chemisch nicht an die PVC-Ketten gebunden. Sie können das Material grundsätzlich verlassen. Wie stark sie das tun, hängt vom Molekül ab.

Was in Premium PLUS steckt - und was nicht

Die Folienklasse NaturaGart Premium PLUS enthält keine Phthalat-Weichmacher. Sie kommt seit ihrer Einführung ohne aus - es gab innerhalb der Klasse keinen Rezepturwechsel.

Die Entscheidung für einen phthalatfreien Weichmacher fiel 2014. Von 2015 bis 2018 wurde der Folientyp entwickelt und in Labor und Freiland getestet. Seit 2019 verkaufen wir ihn als Premium PLUS.

Statt eines Phthalats arbeitet Premium PLUS mit einem polymeren Weichmacher. Dessen Moleküle sind rund zwölfmal größer als die eines klassischen Weichmachers und dadurch deutlich weniger beweglich. Der Hersteller BASF beschreibt das Produkt als praktisch wasserunlöslich, wasserbeständig und mit nur geringer Neigung zur Migration.

Wie es dazu kam - von DOP über DINP zum polymeren Weichmacher - steht ausführlich im Beitrag Weichmacher-Konzepte für PVC-Folien.

Für welche Folien das gilt: Die phthalatfreie Rezeptur betrifft die Klasse Premium PLUS. Die ältere Klasse Premium GRÜN arbeitet weiterhin mit dem Phthalat-Weichmacher DINP und ist weiter im Programm.

Teichfolie, NaturaGart Premium PLUS, 1,0 mm, grün, asymmetrisches Sondermaß Beste technische Werte, höchster Umweltstandard: phthalatfreie Teichfolie Asymmetrische Maße, Preis pro m²
Artikelnummer 30731
Lieferzeit ca. 3-8 Arbeitstage

Das asymmetrische Teichfolien-Sondermaß entsteht durch das Verschweißen von Rollenabschnitten mit einer Breite von 2 Metern und unterschiedlicher...

  • Produkte: Teichfolie Premium PLUS
  • Kategorie: Teichabdichtung
  • Teichfolienform: Asymmetrisch
  • Teichfolienmaterial: PVC
11,80 €
Mehr Info

Was vorgeschrieben ist - und was darüber hinausgeht

Für Teichfolien gibt es bis heute keine Beschränkung von Phthalaten. Verboten oder stark eingeschränkt sind sie in bestimmten Produktgruppen - Spielzeug und Lebensmittelverpackungen etwa. Eine Teichfolie gehört nicht dazu.

Auch DINP, der Weichmacher der älteren Folienklasse, ist zulässig. Das Umweltbundesamt bezeichnet DINP und DIDP als toxikologisch weniger bedenkliche Phthalate, die DEHP in vielen Anwendungen ersetzt haben.

Der Verzicht auf Phthalate ist bei Premium PLUS deshalb keine Erfüllung einer Vorschrift, sondern eine Entscheidung darüber hinaus.

Diese Linie ist nicht neu. Zweimal war NaturaGart vor dem Gesetzgeber da.

Teichfolien ohne Cadmium

Cadmium wurde früher als Stabilisator eingesetzt, auch in den ersten Jahren nach unserer Gründung 1979. Anfang der 1980er-Jahre stellte NaturaGart auf cadmiumfreie Teichfolien um. Verboten wurde Cadmium in Kunststoffen erst 2011 - in Recycling-Folien darf es bis heute im Kreislauf bleiben.

Rund 30 Jahre vor dem Verbot war bei NaturaGart Schluss mit Cadmium.

Teichfolien ohne DOP

Anfang der 1990er-Jahre beschrieb das gemeinsame Chemikaliensicherheitsprogramm von WHO, UNEP und ILO Wirkungen des Weichmachers DOP auf die männlichen Fortpflanzungsorgane und auf hormonelle Prozesse. Mitte der 1990er-Jahre ersetzte NaturaGart DOP bei einem Lieferantenwechsel durch DINP. Die EU beschränkte den Stoff für die meisten Anwendungen erst 2015.

Beim Ausstieg aus DOP war NaturaGart rund 20 Jahre vor dem Gesetzgeber.

Phthalate: diesmal ohne Gesetz

Bei Cadmium und DOP kam die gesetzliche Regelung Jahrzehnte nach unserer Entscheidung. Bei Phthalaten in Teichfolien ist sie bis heute nicht gekommen.

Weichmacher ohne Phthalate

2014 fiel die Entscheidung für einen phthalatfreien Weichmacher. Von 2015 bis 2018 wurde der neue Folientyp entwickelt und in Labor und Freiland getestet, seit 2019 verkaufen wir ihn als Premium PLUS.

Phthalate sind chemisch nicht an das PVC gebunden und können die Folie über die Jahre verlassen. Wie stark, hängt vom einzelnen Stoff ab - DEHP und DINP dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.

Diesmal gibt es kein Verbot, auf das man warten könnte.

Was das Bundesinstitut für Risikobewertung zu Phthalaten sagt

"Phthalate sind chemische Verbindungen, die vor allem als Weichmacher in Kunststoffen wie PVC eingesetzt werden. In den jeweiligen Kunststoffen sind die Phthalate jedoch nicht fest gebunden, sondern können daraus freigesetzt werden. Weil Phthalate in der Vergangenheit in großen Mengen produziert und eingesetzt wurden, kann man sie nahezu überall in der Umwelt und als Verunreinigung (Kontamination) in vielen Lebensmitteln nachweisen. In Studien lassen sich Phthalate und deren Abbauprodukte außerdem regelmäßig in Urinproben feststellen."

Bundesinstitut für Risikobewertung, FAQ vom 07.06.2024

Warum manche Weichmacher in der Folie bleiben und andere nicht

Hochwertige Weichmacher verhaken sich dauerhaft im PVC-Molekül. Billige Varianten liegen lose darin und wandern mit der Zeit an die Oberfläche.

Sandkörner lassen sich einfach aus dem Teppich saugen, Kerzenwachs eher nicht

So kann man sich den Wirkungsunterschied zwischen zwei Weichmacher-Konzepten vorstellen. Klassische Weichmacher bestehen aus vergleichsweise kleinen Molekülen. Sie liegen zwischen den PVC-Ketten und ermöglichen deren Beweglichkeit - können aber über das Konzentrationsgefälle an die Oberfläche wandern und in die Umwelt gelangen.

Polymere Weichmacher verfolgen ein anderes Konzept. Ihre Moleküle sind wesentlich größer und dadurch innerhalb des PVC weniger beweglich. Das ist die Voraussetzung für geringere Migration - und es erklärt zugleich den Preisunterschied zwischen Folienklassen.

Links: Gute Weichmacher "verhaken" sich im PVC, schlechte Weichmacher (rechts) liegen "lose" darin und gehen verloren.

Polymere Weichmacher brauchen mehr Zeit in der Mischung

Ein polymerer Weichmacher ist zähflüssig. Er muss erwärmt und länger mit den übrigen Rohstoffen gemischt werden als ein konventioneller - das kostet Zeit und Energie in der Produktion und macht die Folie zwangsläufig teurer.

Bei einer Folie, deren Nutzungsdauer in Jahrzehnten gemessen werden soll, halten wir das für die richtige Investition. NaturaGart setzt dieses Konzept in der Folienklasse Premium PLUS ein.

NaturaGart-Folienproduktion: Jeder Zuschlagstoff hat eine bestimmte Funktion, die die Folie besser macht.

Der zweite Faktor: der Einbau

Die beste Rezeptur nützt wenig, wenn die Folie am Ufer offen liegt. Die haltbare Lösung besteht aus beidem: einem Weichmacher, der in der Folie bleibt, und einem Einbau, bei dem der Rand abgedeckt wird.

Wo Weichmacher verlorengeht, schrumpft die Folie

Verliert eine Folie über die Jahre Weichmacher, verliert sie auch Fläche. Ist sie nicht dauerhaft mit Wasser belastet, hebt sie in den Kehlen von Stufen ab.

Wie stark das passiert, hängt am Weichmacher-Konzept. Kleine Moleküle wandern leichter aus der Folie als große - deshalb ist die Rezeptur keine Frage des Preises allein, sondern eine Frage der Form, die der Teich in zwanzig Jahren noch hat.

Durch Weichmacherverluste schrumpft die Folie. Ohne Wasserdruck wird sie zu einem kleinen Trampolin.

Die richtige Teichbau-Lösung: gute Weichmacher und optimaler Einbau

Bleibt eine Folie am Ufer unbedeckt, altert sie durch den ultravioletten Anteil des Sonnenlichts. Die Knickfestigkeit sinkt, die Folie wird spröder, irgendwann bricht sie.

Mit UV-Schutzstoffen lässt sich das für etwa 3.000 Sonnenstunden verzögern. Mehr davon verschlechtert allerdings oft die Kältefestigkeit - ein Zielkonflikt, den kein Zusatzstoff auflöst. Deshalb liefert NaturaGart neben dem Material auch die Anleitung, den Rand richtig abzudecken.

15 Jahre alte Teichfolie an einem unbedeckten Teichufer: Das UV-Licht der Sonne hat die Wirkstoffe zerstört.

Nicht nur PVC hat eine Rezeptur

Die Frage nach dem Weichmacher stellt sich nur bei PVC. Andere Materialien haben andere Zusatzstoffe - und auch die können ins Wasser gelangen.

Eine Untersuchung von 17 privaten Gartenteichen in Frankfurt fand in den beiden Teichen mit EPDM-Folie deutlich erhöhte Werte an Benzothiazolen. Diese Stoffe entstehen aus 2-Mercaptobenzothiazol, das bei der Vulkanisation von Gummi eingesetzt wird. Mit ihrer Konzentration stieg in der Untersuchung die Sterblichkeit von Zuckmückenlarven. Die Forschenden der Goethe-Universität Frankfurt empfehlen daraufhin, "Gummiprodukte mit Ethylen-Propylen-Dien-Monomer (EPDM) vermeiden".

NaturaGart führt keine EPDM-Folien für Teiche.

Bock et al., Environmental Sciences Europe 2025, Goethe-Universität Frankfurt / UFZ Leipzig

Häufige Fragen

Sind alle NaturaGart-Teichfolien phthalatfrei?

Nein. Phthalatfrei ist die Folienklasse Premium PLUS. Die ältere Klasse Premium GRÜN arbeitet mit dem Phthalat-Weichmacher DINP und ist weiterhin im Programm.


Sind Phthalate in Teichfolien verboten?

Nein. Für Teichfolien gibt es bis heute keine Beschränkung. Verboten oder stark eingeschränkt sind bestimmte Phthalate in anderen Produktgruppen, etwa in Spielzeug und Lebensmittelverpackungen.


Wie viel Weichmacher steckt in einer PVC-Teichfolie?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt 30 bis 40 Prozent. Der Weichmacher ist damit kein Zusatz, sondern ein Hauptbestandteil der Folie.


Was ist ein polymerer Weichmacher?

Ein Weichmacher mit deutlich größeren Molekülen als die klassischen Typen. Dadurch ist er innerhalb des PVC weniger beweglich, was die Neigung zur Migration verringert. Premium PLUS arbeitet mit einem solchen Weichmacher.


Warum ist eine phthalatfreie Folie teurer?

Polymere Weichmacher kosten mehr als konventionelle, und sie sind zähflüssig: Sie müssen erwärmt und länger mit den übrigen Rohstoffen gemischt werden. Beides schlägt auf den Folienpreis durch.