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Sicherheit im Teich-Umfeld

Referat: Norbert Jorek, Treff 2016, Teil 1

Dieses Video zeigt, wie ein Teichumfeld sicher geplant wird - mit sinnvoller Wassertiefe, Sicherheitsstufe, geschützten Zugängen und elektrisch sicherer Teichtechnik.

Einleitung: Teichsicherheit als Messeschwerpunkt 2016

Teichsicherheit war das Schwerpunktthema der Natur- und Gartenmesse im September 2016. Dabei ging es um sichere Bauweisen, zum Beispiel für Schwimmteiche. Zur Messeveranstaltung gehört regelmäßig auch ein Vortragsprogramm.

Referat von Norbert Jorek: Überblick zu Bauregeln

NaturaGart-Geschäftsführer Norbert Jorek berichtete in seinem Referat über alles, was beim Bau zu beachten ist. Einer von insgesamt fünf Punkten betrifft die Sicherheit der Teichbesitzer sowie ihrer Nachbarn und Gäste.

Man sollte sich fragen, was man tun muss und welche Sicherheitsregeln einzuhalten sind. Sicherheitsregeln werden hier zum Beispiel nicht eingehalten. Die Koi-Teiche haben damit ein grundsätzliches Problem: zweieinhalb Meter tief mit senkrechten Wänden. Wenn man so baut und jemand hineinfällt, hat man schnell ein rechtliches Problem, und dafür muss man noch nicht einmal weit gehen.

Haftungsrisiken bei Unfällen auf dem Grundstück

Ein Beispiel: Ein Einbrecher flieht und fällt in einen typischen Koiteich, in dem er ertrinkt. Man könnte sagen, das sei ein Berufsrisiko, und als Einbrecher müsse man eben mit einer Schwimmweste arbeiten. Genau genommen müsse der Teicheigentümer aber damit rechnen, dass ihm zumindest eine Teilschuld angelastet wird. Das geht übrigens sehr weit.

Ein Einbrecher stahl eine Leiter und stieg damit in ein Haus ein. Die oberste Sprosse war morsch, er stürzte herunter, brach sich einen Arm und verklagte den Hausbesitzer auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Er bekam recht. Man muss also mit sehr merkwürdigen Entscheidungen rechnen, was einen weiteren Grund gibt, genau zu überlegen, was man tun muss.

Unzulässige Schutzvorrichtungen und Nachbarrechte

Wichtig ist vor allem Folgendes:

  • Sie dürfen auf Ihrem Grundstück keine Selbstschussanlagen installieren.
  • Sie dürfen auch nicht selbst eingreifen, wenn ein Nachbar mit dem Rad auf Ihrem Grundstück parkt. Sie müssen bestimmte Dinge einfach ertragen.
  • Auch eine Fallschussanlage ist unzulässig.

Anforderungen an einen sicheren Teich: Tiefen und Ausstieg

Ein Beispiel ist ein typischer NaturaGart-Schwimmteich. Eine gute Faustregel lautet: 1,30 Meter ist eine sichere Stehtiefe für Nichtschwimmer. Wenn jemand in einen Teich dieser Tiefe fällt, gibt es keinen Ärger. Außerdem sollte es eine Sicherheitsstufe in 50 Zentimeter Tiefe unter der Wasseroberfläche geben. Dort kann man den Teich an jeder beliebigen Stelle wieder verlassen, mit Händen oder Knien. Das ist wichtig, weil man nicht weiß, wo jemand hineinfällt. Diese Tiefe eignet sich außerdem gut für Halbzwerg-Seerosen.

Hangneigung am Teichgrund und Stehtiefe

Auf die Hangneigung am Teichboden sollte man achten. Sie ist die am meisten gefürchtete Stelle in einem Teichgrund. Selbst ein Taucher im Tauchanzug kann einen nur leicht schrägen Hang kaum noch hinaufgehen, wenn er nur noch wenige Kilo wiegt, weil der Kopf aus dem Wasser ragt. Unter Wasser ist das anders, als man es sich an Land vorstellt. Wenn man zusätzlich Luft einatmet, wächst der Auftrieb, und irgendwann hat man unter den Füßen keine Reibung mehr und kann nicht mehr sicher stehen.

Ein Mensch mit 1,60 Meter Körpergröße kann in einem 1,30 Meter tiefen Teich gerade noch stehen. Hat er bei einem Sturz Luft in der Kleidung, kommt noch zusätzlicher Auftrieb hinzu. Wenn man sicher stehen will, ist 1,30 Meter daher ein sinnvoller Grenzwert.

Das schauen wir uns heute draußen an. Dafür haben wir eine Rampe vorbereitet, die sich auf verschiedene Neigungen einstellen lässt. Das Thema kann man nicht sensibel genug behandeln.

Einstiegsmöglichkeiten: Treppenstufen statt Badeleiter

Wir schlagen vor, Schwimmteiche nicht mit einer Badeleiter auszurüsten. Wenn doch, dann zusätzlich mit einem Einstieg vorne mit vernünftigen Treppenstufen, damit man sauber hinein und hinaus gehen kann. Das ist eine wirklich wichtige Einrichtung. Wer älter wird oder gesundheitliche Probleme wie Herzbeschwerden hat, kann nicht mehr durch einen zwei Meter tiefen Teich schwimmen und dann eine Leiter hochsteigen. Treppenanlagen lassen sich in einem Teichsystem gut umsetzen und bringen sofort einen großen Sicherheitsgewinn. Deshalb sind solche Treppenanlagen die bessere Lösung.

Sichtverhältnisse unter Wasser

Im Wasser sieht man nach unten kaum etwas. Die Wasseroberfläche bewegt sich, dadurch sieht man unter Wasser nichts scharf, und wegen der Lichtbrechung an der Oberfläche ist das praktisch unmöglich. Nachts sieht man sowieso nichts. Man kann sich nur mit den Füßen orientieren, ob dort eine Treppenstufe ist, sieht sie aber nicht richtig.

Absperrung von Flachwasserbereichen

Wenn Kinder in der Nähe sind, sollte man den Flachwasserbereich, zu dem sie Zugang haben, absperren. Dafür gibt es Teichrandrosen, die tiefere Bereiche abschotten.

Elektrische Pumpen: rechtliche Vorgaben und Schutzleiter

Wenn bei Hochwasser der Keller volläuft, darf man eine Pumpe in eine Steckdose stecken und den Keller leer pumpen. Dafür gibt es eine gesetzliche Regelung für fliegende Pumpen. Den Stecker abzuschneiden und die Pumpe fest an einen Schalter anzuschließen, ist dagegen nicht erlaubt, und kein Elektriker würde das machen. Bei Teichen wird diese Notstandssituation oft ausgenutzt: Man betrachtet die Pumpe als fliegende Anlage und legt 230 Volt direkt in den Teich. Das passiert in Millionen von Teichen und ist insgesamt illegal. Im Teich darf nur Kleinspannung verwendet werden.

Der Grund ist einfach: Normalerweise hat das Kabel einen Schutzleiter, die gelb-grüne Ader. Sollte Strom austreten, erkennt das System dies sofort und schaltet den Strom ab. Der Schutzleiter ist draußen aber oft verrottet, weil er nur aus dünnem Blech besteht. Wer den vorgesehenen Stecker abschneidet und einen neuen anbringt, verliert die Pumpenbetriebserlaubnis und die Garantie. Eigentlich gehört unter diesen Bedingungen ein blauer Caravanstecker dran, das macht aber kaum jemand.

Gefahren durch Folienränder am Teich

Wenn Gräser oder andere Verbindungen nach draußen bestehen, fließt der Strom dorthin ab, und der Fehlerstromschutzschalter löst aus. Ein besonders gefährlicher Teichtyp ist der, bei dem die Folie kahl aus dem Wasser kommt. Wer dort mit einem Aluminiumkescher etwas herausholt, kann einen Stromschlag bekommen. Das ist das vergleichsweise größere Risiko.

Unfallstatistik im Gartenlandschaftsbau

Im Gartenlandschaftsbau sterben pro Jahr im Schnitt 10 bis 12 Menschen, meist durch Kettensägen oder Unfälle mit Radladern. Zwei Menschen sterben im Schnitt durch Pumpe und Strom, und diese Zahl ist im Gartenlandschaftsbau jedes Jahr sehr konstant. Das ist deshalb das eigentlich viel größere Risiko.

Schutzmaßnahmen: 12-Volt-Technik und Abstand der Pumpe

Daraus folgt: Die Teichanlage sollte mit 12 Volt betrieben werden. Wird mit 230 Volt gearbeitet, braucht man einen separaten Schacht, der so länglich gebaut ist, dass man die Pumpe herausziehen kann, sodass sie deutlich über dem Wasserspiegel liegt. Die VDE-Richtlinien sehen dafür zwei Meter Abstand vom Wasser vor, damit man nicht gleichzeitig die Pumpe und den Teich berühren kann. Das ist die geltende Regelung.

Abschluss des Referats

Dieser Teil war etwas ausführlicher als die folgenden Punkte, weil er der persönlichen Sicherheit dient.

Sicherheit im Teich-Umfeld: Teiche sicher planen und Gefahren vermeiden

Ein Gartenteich muss so gebaut werden, dass von ihm keine unnötige Gefahr ausgeht. Besonders wichtig sind sichere Wassertiefen, gut nutzbare Ausstiege und klar geregelte Zugänge zum Wasser. Wer diese Punkte bereits in der Planung berücksichtigt, erhöht die Sicherheit für Teichbesitzer, Kinder, Gäste und Nachbarn deutlich.

Eine Wassertiefe von maximal 1,30 Metern gilt als sinnvolle und sichere Stehtiefe für Nichtschwimmer. Zusätzlich sollte ein Teich in etwa 40 bis 50 Zentimeter Tiefe eine Sicherheitsstufe besitzen, damit man ihn an jeder Stelle wieder verlassen kann.

Sichere Bauweise statt gefährlicher Fallgrube

Sehr tiefe Teiche mit senkrechten Wänden sind problematisch und erhöhen das Unfallrisiko erheblich. Ein sicherer Teich braucht deshalb nicht nur die richtige Tiefe, sondern auch eine durchdachte Bauform mit flacheren Zonen und klar definierten Ausstiegen.

Besonders sinnvoll ist ein Zugang mit Treppenstufen. Er bietet deutlich mehr Sicherheit als eine einfache Leiter und erleichtert das Ein- und Aussteigen erheblich.

Zugänge zum Wasser gezielt begrenzen

Um Unfällen vorzubeugen, sollte der Zugang zum Wasser an kritischen Stellen eingegrenzt werden. Eine besonders formschöne Lösung ist die Bepflanzung mit Teichrandrosen. Sie bilden eine natürliche und wirksame Barriere an tieferen Bereichen des Teiches.

Elektrische Sicherheit am Teich beachten

Auch von der Teichtechnik können Gefahren ausgehen. Im Wasser selbst sollten nur Geräte mit Kleinspannung betrieben werden. Pumpen und andere Komponenten mit 230 Volt gehören in einen separaten Schacht und dürfen nicht direkt im Teich platziert werden.

Der notwendige Abstand zum Wasser muss dabei eingehalten werden, damit keine Berührungsgefahr zwischen Netzspannung und Wasser entsteht.

Sicherheit von Anfang an mitplanen

Viele Risiken lassen sich vermeiden, wenn Sicherheit nicht erst nachträglich bedacht wird. Wassertiefe, Sicherheitsstufe, Einstiege, Zugänglichkeiten und elektrische Technik sollten von Anfang an Teil der Teichplanung sein.

Ein sicher geplanter Teich schafft nicht nur mehr Schutz, sondern auch mehr Gelassenheit im täglichen Umgang mit dem Wasser im Garten.

FAQ zur Sicherheit im Teich-Umfeld

Wie tief sollte ein sicherer Gartenteich sein?

Eine Wassertiefe von etwa 1,30 Metern gilt als sichere Stehtiefe für Nichtschwimmer und ist deshalb für viele Teiche eine sinnvolle Obergrenze.


Warum ist eine Sicherheitsstufe im Teich wichtig?

Eine Sicherheitsstufe in etwa 50 Zentimeter Tiefe hilft dabei, den Teich an jeder Stelle wieder zu verlassen. Gerade in kritischen Situationen ist das ein wichtiger Sicherheitsgewinn.


Was ist besser: Badeleiter oder Treppenstufen?

Treppenstufen sind meist sicherer und komfortabler als eine einfache Badeleiter. Sie erleichtern das Ein- und Aussteigen deutlich, besonders für Kinder und ältere Menschen.


Darf man 230-Volt-Technik direkt im Teich einsetzen?

Nein. Im Teich selbst sollte nur Kleinspannung verwendet werden. 230-Volt-Technik gehört in einen separaten Schacht mit ausreichendem Abstand zum Wasser.


Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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