Schwimmteich oder Pool umbauen: Technik, Ablauf und Erfahrungen aus dem NaturaGart-Park
Viele Schwimmteiche und Pools sind in die Jahre gekommen: Die Pflege kostet zu viel Zeit, die Technik zu viel Strom, und der Boden lässt sich schwer sauber halten. Das Video zeigt am Maxi-Schwimmteich im NaturaGart-Park, wie sich ein bestehender Teich mit moderner Technik wartungsfreundlicher machen lässt. Hier lesen Sie die wichtigsten Schritte nach.
Warum Schwimmteiche und Pools umgebaut werden
Es gibt Tausende Teiche, die nach dem alten Stand gebaut sind: ohne Trennung zwischen Teich und Filtergraben, mit kahler Folie und Falten am Boden und ohne gepanzerten Boden. Das verursacht heute viel Arbeit. Andere Teiche sind zu tief gebaut und deshalb schwer zu pflegen. Bei vielen Pools steht der Pflegeaufwand in keinem Verhältnis zu den wenigen Monaten, in denen man sie nutzen kann.
Das Grundprinzip: Teich und Filtergraben getrennt
Seit Mitte der 80er Jahre liefert NaturaGart Anleitungen und Baumaterial für Schwimmteiche. Am Grundkonzept hat sich über Jahrzehnte nichts geändert: Der Teich und der Filtergraben, in dem das Wasser aufbereitet wird, sind vollständig voneinander getrennt. Der Gedanke dahinter: Nur wenn das Wasser gezielt durch einen Regenerationsprozess geleitet wird, hat man hinterher besseres Wasser. Wo Teich und Regenerationszone ein gemeinsames System bilden, entscheidet der Zufall, ob ein Wassertropfen überhaupt mit einer Pflanze in Berührung kommt.
Was sich am NaturaGart-Konzept weiterentwickelt hat
- fester, ebener Boden statt Folienfalten (seit 2006), der sich maschinell reinigen lässt
- Sedimentfallen statt Vorfilterkörben, damit die Pflege besser automatisierbar wird
- Wassermenge bequem vom Ufer aus steuerbar
- Pumpe leicht erreichbar in einem Pumpenschacht
Vorfilterkörbe haben sich nach den Erfahrungen von NaturaGart nicht bewährt: Die Handhabung ist kompliziert, und man kann sie nicht gut sauber machen. Sedimentfallen sind Gitterbleche, die auf einem waagerechten Boden eingebaut werden und aufgewirbeltes Sediment aus dem Teich holen.
Beispiel: der Maxi-Schwimmteich im NaturaGart-Park
Der Teich hat 1.000 Quadratmeter Teichfolie und speichert etwa 650 Kubikmeter Wasser. Beim Bau wurde über einer dünnen Sicherungsfolie eine Schicht Vlies 900 verlegt, darauf die Teichfolie, anschließend die Verbundmatte aufgeklebt und die Mörtelschicht eingearbeitet. Es war der erste Teich, der maschinell gepanzert wurde. Beim Umbau war der Austausch der Vorfilterkörbe gegen Sedimentfallen am wichtigsten. Dazu kommt das Anheben der Teichsohle, das die Pflege einfacher macht und das Seerosenwachstum begrenzt.
Zu tiefen Teich flacher machen
Dieser Teich ist tiefer, als es aus heutiger Sicht sinnvoll ist. Man sieht nicht mehr, was in der Tiefe passiert, das behindert die Pflege und ist ein unnötiges Sicherheitsrisiko. Deshalb wird die Teichsohle mit einer Zwischenschicht aus Schotter angehoben:
- Das Wasser abpumpen (hier rund 600 Kubikmeter).
- Ein Vlies verlegen, damit die Folie nicht beschädigt wird.
- Den Schotter einbauen. Die Zielhöhe liegt 15 bis 20 cm unter der späteren Teichsohle. Danach wird der Schotter verdichtet und mit Vlies abgedeckt.
- Leitungen und Sedimentfallen einbauen.
- Alles mit Verbundmatte und Mörtelschicht abdecken.
Abpumpen bei hohem Grundwasserstand
Im Beispielteich liegt der Teich etwa einen halben Meter im Grundwasser. Wird das Wasser über der Folie abgepumpt, fehlt das Gewicht von oben: Der Teich wird zum Schiff und kann aufschwimmen. Schon beim Bau wurde deshalb unterhalb der Sohle ein Filterrohr eingebaut, dessen Leitung in einen Schacht führt. Mit einer Pumpe lässt sich der Grundwasserstand erneut absenken und der Druck von unten reduzieren. Damit nicht mehr als nötig gepumpt wird, steht eine Messlatte im Teich, und zwischen den Ufern ist eine Schnur gespannt. An einer Markierung sieht man, ob sich der Boden bewegt. Man kann es auch mit den Füßen spüren: Die Teichdichtung schwimmt dann auf einer dünnen Wasserschicht. Wird es zu viel, kann die Mörtelschicht zerbrechen.
Im Teich lebten außerdem große Störe, manche länger als zwei Meter. Sie wurden bei Niedrigwasser vorsichtig gefangen und in andere Teiche umgesetzt, wie das Video Umsetzen der großen Störe zeigt.
Entschlammen und Mörtelschicht prüfen
Ist die Grundwassersituation stabil, wird das restliche Wasser abgepumpt. Die Hänge werden mit Wasser abgespült, dadurch wird der Schlamm verdünnt, und man sieht besser, was darin noch lebt. Das wird abgesammelt und umgesetzt. Wird der Wasserstand für die Pumpe zu niedrig, schöpft man die letzte Wasserschicht ab, schüttet sie in ein Fass und pumpt sie von dort ab.
Der Umbau war eine gute Gelegenheit, die Mörtelschicht nach 15 Jahren zu prüfen. Die Hänge sehen praktisch noch so aus wie beim Bau. Nur an einer Stelle gab es einen Baufehler: Die Putzschicht war dort nur etwa 2 bis 3 Millimeter dünn, und der harte Wasserstrahl hat sich hineingearbeitet. Solche eierschalendünnen Schichten halten nicht. NaturaGart empfiehlt für die Hänge eine Schichtdicke von 5 bis 10 Millimetern. Mehr dazu im Video Einsatz von Teichbau-Mörtel und im Video Vermörteln von Hangflächen. Den Teichbau-Mörtel finden Sie im Shop.
Sedimentfallen einbauen
Wo früher Saugfilter eingebaut waren, sieht man den Leitungsverlauf meist noch gut. Er wird im Hang markiert. Dann wird das Vlies ausgerollt, ein Bagger reicht den Schotter in den Teich, und das Füllmaterial wird mit Karren verteilt. Bei der Position der Sedimentfallen kommt es auf die Teichgröße an: In kleineren Teichen liegt sie meist in der Mitte. Bei größeren Anlagen können die Seitenbereiche sinnvoller sein, weil sich aufgewirbeltes Sediment beim Schwimmen aus der Mitte zum Rand verlagert und in den Kehlen ablagert. Dieser Teich ist insofern eine Testanlage.
Danach werden die Leitungen verlegt. Jede Sedimentfalle hat eine eigene Leitung zum Filtergraben und eine eigene Spülleitung. Einen Teil der vorhandenen Saugleitungen kann man weiterverwenden: Der Leitungsweg im Hang wird geöffnet, und 20 bis 30 cm oberhalb des Schotters werden die alten Leitungen durchgeschnitten und mit den neuen verbunden. Wichtig ist eine kreuzungsfreie Verlegung. Die Leitungen werden mit Vlies überdeckt und mit Schotter fixiert. Erst zum Schluss wird die Sedimentfalle eingebaut. Wie das geht, zeigt das Video Sedimentfalle einbauen.
Panzerung und Reinigung des Teichbodens
Nachdem der Mörtel fest geworden ist, wird der Schotter bis an die Sedimentfallen eingebaut und mit Verbundmatte abgedeckt, damit der Mörtel später nicht in Stücke zerbricht (siehe Video Einbau der Verbundmatte). Die Fasern füllen sich mit dem eingefärbten Mörtel. Das Ergebnis ist eine weitgehend ebene Fläche, auf der die Sedimentfallen in einer schwachen Vertiefung liegen. So kann ein Roboter die gesamte Oberfläche reinigen: Ein großer Teil des Sediments wird direkt in den Filtergraben transportiert, vieles wird aufgewirbelt und über die Sedimentfallen abgesaugt. Wo sich ein Roboter nicht lohnt, kann man einen Schlammsauger verwenden, der sich auf geradem, ebenem und hartem Boden ohne Folienfalten viel besser einsetzen lässt. Passende Geräte finden Sie unter Teichroboter und Schlammsauger.
Energie und Pflegeaufwand im Vergleich
Viele Poolkonstruktionen verbrauchen viel Energie, weil das Wasser durch Sandfilter gedrückt wird. Nach den Angaben im Video liegt die Leistung der Pumpen dort oft bei mehr als 2 bis 3 kW. Ein gut gebauter Schwimmteich kommt dagegen mit etwa 60 bis 70 Watt aus. Teiche haben außerdem den Vorteil, dass sie das ganze Jahr über gut aussehen. Weitere Hinweise finden Sie unter Energieverbrauch und Wartung.
Beratung zum Umbau
Ob der eigene Teich saniert werden sollte, was dafür nötig ist und was es kostet, klären die Teichberater von NaturaGart. Einen Überblick über typische Sanierungen gibt der Beitrag Sanierung von Teichen und Pools.