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Wichtige Aussagen von Wasseranalysen

Referat von Dr. Holger Kraus: NaturaGart-Messe 2019 - Teil 2

Durch Wasseranalysen kann man sehen, wie sich Probleme über die Zeit aufbauen. Oft sind es Details, die sich ungünstig auswirken können.

Einführung: Beratungsdienst und Wasseranalysen

NaturaGart bietet einen Beratungsdienst für Teiche an. Für einen Vortrag auf der Teich-Natur- und Gartenmesse im NaturaGart-Park hat der Biologe Dr. Holger Kraus etwa 200 typische Wasseranalysen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen klar, wie typische Teichprobleme entstehen.

Nährstoffüberschuss und Ammonium

Eines der häufigsten Probleme ist ein Nährstoffüberschuss. Haben Sie keine Analyse, lässt sich dieser oft nicht erkennen. Wenn schon das Trinkwasser einen relativ hohen Nitratgehalt aufweist, funktioniert der Teich nicht vom ersten Tag an mit perfekt klarem Wasser. Dann muss man am System etwas ändern und es ein Stück weit anpassen.

Für das vergangene Jahr wurden 200 Analysen ausgewertet, bei denen alle Daten vollständig waren. Daraus entstanden die Graphen, die hier gezeigt werden.

Ammonium ist eine Stickstofffraktion, die im Wasser vorkommt. Bei rund 135 Teichen war alles vollkommen in Ordnung. Etwa 20 Teiche liegen im gelben Bereich, in dem es problematisch werden könnte. Bei 30 bis 40 Analysen stellt der Wert ein echtes Problem dar.

  • Das echte Problem ist in der Analyse meist ein sehr hoher Wert, der gegebenenfalls fischtoxisch ist.
  • Wird das Wasser einfach in einen Fischteich eingeleitet, können die Fische sterben.
  • Der Unterschied zwischen gefährlich für Fische und unproblematisch ist sehr gering. Deshalb ist eine professionelle Analyse im Partnerlabor nötig.

Ammonium, Nitrat und Brunnenwasser

Ammonium tritt besonders häufig in gestörten oder ganz jungen Teichen auf, bei Teichen mit Fischüberbesatz. Man kann sich glücklich schätzen, wenn der Wert so niedrig wie möglich ist. Deshalb ist der untere Bereich in der Grafik grün markiert.

Nitrat ist aus Trinkwasseranalysen und aus Nachrichten bekannt. Die Qualität des Grundwassers verschlechtert sich immer weiter, was auch die Qualität von Brunnenwasser beeinflusst, das man zum Befüllen des Teichs nutzen könnte. Aus Schweinegülle gelangt das Nitrat irgendwann ins Grundwasser. Es wird aufwendig gereinigt und ist als Trinkwasser geeignet, aber nicht unbedingt für den Gartenteich.

Im unteren Bereich der Grafik gibt es einen großen gelben Bereich mit sehr sauberem Wasser. Das bringt in diesem Fall allerdings nicht weiter.

Die Pflanzen im Teich sollen wachsen. Viele Kunden wünschen sich bewusst einen natürlichen Schwimm-, Fisch- oder Naturteich statt eines Swimmingpools. Pflanzen brauchen Nährstoffe. Fehlen diese vollständig, wächst nichts. Das Wasser ist dann zwar eine Zeit lang sehr klar, aber ohne Pflanzen entspricht der Teich nicht der Vorstellung der meisten Besitzer.

Nur bei einem Dutzend Analysen war der Wert wirklich zufriedenstellend. Ab einem bestimmten Punkt steigen die Werte, wie an der blauen Kurve zu sehen ist, plötzlich stark an. Diese Analysen stammen nicht aus Teichwasser, sondern aus Brunnenwasser. Manche Kunden schicken eine Brunnenwasserprobe ein, um zu prüfen, ob sich dieses Wasser für den Teich eignet. In einigen Fällen ist klar, dass es nicht geeignet ist.

Phosphor und Vielfalt der Parameter

Für Phosphor gilt Ähnliches. Die Zusammenhänge werden schnell kompliziert. Wichtig ist: Jeder Parameter muss anders behandelt werden und hat einen eigenen Einfluss.

Aus all diesen Informationen erstellt das Labor ein Gutachten. Es wird so aufbereitet, dass verständlich wird, was im Teich schiefläuft und was zu tun ist.

Baufehler: Vermörtelung und pH-Wert

Ein selten vorkommender, aber langwieriger Fehler ist ein kleiner Baufehler. Beim Vermörteln wird oberhalb der Folie eine dünne Mörtelschicht aufgetragen, um die Folie zu schützen, und dieses Verfahren hat weitere Vorteile. Wird es nach Anleitung ausgeführt, funktioniert das System sehr gut. In wenigen Fällen wird jedoch trotz Warnung an einem heißen Tag gearbeitet. Dann bindet der Mörtel falsch ab und verändert nachträglich den pH-Wert, der stark nach oben schnellt. In der blauen Kurve ist das kaum zu erkennen. In einem kleinen roten Bereich der Grafik gab es einige Fälle, in denen der pH-Wert deutlich ausgelenkt war. Deshalb wird empfohlen, die Analyse frühzeitig durchzuführen und bei jedem Schritt genau zu wissen, was man tut.

Pflegefehler: übertriebene Sauberkeit und CO2

Naturteiche müssen leben und brauchen eine Lebensgrundlage. Sie müssen altern und etwas Material ansammeln. Ein wenig Mulm und Nahrung für Pflanzen und Tiere sind notwendig, sonst funktioniert das System nicht. Wird der Teich übertrieben sauber gehalten, lässt sich dies an den Wasserwerten ablesen. Unter Umständen gibt es dann kein Kohlendioxid im Wasser.

Im Kohlendioxid ist Kohlenstoff enthalten, das Grundgerüst und der Hauptbestandteil von Pflanzen. Fehlt der Kohlenstoff, können zumindest die Unterwasserpflanzen nicht wachsen. Dann handelt es sich eher um einen Swimmingpool als um einen natürlichen Teich.

Der Teich braucht Zeit, um zu altern und Material anzusammeln. Erst dann entsteht allmählich ein biologisches Gleichgewicht. Zunächst zeigen sich ein paar Algen, dann beginnen die Pflanzen zu wachsen, und das System kann funktionieren. Wird der Teich penibel sauber gehalten, wird dieser Prozess rückgängig gemacht. Der Teich kommt dann nie ins Gleichgewicht, was am CO2-Gehalt abzulesen ist.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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