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Norbert Jorek - So sieht ideales Wasser aus

Referat: NaturaGart-Messe 2019 - Teil 1

Jeder will klares - sprich sauberes - Wasser im Teich haben. Die Farbe des Teichwassers hingegen spiegelt die im Teich vorhandene Wasserqualität nicht wider.

Einleitung: Klares Wasser und die Rolle der Farbe Blau

Fast alle Teichbauer legen Wert auf klares Wasser. Auf der anderen Seite spielt aber auch die Farbe Blau für viele eine wichtige Rolle. Beides ist für den optischen Eindruck eines Teiches entscheidend. Doch wie entsteht die ideale Farbe eines Teiches, und wie lässt sie sich beeinflussen? Das Ergebnis ist für viele überraschend.

Referat auf der NaturaGart-Messe 2019

Auf der NaturaGart-Messe 2019 beschäftigte sich NaturaGart-Geschäftsführer Norbert Jorek in einem Teil seines Referates mit dieser Frage.

Vorstellungen der Bauherren und Blau als Idealbild

Viele Bauherren haben Vorstellungen davon, wie ihr Garten- oder Schwimmteich aussehen soll. Wer im Süden türkisfarbene Lagunen gesehen hat, glaubt oft, dass das Meer blau ist. Tatsächlich ist das Meer im Regelfall nicht blau. Die tiefliegenden Stellen erscheinen eher blau-schwarz, und auch das tiefe Meer wirkt eher schwarz als blau.

Auch die Pooloptik in Hotels prägt diese Vorstellung. Pools bis etwa zehn Meter Länge sind meist blau gestaltet. Redakteure, die über Schwimmteiche berichten, lassen Fotos bisweilen mit Bildbearbeitung blau färben. Das entspricht aber nicht der Wirklichkeit: Wasser ist gar nicht blau.

Seltene Ursachen für blaues Wasser

Blaues Wasser entsteht nur unter seltenen Bedingungen. In einem Steinbruchsee, in den kalkhaltiges Wasser aus Unterwasserquellen einströmt, reflektieren feine Kalkkristalle das Sonnenlicht und erzeugen so einen blauen Effekt. Solche Gewässer sind aber extrem selten und lassen sich nicht käuflich erwerben.

Auch in tiefen Gewässern wirkt das Wasser blau, etwa im Unterwasserpark bei sieben Metern Tiefe. Das Licht, das in große Tiefen dringt, hinterlässt jedoch eher einen blau-schwarzen Eindruck.

Spiegelung des Himmels und Einfluss von Wind

Ein blauer Eindruck entsteht außerdem, wenn sich der Himmel im Teich spiegelt. Dafür muss die Wasseroberfläche jedoch völlig ruhig sein und darf nicht vom Wind bewegt werden. Sobald Wind aufkommt, ist die Spiegelung vorbei. Zudem spiegeln sich Häuser, Hecken und andere Umgebungsobjekte, und bei steilem Blick auf den Teich kann man bis auf den Grund sehen, sodass sich nichts mehr spiegelt.

Blaue Beckenfarbe durch Beschichtung statt Wasser

Eine bestellbare Lösung, mit der das Wasser blau wird, gibt es nicht. Wenn Kunden blaues Wasser wünschen, handelt es sich meist um ein gestrichenes Becken oder um eine Lösung, wie sie ein Kunde bereits umgesetzt hat. Blaue Mörtelfarbe, mit der die Panzerschicht unten eingefärbt wird, war ebenfalls im Angebot, ist aber teuer. Ein 25-Kilo-Sack kostet, wenn er ordentlich und UV-stabil sein soll, rund 1.500 Euro. Ein blau gefärbter Grund ist zudem nicht dasselbe wie blaues Wasser.

Lichtabsorption im Wasser und grünlicher Farbton

Unterwasserfilme sind blau, weil das Rot auf dem Weg nach unten verschwindet. Nach drei Metern ist das Rot vollständig verschwunden, schon nach einem halben Meter wird es merklich weniger. Bei fünf Metern Tiefe ist kein Rot mehr vorhanden.

Ein natürlich modellierter, sandfarbener Untergrund schluckt das Blau, das Rot kommt gar nicht erst am Grund an, und das Grün wird zurückgeworfen. Deshalb erscheinen klare, natürliche Teiche auf natürlichem Grund grünlich. Eine schwarze Folie dagegen schluckt sämtliches Licht, es kommt nichts zurück, weshalb sie schwarz wirkt.

Natürliche Gewässer: grün statt blau

Höhlenteiche ohne Algen sind grün, ebenso Bergseen. Auch völlig klares Wasser kann grün erscheinen, etwa wenn man Ansaugkörbe am Grund sieht. Das ist kein Algengrün, sondern die natürliche Farbwirkung. Partikel im Wasser verschwimmen das Bild zusätzlich, sodass Fische in größerer Entfernung schlechter zu erkennen sind. So sehen Teiche normalerweise aus, und Bauherren sollten mit einem grünlichen Lagunenschimmer rechnen.

Grüner Boden und Schimmer bei Mini-Schwimmteich

Ursprünglich vermutete man, dass sich der Effekt verstärken lässt, wenn der Boden grün gestaltet wird. Beim Mini-Schwimmteich zeigte sich tatsächlich eine grünliche Färbung, die jedoch nicht nur am Boden auftrat, sondern schon weiter oben im Wasser. Heute wirkt er leicht bräunlich.

Wasserqualität und Verlauf über die Jahre

Fehler beim Panzern führen zu einer anfangs stark blauen Färbung. Trocknet die dünne Mörtelschicht zu schnell aus, wirkt das Wasser für zwei, drei Wochen quietschblau. Danach sinken die Kalkkristalle auf den Boden, und das Wasser ist nicht mehr blau. Je blauer es wird, desto mehr Fehler wurden beim Einbau gemacht. Ein richtig ausgeführter Teich ist daher nicht blau oder allenfalls leicht bläulich.

Kalkschicht, Verdunstung und Panzerung

  • Tapezierfolien über die frische Mörtelschicht spannen, damit der Wind dem Gemisch nicht das Wasser entzieht.
  • Das Wasser soll mit dem Zement reagieren, aber nicht verdunsten.
  • Bei sehr windigen und sehr warmen Tagen vorsichtig sein; bei 35 Grad sollte nicht verputzt werden, das Material fällt sonst wieder herunter.
  • Bei einem Tag wie heute, mit wenig Wind, ist das unproblematisch.

Das ist Quatsch, wenn man glaubt, bei Teichen ließe sich das bei jeder Witterung umsetzen.

Im Aquarium mit Löffelstören bildete sich durch CO2-Mangel eine feine Kalkschicht, die ausflockte und herunterfiel. Nach einem Jahr zeigte sich ein grünes, klares Wasser ohne Algen. Ein Jahr später wurde das Wasser bräunlich.

Bräunliche Färbung durch Huminstoffe

Die Bräunung liegt an Futterresten, Zellulose und Seerosen. Beim Zerfall von Seerosenblättern, die nur etwa eine halbe Saison halten, entstehen Huminstoffe, die das Wasser braun färben. Bei vielen Seerosen wird der Teich kaffeebraun, bei wenigen Blättern eher bernsteinfarben, gelblich oder leicht bräunlich.

Sedimente, Pflege und UV-Lampe

Ein natürlich wirkender, mittelbrauner Boden mit Sedimentflocken bleibt von oben kaum sichtbar. Das Wasser bleibt klar und wirkt auf größere Strecken leicht grünlich. Wer den Teich einige Monate nicht pflegt und sich eine dickere Sedimentschicht bildet, stört dies optisch kaum. Blaue Kacheln am Boden dagegen wären auffällig.

Ein großes Organisationsniveau am Boden, also aufwendige Bodenstrukturen, ist wenig sinnvoll. Der Boden sollte so gestaltet sein, dass er sich leicht und gut pflegen lässt.

Bei unzureichender Pflege entsteht etwas Wassertrübung. Mit einer zusätzlichen UV-Lampe lässt sich das Wasser klären, sodass man bis zu zwölf Meter weit sehen kann. Das Wasser hat dann einen leichten grünlichen Stich. Das ist das, was realistischerweise erreichbar ist: Physik und Biologie arbeiten dann zusammen.

Realistische Wasserfarbe und Schlussfolgerung

Deshalb sollten Bauherren ihre Vorstellungen an das anpassen, was machbar ist, und nicht an das, was ihnen Bilder und Bearbeitung vorgaukeln.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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