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Der einfachste Weg zu klarem Wasser im Teich

Biologische Abläufe und Prozesse

Wer den Gartenteich naturnah baut, kann später biologische Abläufe und Prozesse bei der Wasseraufbereitung und Teichwartung nutzen.

Teich- und Gartenmesse 2016 bei NaturaGart

Im Frühjahr 2016 gab es bei NaturaGart wieder eine Teich- und Gartenmesse. Thema war die Bau- und Pflegetechnik für klares Wasser. Neben den Messeständen gab es auch ein Vortragsprogramm.

Vortrag zur naturnahen Bauweise mit Filtergraben

NaturaGart-Geschäftsführer Norbert Jorek erläutert die naturnahe Bauweise mit Hilfe eines Filtergrabens. Teichpflanzen und Algen konkurrieren dort um die Nährstoffe. Das Ergebnis ist ideales, klares Teichwasser. Es ist ein vernünftiger Lösungsweg, den Nährstoffüberschuss in Pflanzen einzubauen. Im Winter ist das allerdings kaum möglich, da sich die Pflanzen unter dem Eis zurückgezogen haben.

Nährstoffe in Pflanzen einbauen

Filtergraben im Jahresverlauf (April bis Juli)

Im Video ist ein sogenannter Filtergraben zu sehen. Die Entwicklung über das Jahr zeigt: Im April gibt es auf der linken Seite jede Menge Algen, die viele Nährstoffe einbauen. Im Juni sind deutlich weniger Algen zu sehen, und im Juli haben die Unterwasserpflanzen gewonnen. Im Teich gibt es dann keine Algen mehr.

Algen als Folge von Nährstoffüberschuss

Das Ziel ist, den Produktionsteil für Algen zu optimieren. Denn wer einen Teich hat, will keine Algen. Wo immer etwas lebt und produziert wird, fällt auch Abfall an, und den will man nicht im Teich haben. Wie in der Küche, wo man auch nur einen kleinen Abfalleimer hat und ihn gelegentlich leert, muss man deshalb etwas daneben einrichten. Dort, wo das Wasser nicht so intensiv durchströmt ist, wachsen die Algen schlechter als in einem solchen Filtergraben.

Getrennte Bauweise von Teich und Filtergraben

Das ist das übliche Konzept, das den Kunden empfohlen wird: Sie bauen einen Teich und getrennt davon einen Filtergraben. Der Teich hat an verschiedenen Stellen Ansaugpunkte am Boden. Diese treffen sich im Filtergraben, und dort strömt das Wasser durch. Die Pumpe transportiert das Wasser dann zum Beispiel zu einer Quelle oder zu einer anderen Quelle, damit sich der Teich insgesamt besser durchmischt. Die Pumpe wird vorne am Ende angesetzt, weil es so funktioniert.

Genau genommen gibt es zwei Gefäße: den Teich und den Filtergraben. Sie sind getrennt, bis auf einen Durchlass unten. Pumpt man Wasser aus dem einen Gefäß in das andere, läuft es über diese Verbindung zurück. Die Pumpe erzeugt somit im Grunde nur einen Höhenunterschied, man spricht von einem Schwerkraftsystem.

Schwerkraftsystem und Wasserführung

Am Boden des Teiches wird angesaugt, und das Wasser fließt in den Filtergraben. Steht die Pumpe, sind die Wasserstände gleich hoch. Läuft die Pumpe, wird der Wasserstand im Filtergraben etwas niedriger, sodass das Wasser überzulaufen beginnt. Dabei nimmt es das aufgewirbelte Sediment vom Teichgrund mit in den anderen Bereich.

Umsetzung bei den Teichen im Park

Fast alle Teiche im Park sind so gebaut. An verschiedenen Stellen wird angesaugt, und das Wasser fließt durch den Damm in den Filtergraben. Vorne gibt es außerdem einen Bodenfilter, danach geht es in einen Filter und von dort wieder zurück.

Der Teich, der sauber und klar sein soll, wird vom Wasseraufbereitungsteil getrennt. Der Aufbereitungsteil funktioniert besser, wenn eine gewisse Strömung vorhanden ist. Wird im Teich etwas aufgewirbelt, wird es aus dem System herausgetragen und landet in einem solchen Filtergraben.

Vegetation im Filtergraben im Frühjahr und Sommer

Wie gut das funktioniert, zeigt ein Frühjahrsfoto. Zu Beginn war zu sehen, dass kleine Algen durch den Teich schweben. Sie gelangen so in den Filtergraben. Anfang Mai ist der Zustand der Pflanzen an der Vegetation erkennbar, und im Sommer lässt sich weiterhin sehen, wie gut das System arbeitet.

Die großblättrigen, eher blaugrünen Pflanzen sind Riesenhechtkraut, das sehr gut wächst und groß werden kann. Die gelblichen Pflanzen am Rand sind dasselbe Riesenhechtkraut. Diese stehen jedoch im Hauptförderstrom, der aus dem Teich mit den Nährstoffen kommt, die er eigentlich im Überschuss hat. Die Nährstoffe wandern in den Filtergraben und werden dort von der Vegetation aufgenommen. Was in die Pflanzen eingebaut wird, steht den Algen im Teich nicht mehr zur Verfügung.

Das ist die Strategie, mit der ein Teich dauerhaft klar bleibt. Der Nährstoffüberschuss, der im System zwangsläufig entsteht, muss hinaus. Das gelingt am sinnvollsten, indem man ihn in Pflanzen einbaut und diese gelegentlich aberntet.

Entnahme von Nährstoffen durch Ernte der Unterwasserpflanzen

Bei den Unterwasserpflanzen wird zwei- bis dreimal im Jahr geerntet. Dabei werden die Filtergräben mit der Sense abgemäht, etwa auf einer Fläche von 100 Quadratmetern. Die Pflanzen können dann wieder nachwachsen. Den Blütenstaub bekommt man nicht heraus, da er zu fein ist und ohnehin schnell absinkt. Nährstoffe, die über Staub und Regen in den Teich gelangen, lassen sich auf diesem Weg nicht direkt entfernen. Man muss warten, bis sie in Pflanzen eingebaut sind, und kann sie dann im Laufe des Jahres herausholen.

Vergleich mit privaten Teichen und Fischfütterung

Das geht weit über das hinaus, was normale Kunden aus ihren Teichen holen, die meist nur einen Eimer voll entnehmen. Hinter dem Unterwasserpark stehen 35.000 Kubikmeter Wasser. Zudem werden jährlich 250 Kilo Fischfutter eingebracht, damit die großen Störe gut zurechtkommen.

Erreichte Sichtweiten im Unterwasserpark

Auch unter diesen Bedingungen erreicht man im Unterwasserpark derzeit Sichtweiten von 6 bis 8 Metern. Wer oben steht, kann ohne Probleme hinabsehen und das Ergebnis erkennen. Das funktioniert durch eine Mischung aus Filtern und vor allem Filtergräben.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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