NaturaGart Online-Shop
Favoriten

3 Tipps und das Wasser war klar

Referat NaturaGart-Messe 2018, Teil 1

2017 gab es in mehreren Foren einen öffentlichen Leistungsvergleich zur Filtertechnik. Die Wasserqualität in einem NaturaGart-Schwimmteich entsprach nicht den Vorstellungen des Kunden.

Einleitung: Teich- und Gartenmesse im NaturaGart-Park

Im März 2018 findet im NaturaGart-Park wieder die alljährliche Teich- und Gartenmesse statt. Dabei geht es immer wieder um besonders naturfreundliche und kostengünstige Ideen, um das Wasser in den Teichen klar zu bekommen. NaturaGart-Geschäftsführer Norbert Jorek schildert ein besonders interessantes Sanierungsprojekt, das in mehreren Internetforen live dokumentiert wurde – mit einem für viele überraschenden Ergebnis.

Fallbeispiel: Sanierung eines fünf Jahre alten Schwimmteichs

Hilfe aus Internetforen und Kostenvorschläge

Ein NaturaGart-Kunde hatte sich vor fünf Jahren einen Schwimmteich bauen lassen. Er bekam das Wasser nicht in den Griff und fragte in einem Koi-Forum um Hilfe. Die Daten: 100 Quadratmeter Fläche, 100 Kubikmeter Volumen, dazu ein Filtergraben mit 30 bis 35 Quadratmetern und etwa 15 Kubikmetern Wasser. Der Teich funktioniere nicht, die Bodensicht sei ein Fremdwort, das System nur noch Bastelei. Er sei kein Profi und brauche Hilfe.

Die Hilfe kam in beträchtlichem Umfang: Rund 90 Kommentare schlugen alles Mögliche vor. Die meisten liefen auf teure Technik hinaus, etwa einen Filter für mehr als 5.000 Euro oder zwei Pumpen mit einem Sandfilter, dessen Stromkosten mit rund 2.750 Euro pro Jahr angegeben wurden.

Problem der anonymen Ratschläge in der Teichszene

Typisch für die Teichszene ist dabei, dass fast 100 Diskussionsbeiträge gegeben wurden und nur einer fragte, warum der Teich überhaupt grün sei. Alle anderen hatten sofort Lösungen parat, ohne die Ursache zu klären. Das ist ein grundsätzliches strategisches Problem in der Szene.

Viele Anfänger haben noch keinen Tropfen Wasser im eigenen Teich, schreiben aber in Foren zahlreiche Beiträge darüber, wie man Teiche baut. Einer dieser Nutzer kam auf 933 Beiträge; ihn hat Norbert Jorek schließlich aus dem eigenen Forum entfernt. Die Empfehlungen werden teils illegal, denn es gibt VDE-Richtlinien, die man einhalten muss. Wer anonym Ratschläge gibt, haftet für nichts, und oft wird nicht einmal nach dem eigentlichen Problem gefragt.

Live-Problemlösung und Maßnahmen am Teich

Hinzu kommen Influencer, die für Empfehlungen bezahlt werden, und verkappte Händler, die sich als freundliche Berater geben. In anonymen Medien zeigen sich zudem oft sinnlose Aggressionen, wenn Diskussionen unter die Gürtellinie gehen.

Jorek trat im Forum mit Klarnamen auf und bot eine Live-Problemlösung an. Der Teichbesitzer verpflichtete sich, die Vorgaben umzusetzen, in den Foren zu berichten und Fotos zu schicken. Dafür stand die Spanne von 3.000 Euro als billigste bis 5.000 Euro als wahrscheinlichste Lösung im Raum. Der Besitzer ging darauf ein, und die Arbeiten begannen.

Wasseranalyse, Phosphatabsorber und Kurzschlussstrecke

Am Anfang stand eine Wasseranalyse. Sie ergab etwas zu viel Phosphat, was im Erwartungsbereich lag. Die Lösung war ein Phosphatabsorber aus einem Eisengemisch, der bei Nachfüllwasser mit Phosphat etwa 10 Euro pro Jahr kostet.

Das größere Problem war eine Kurzschlussstrecke: Die Ansaugstelle lag zu nah an der Einleitung. Dadurch lief dasselbe Wasser immer wieder durch den Filter, mehrfach am Tag. Die Ansaugung und die Einleitung wurden getrennt, was nur zwei Minuten dauerte.

Sedimentproblem am Filtergraben und Lösung mit KG-Bogen

Ein weiteres Problem betraf den Filtergraben. Eine Sedimentfahne strömte mit etwa 12,5 Zentimetern pro Sekunde hindurch, sodass sich nichts absetzen konnte. Der Schmutz gelangte bis zur Ansaugstelle und belastete den Filter unnötig. Die Lösung war ein KG-Bogen (100er) als Einlauf, der das Wasser nach oben verteilt und langsam auf die andere Seite leitet. Das dauerte keine Woche, und danach konnten sich auch die Pflanzen wieder entwickeln.

Ein gewisses Maß an Sediment ist normal, so wie Staub auf der Terrasse oder Gras auf dem Rasen. Entscheidend ist, dass man bis auf den Grund sehen kann. Die Kosten lagen am Ende nicht bei 5.000 Euro, sondern bei 1,50 Euro.

Ergebnis: Klares Wasser und realistische Sichtweite

Schwimmteiche werden sehr schnell dauerhaft klar, wenn man es richtig macht. Für die meisten reicht es, bis auf den Boden sehen zu können. Die Sicht ist durch Spiegelung an der Oberfläche und durch Wellen eingeschränkt, nicht allein durch das Wasser. Wer zehn Meter weit durch den Teich sehen will, braucht mehr Filtertechnik; für den Standardkunden genügt aber das, was die Fotos zeigten.

Kosten, Biofilter und rechtliche Hinweise

Ein weiteres Problem: Andere Kunden hörten von dem Forenbeitrag mit 933 Beiträgen, dass ein Projekt seit drei Jahren nicht fertig sei und viel Geld gekostet habe. Dadurch entstand Angst, obwohl sich das Projekt in 14 Tagen für einen Bruchteil der Kosten hätte umsetzen lassen. Solche Beispiele schrecken ab.

Viele aufwendige Superfilter sind sinnlos, wenn kaum Nährstoffe vorhanden sind. Stickstoffverbindungen, die zum Teil giftig sind und in das relativ ungiftige Nitrat umgewandelt werden müssen, fehlen in 60 Prozent der Teiche fast völlig. In den übrigen Teichen liegen die Werte bei etwa zehn Prozent des Trinkwassergrenzwerts. Wer aus fast nichts gar nichts machen will, gibt schnell 3.000 bis 5.000 Euro aus, ohne die Frage zu stellen, was der Filter eigentlich tun soll.

Filtergräben mit wenigen Unterwasserpflanzen zeigen, wie sinnlos manche Technik ist, weil diese Komponenten keine Aufgabe übernehmen können. Auch hier gilt: Erst die Lage klären, dann handeln.

Grundsatz: Zuerst die Lage klären

Die erste Position einer klaren Wasserstrategie lautet: Zuerst prüfen, was überhaupt los ist. Niemand würde beim Autohändler eine Reparatur für 5.000 Euro akzeptieren, ohne dass das Fahrzeug angeschaut wurde. Warum das bei Teichen dauernd passiert, ist die Frage, die im weiteren Verlauf des Vortrags beantwortet werden soll – unter anderem anhand typischer Erscheinungsformen wie grünem oder braunem Wasser.

Ausblick auf typische Teichfarben

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

→ Weitere Videos entdecken