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Grundsatzentscheidungen beim Teichbau

Was Sie für einen pflegeleichten Teich beachten sollten

Dieses Video zeigt, welche Grundsatzentscheidungen beim Teichbau frühzeitig getroffen werden müssen, damit der Teich pflegeleicht bleibt und teure Nachrüstungen vermieden werden.

Einleitung: Messetermin und Thema Teichplanung

Im September 2015 gab es einen Messetermin im NaturaGart-Park in Ibbenbüren. Bei diesen Veranstaltungen geht es um viele Natur- und Gartenthemen, schwerpunktmäßig allerdings um Teichbau. Das aktuelle Leitthema war diesmal die Planung von Teichen. NaturaGart-Geschäftsführer Norbert Jorek zeigte im ersten Teil seines Referates, welche Grundsatzentscheidungen frühzeitig getroffen werden müssen.

Grundsatzentscheidung: Nutzung als Schwimm- oder Fischteich

Sie müssen die Nutzung entscheiden, wenn Sie einen solchen Teich bauen wollen. Oft wird die Frage, ob es ein Schwimmteich oder ein Fischteich werden soll, zunächst relativiert: vielleicht mal ein bisschen rein, vielleicht ein paar kleine Fische. Man kann aber nicht regeln, dass sich die Fische nicht vermehren. Deshalb muss man eine Richtung festlegen. Die Richtungen zwischen Schwimmteich und Fischteich unterscheiden sich kaum. Naturteiche sind davon getrennt deutlich anders.

Naturteiche und Unterschiede zu Schwimm- und Fischteichen

Der Grund für den Unterschied liegt in dem, was auf dem Wasser zu sehen ist: Blätter fallen hinein, auch außerhalb der Laubzeit, und sammeln sich am Boden. Dort entstehen abgebaute Blätter und Bakterienflocken. Kleine Algen wachsen fädig und bilden Teppiche. Sie produzieren Sauerstoff, der sich in den Fäden sammelt; Sedimentstücke lösen sich und steigen auf. Über 90 Prozent aller Teichprobleme fangen unten am Boden mit dem Sediment an.

Sediment am Teichboden als Ursache von Problemen

Ein Teich mit klarem Wasser und Sichtweiten von sechs, sieben Metern ist im Süßwasser möglich; mehr ist meist nicht zu erreichen. Ein solcher Teich läuft mit 45 Watt statt mit einer 2,5-kW-Sandfilterdruckpumpe und braucht kein Chlor. Das gelingt mit minimalem Energieeinsatz, aber nur durch Vorausplanung: Sedimentfallen sorgen dafür, dass das Sediment, das unten ankommt, kontinuierlich abgesaugt wird.

Pflegeaufwand von Naturteichlösungen

Bei Naturteichen stellt sich diese Frage kaum. Ein Laubschutznetz hilft, einzelne Blätter und Blütenstaub lassen sich aber nicht verhindern. Das Sediment wächst über die Jahre an: Nach etwa zehn Jahren kann ein Drittel entfernt werden, nach zwölf Jahren vielleicht noch ein Drittel, bis das Sediment irgendwann ganz raus ist. Alternativ wird der ganze Teich ausgeräumt, was die Tiere im Teich nicht gut vertragen. Solche Naturteichlösungen sind daher oft eine Scheinlösung: Sie sparen zwar Arbeit, der Aufwand liegt aber trotzdem bei ein bis zwei Minuten pro Quadratmeter und Jahr.

Eine vergleichbare Rasenfläche braucht umgerechnet pro Quadratmeter mindestens das Zehnfache an Zeit. Auch Rasen und Fichten am Grundstücksrand gehören zu den arbeitsintensivsten Lösungen, die man sich vorstellen kann. Der Naturteich dagegen ist sehr pflegeleicht.

Filtergraben am Maxi-Schwimmteich

Bei sehr großen Naturteichen, wie bei Schwimm- und Fischteichen, macht ein Filtergraben Sinn. Im Maxi-Schwimmteich im Park sind die Sedimentfallen am Grund über Leitungen mit dem Filtergraben verbunden. Der Nährstoffpudding wird angesaugt und fließt in den Filtergraben. In der Mitte wachsen breitblättrige, hohe Pflanzen des Riesenhechtkrauts, die dauerhaft Nahrung bekommen, weil der Hauptströmungskanal mit dem Sedimentpudding dort vorbeiführt. Die kleinen Pflanzen am Rand mit schmalen gelben Blättern sind dieselbe Art; sie dienen als Reserve und breiten sich im Laufe der Jahre seitlich aus, wenn die Mitte nicht mehr ausreicht.

Planungsentscheidung: Sedimentfallen und Leitungen

Man muss festlegen, ob man ein solches System haben möchte. Man kann sich eine Zeit lang darum herumdrücken, legt sich dann aber selbst hinein. Eine Sedimentfalle lässt sich hinterher kaum nachrüsten. Saugkörbe können eingebaut werden, lassen sich aber nicht automatisch sauber spülen. Bei der Sedimentfalle wird über einen Wasserhahn an Land ein feiner Wasserstrahl nach unten geleitet, der das Material aufwirbelt und in den Filtergraben transportiert. Das lässt sich nachträglich nicht mehr einbauen.

  • Die Leitungen zum Filtergraben sollten im Vorfeld geplant werden, am besten in einer kleinen Rinne, die sich am Teichboden hochzieht.
  • Darüber kommen Folie oder Verbundmatte, dann bleibt der Boden glatt.
  • Nachträglich verlegte Leitungen würden am Boden liegen und zum Beispiel einen Poolroboter behindern.
  • Ein Filtergraben lässt sich nachrüsten, ist aber aufwendiger.
  • Filtertechnik kann man nachrüsten, sollte dafür aber den Platz einplanen.

Kosten und Arbeitszeit bei späterem Nachrüsten

Entscheidungen müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt fallen; wer sich nicht entscheidet, dem wird die Entscheidung abgenommen. Investitionskosten sind ein Kriterium, doch ein Filtergraben kostet im Verhältnis zu den Alternativen, die man nachrüsten müsste, nur etwa 10 bis 20 Prozent. Man spart also kaum, wenn man darauf verzichtet. Nachrüsten bedeutet außerdem ein Vielfaches an Arbeitszeit gegenüber dem Neubau. Deshalb sollte man sorgfältig prüfen, ob ein „Das können wir später noch machen“ an der jeweiligen Stelle eine gute Idee ist.

Ufergestaltung und Arbeitsaufwand beim Filtergraben

Ein beträchtlicher Teil des Aufwands liegt im sauberen Befestigen der Folie am Ufer, nicht im Verlegen selbst. Man rechnet mit etwa einer Stunde pro Meter Uferlänge. Ist alles einmal gebaut, fallen oft noch einmal rund 20 Stunden an. Baut man Teich und Filtergraben in einem Arbeitsschritt, lässt sich die Folie in einem Stück über den Trenndamm ziehen, und es muss kaum etwas geregelt werden. Das spart dramatisch Arbeitszeit.

Dekorative und funktionale Entscheidungen im Vergleich

Dekoentscheidungen, etwa einen Stein am Ufer oder eine Gipsfigur, kann man verschieben. Funktionen, die das Gewässer möglichst selbst reinigen, sollte man dagegen nicht aufschieben: Man spart dabei fast kein Geld, aber viel Arbeitszeit, und die Nachrüstung wird in der Regel deutlich teurer.

Grundsatzentscheidungen beim Teichbau frühzeitig treffen

Ein Gartenteich ist ein Naturparadies zum Entspannen, braucht aber auch eine durchdachte Planung. Bereits in der frühen Phase müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, damit der Teich pflegeleicht bleibt, die Wasserqualität stabil ist und spätere Nachrüstungen vermieden werden.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Bodensediment. Es entsteht aus Blättern, Zweigen und anderen organischen Partikeln, die auf den Teichgrund sinken und dort vermodern. Dadurch werden Nährstoffe freigesetzt, die Algen fördern und langfristig die Stabilität des gesamten Systems gefährden.

Mehr als 90 Prozent aller Teichprobleme beginnen beim Boden-Sediment. Darum ist es wichtig, sich frühzeitig für einen Teichtyp zu entscheiden und die passende Strategie für Pflege und Wasserreinigung festzulegen. Mehr Informationen zu den unterschiedlichen Teichtypen.

Gute Planung minimiert den Wartungsaufwand

Gartenteiche werden in Naturteiche, Schwimmteiche und Fischteiche unterteilt. Diese Teichtypen unterscheiden sich nicht nur in Nutzung und Aussehen, sondern auch in der Menge des entstehenden Sediments. Naturteiche verarbeiten einen Teil der Nährstoffe über Unterwasserpflanzen, während in Schwimm- und Fischteichen deutlich aktiver gereinigt werden muss.

Gerade bei Schwimmteichen und Fischteichen sollte deshalb früh eingeplant werden, wie Nährstoffe und Sedimente dauerhaft aus dem System entfernt werden.

Technik zur Teichschlammentfernung von Anfang an einplanen

Wenn der Teichtyp früh festgelegt wird, kann auch die passende Technik von Anfang an berücksichtigt werden. Dazu gehören Sedimentfallen, Leitungen und Systeme zur gezielten Absaugung des Bodens. So lassen sich überschüssige Nährstoffe mit geringem Energieeinsatz entfernen.

Eine wichtige Lösung dafür ist die Zielsaug-Technik. Ergänzend helfen Sedimentfallen und Vorfilter, den Teichgrund sauber und die Wasserqualität stabil zu halten.

Nachrüsten ist aufwendig und teuer

Viele funktionale Elemente lassen sich später nur mit hohem Aufwand ergänzen. Ein Filtergraben oder zusätzliche Technik können zwar teilweise nachgerüstet werden, doch Sedimentfallen und Leitungsführungen sollten möglichst direkt beim Bau eingeplant werden.

Eine vorausschauende Planung spart deshalb nicht nur Arbeitszeit, sondern senkt oft auch die Gesamtkosten des Projekts erheblich.

Wenn Sie Fragen zur optimalen Planung haben, hilft NaturaGart mit Erfahrung und Systemwissen weiter: Beratung für Teiche.

FAQ zu Grundsatzentscheidungen beim Teichbau

Warum muss der Teichtyp früh festgelegt werden?

Weil sich Naturteich, Schwimmteich und Fischteich deutlich in Nutzung, Wartungsaufwand und Technik unterscheiden. Wer sich früh entscheidet, kann den Teich passend planen und spätere Nachrüstungen vermeiden.


Warum ist das Bodensediment beim Teich so wichtig?

Im Bodensediment sammeln sich organische Partikel und Nährstoffe. Werden diese nicht rechtzeitig entfernt, entstehen Algenprobleme, Trübungen und langfristig eine Verschlechterung der Wasserqualität.


Kann man Sedimentfallen später nachrüsten?

Nur sehr eingeschränkt. Sedimentfallen und die dazugehörigen Leitungen sollten möglichst direkt beim Bau eingeplant werden, weil eine spätere Nachrüstung deutlich aufwendiger ist.


Was bringt ein Filtergraben beim Teichbau?

Ein Filtergraben hilft dabei, Nährstoffe aus dem Wasser zu entfernen und das System stabiler zu machen. Besonders bei größeren Naturteichen sowie bei Schwimm- und Fischteichen ist das sinnvoll.


Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

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