Eigenschaften von Teichfolien
Vier Zahlen entscheiden, wie lange eine Teichfolie hält
Wer sie vergleichen will, braucht sie erst einmal - und genau daran fehlt es oft. Manche Angebote nennen keine technischen Daten, andere werben mit Zusagen, die kein Kunststoff einhalten kann: "100 % UV-stabil" etwa gibt es nicht. Jeder Kunststoff altert unter UV-Licht, die Frage ist nur, wie schnell.
Bei NaturaGart waren wir dabei, als die Rezeptur im Labor getestet wurde. Wir kennen die Maschinen, auf denen unsere Folien produziert werden, und wir veröffentlichen die Messwerte. Auf dieser Seite steht, was sie bedeuten.
Teichfolien sehen im Neuzustand alle ähnlich aus. Was sie unterscheidet, steht in den technischen Daten: Zugfestigkeit, Reißdehnung, Weiterreißwiderstand und Kälte-Knickfestigkeit. Diese vier Werte entscheiden, ob eine Folie nach fünfzehn Jahren noch elastisch ist oder an der ersten Kante bricht.
Was NaturaGart offenlegt
Die Zugfestigkeit beschreibt die Kraft, die zum Zerreißen der Teichfolie erforderlich wird
Frage: Wieviel Kraft muss man aufwenden, um die Folie zu zerreißen?
Bei guten Folien wächst der Widerstand bei der Dehnung immer mehr an. Ein Spagat: Einerseits sollen die Folien flexibel und dehnfähig sein - dann sollen sie aber auch viel aushalten.
Die Reißdehnung beschreibt das Maß der Dehnung bis die Teichfolie reißt
Frage: Um wieviel Prozent kann man die Folie auseinander ziehen, bevor sie reißt?
Die höchsten Werte erreichen PE und PP, danach folgen gute PVC-Folien. Im Vergleichsfoto ist ein 6-mm-Loch auf fast 35 mm gedehnt, ohne zu reißen.
Das ist der Wert, der zählt, wenn sich der Untergrund setzt oder ein Stein von unten drückt. Welches Material für welchen Teich passt, steht auf Teichfolien-Qualitäten.
Der Weiterreiß-Widerstand begrenzt einen eventuell entstehenden Schaden an der Teichfolie
Wenn Sie eine EPDM-Folie seitlich mit der Schere etwas einschneiden, können Sie sie zwischen den Fingern zerreißen. Bei einer guten PVC-Folie können Sie das nicht. Die dafür erforderliche Kraft ist sehr unterschiedlich.
Die Kälte-Knickfestigkeit entscheidet fast immer über die Lebensdauer der Teichfolie
Frage: Bei welcher Minus-Temperatur bricht eine Folie an der Knickstelle?
Der Wert sinkt im Laufe der Jahre Richtung Nullpunkt: Die Kunststoffe werden spröder - je langsamer, desto besser. Die Kälte-Knickfestigkeit ist das Maß dafür, und sie steht in unseren technischen Daten.
Alle Bestandteile einer Teichfolie müssen bei höheren Temperaturen lange vermischt werden
Eine sorgfältige Verarbeitung kostet Zeit und Energie - aber nur so binden sich die Weichmacher fest an die Folie. Wird schneller und kühler gemischt, fühlt sich die Folie am Anfang gleichwertig an und altert doch deutlich schneller.
Von aussen ist das nicht zu erkennen. Fragen Sie deshalb nach der Kälte-Knickfestigkeit: Sie ist der Wert, an dem sich eine sorgfältig gemischte Rezeptur später zeigt.
Mehrlagige Folien sind auch Teil eines Sicherheits-Konzeptes
Welcher Weichmacher ist drin?
Weichmacher sind nicht chemisch an das PVC gebunden und können die Folie im Laufe der Jahre verlassen. Wie stark, hängt vom Molekül ab: Große, polymere Moleküle bleiben besser in der Folie als kleine.
Was das für die Rezeptur bedeutet, steht ausführlich auf Teichfolien ohne Phthalate.
Enthält die Folie Recyclingmaterial?
Recyclat ist nicht grundsätzlich schlechter - aber seine Zusammensetzung ist nur so gut wie ihre Dokumentation. Wo die Herkunft des Mahlguts nicht belegt ist, lässt sich weder die Haltbarkeit abschätzen noch ausschließen, dass das Ausgangsprodukt Zusätze enthielt, die in einem Teich nichts zu suchen haben.
Die Frage lautet deshalb nicht "mit oder ohne Recyclat", sondern: Ist der Anteil ausgewiesen und die Herkunft dokumentiert?
Wie hoch ist der Füllstoffanteil?
Kreide und Russ sind deutlich billiger als der Kunststoff selbst - nach unserer Einkaufserfahrung um ein Vielfaches. Wer den Füllstoffanteil erhöht, senkt den Materialpreis, ohne dass die Folie im Neuzustand anders aussieht oder sich anders anfühlt.
Bemerkbar macht es sich erst, wenn die Folie früher brüchig wird. Dann steht dem gesparten Betrag eine zweite Folie samt Einbau gegenüber.
Sind die technischen Daten vollständig - und passen sie zum Produkt?
Prüfen Sie dreierlei: Sind Zugfestigkeit, Reißdehnung, Weiterreißwiderstand und Kälte-Knickfestigkeit überhaupt angegeben? Bezieht sich eine genannte Norm auf Teichfolien oder auf ein anderes Produkt? Und steht bei der Folienstärke eine Toleranz?
Wo die Werte fehlen, lässt sich ein Preis nicht einordnen - dann vergleicht man Quadratmeter mit Quadratmetern und sonst nichts.
Häufige Fragen
Welche Werte sollten in einem Teichfolien-Datenblatt stehen?
Zugfestigkeit, Reißdehnung, Weiterreißwiderstand und Kälte-Knickfestigkeit. Dazu die Folienstärke mit Toleranzangabe. Fehlen diese Werte, lässt sich eine Folie nicht mit einer anderen vergleichen.
Was bedeutet die Kälte-Knickfestigkeit?
Sie gibt an, bei welcher Minustemperatur eine Folie an der Knickstelle bricht. Der Wert verschlechtert sich im Laufe der Jahre - je langsamer, desto länger bleibt die Folie elastisch.
Gibt es Teichfolien, die zu 100 % UV-stabil sind?
Nein. Jeder Kunststoff altert unter UV-Licht. Zusätze können das verzögern, aber nicht verhindern. Wer den Rand einer Folie abdeckt, erreicht mehr als jeder UV-Zusatz.
Warum reißt eine EPDM-Folie leichter weiter als eine PVC-Folie?
Das beschreibt der Weiterreißwiderstand. Ein seitlicher Einschnitt lässt sich bei EPDM oft zwischen den Fingern aufreißen, bei einer guten PVC-Folie nicht. Der Wert bestimmt, ob aus einer kleinen Beschädigung ein großes Loch wird.
Woran erkenne ich eine billig gerechnete Teichfolie?
Nicht am Aussehen - im Neuzustand sehen die meisten Folien gleich aus. Aufschluss geben vier Fragen: Welcher Weichmacher ist drin, wie hoch ist der Recyclinganteil, wie hoch der Füllstoffanteil, und sind die technischen Daten vollständig?