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Wenn Insekten EPDM-Teichfolien beschädigen

Köcherfliegenlarven beißen Löcher - ein dokumentiertes Schadensrisiko

Ein Kunde hatte Dutzende Löcher in seiner EPDM-Teichfolie. Das Schadensbild passt zu dem, was von anderen Teichen, von einem EPDM-Hersteller und aus einem Schadensersatzprozess in den Niederlanden bekannt ist: Fraß durch Insektenlarven. Öffentlich zugängliche Fotos solcher Schäden haben wir bisher nicht gefunden. Unsere Aufnahmen sehen Sie hier:
Wenn Insekten EPDM-Teichfolien beschädigen
Typischer Insektenfraß-Schaden an einer EPDM-Teichfolie, Lochlänge 35 mm. Die Nagespuren sind für Mäuse viel zu klein.

NaturaGart-Vorteil: Was wir stattdessen tun

Kein EPDM für Teiche im Sortiment
Entscheidung offen begründet und belegt
PVC-Teichfolien mit dokumentierter Rezeptur
PVC Premium PLUS: Phthalatfrei mit polymerem Weichmacher
PVC Premium PLUS: Kältefest ab minus 45 Grad
Beratung vor dem Kauf
EPDM weiterhin als Dachfolie

EPDM-Teichfolien: Leckagen durch Insektenfraß

EPDM wird für die Abdichtung eines Teiches oft empfohlen. Allerdings gibt es auch von EPDM etliche unterschiedliche Varianten. Die angebotenen Folien unterscheiden sich entsprechend hinsichtlich Rezeptur, Dicke und Eigenschaften.

Fragen zur chemischen Umweltverträglichkeit, insbesondere der problematischen Benzothizole, behandele ich hier bewusst nicht. Das ist noch Gegenstand laufender Untersuchungen.

Aktuell gibt es Problemlagen, die die Funktionalität der EPDM-Abdichtung auch völlig unabhängig davon insgesamt in Frage stellen können: Bei EPDM-Teichfolien sind Schäden durch im Wasser lebende Insektenlarven dokumentiert. Die Folie wird dann undicht und der Teich verliert Wasser.

Als Verursacher solcher Schäden werden verschiedene Insektenlarven genannt. Besonders gut dokumentiert sind Schäden durch Köcherfliegenlarven. Sie gehören in Mitteleuropa zu den weit verbreiteten Bewohnern stehender und fließender Gewässer. [5] Viele Arten bauen dort schützende Köcher bzw. Gehäuse und verwenden dafür Materialien aus ihrer Umgebung, typischerweise Sandkörner oder Pflanzenteile.

Ein EPDM-Hersteller beschreibt inzwischen selbst einen möglichen Mechanismus: Ecolan weist darauf hin, dass Köcherfliegenlarven Material für ihren Köcher aus der Umgebung verwenden und unter bestimmten Bedingungen Stücke aus der Teichfolie herausbeißen können. Dadurch können Leckagen entstehen. [2]

Warum die Larven EPDM beschädigen und welche biologische Funktion dieses Verhalten hat, ist allerdings für die Gebrauchstauglichkeit der Folie letztlich zweitrangig. Sie wird dadurch undicht und das wiederum kann Schadensersatzforderungen auslösen.

Hier sieht man, wie die Löcher entstehen. Auf der rechten Seite gibt es einen oberflächlichen Abtrag, der links dann zu einem Loch erweitert wurde.

Wenn Köcherfliegenlarven eine Teichfolie perforieren

Der Gerichtshof 's-Hertogenbosch in den Niederlanden beschäftigte sich 2020 mit einem besonders gut dokumentierten Fall: Ein Fachunternehmen hatte Anfang 2015 einen Fischteich gebaut und dafür eine 0,7 mm starke EPDM-Teichfolie verwendet. [1]

Bereits im Juni 2016 wurde ein Wasserverlust festgestellt. Die Untersuchung ergab zahlreiche kleine Löcher entlang der gesamten Wasserlinie. Im Gerichtsverfahren wurde schließlich nicht mehr hinreichend bestritten, dass die Löcher durch Köcherfliegenlarven - niederländisch "kokerjuffers" - verursacht worden waren.

Das Gericht legte diesen Fraß deshalb als Ursache des Wasserverlustes zugrunde.

Interessant ist ein weiterer Aspekt des Falles: Nach den im Verfahren vorgetragenen Informationen waren auch andere Teiche in der Umgebung betroffen.

Andererseits erklärte ein seit mehr als 20 Jahren im Teichbau tätiger Zeuge im Verfahren, dass ihm Schäden an EPDM-Folien durch Köcherfliegenlarven bis dahin unbekannt gewesen seien. Bemerkenswert ist seine weitere Aussage: Hätte er das damals gewusst, hätte er den Kunden anders beraten. Mit seinem heutigen Wissen verwende er inzwischen anderes Material.

Entscheidend für die Ablehnung der Schadensersatzforderung war, dass nicht nachgewiesen werden konnte, dass dieses Schadensrisiko zum Zeitpunkt des Teichbaus in der Branche bekannt war.

Interessant ist daher die Frage, wie derselbe Sachverhalt heute beurteilt würde, denn inzwischen gab es so viele Schäden, dass die Folienhersteller in ihren Geschäftsbedingungen eine Haftung für Insektenschäden ausdrücklich ausschließen.

Ähnlicher Fall: Die Folie (links oben) war zernagt worden. Die defekte Stelle wurde mit einem "Gummi-Reparaturstoff" überstrichen. Damit hat man wohl sehr genau die Geschmackslage der Larven getroffen.

Wenn neue Risiken zu Grundwissen werden

Für die Entscheidung des niederländischen Gerichts war der damalige Kenntnisstand von erheblicher Bedeutung.

Das Gericht stellte ausdrücklich fest, dass die rechtliche Beurteilung anders ausfallen könnte, wenn der Teichbauer wusste oder vernünftigerweise hätte wissen müssen, dass Köcherfliegenlarven in der betreffenden Umgebung vorkommen und die verwendete Folie beschädigen können, und er seinen Kunden vor diesem Risiko nicht gewarnt hätte.

Genau das konnte für das Jahr 2015 nicht nachgewiesen werden.

Seitdem sind weitere Jahre vergangen. Es gibt veröffentlichte Schadensberichte, Informationen aus der Teichbranche und das veröffentlichte Gerichtsurteil selbst. Hinzu kommt, dass die Garantiebedingungen von EPDM-Herstellern Schäden durch Insekten und Tiere ausdrücklich berücksichtigen.

So schließt beispielsweise die Garantie für Firestone PondGard Lecks oder Defekte aus, die durch "insects, or animals" verursacht werden. [3] [4]

Wer dann im konkreten Schadensfall rechtlich haftet, wird für Händler, Planer und Teichbauer zu einer entscheidenden Frage, denn dabei wäre zu prüfen:

Kann ein Fachunternehmen heute noch davon ausgehen, dass das Risiko von Insektenschäden an EPDM-Teichfolien unbekannt ist?

Gerade diese Frage war für das niederländische Gericht von Bedeutung.

Wer einem nicht sachkundigen Kunden eine bestimmte Folie für den Bau eines dauerhaft wasserdichten Teiches empfiehlt, sollte aus unserer Sicht ein bekanntes Risiko berücksichtigen, das genau diese Wasserdichtigkeit beeinträchtigen kann.

Ob daraus im konkreten Einzelfall eine Aufklärungs- oder Warnpflicht und bei deren Verletzung ein Schadensersatzanspruch entsteht, hängt vom jeweiligen Vertrag und vom anwendbaren Recht ab.

Solche juristischen Fragen ändern für den Kunden aber erst einmal nichts an seinen praktischen Problemen mit einem undichten Teich.

Deshalb verkauft NaturaGart keine EPDM-Folien für Teiche

Ein Teichbesitzer kann nicht ernsthaft Einfluss darauf nehmen, ob sich Köcherfliegen oder andere Insekten während der jahrzehntelangen Nutzungszeit in seinem Teich ansiedeln. Auch die Empfehlung, deren Bestand mit Fischen zu reduzieren [2], ist für Schwimm- und Naturteiche keine Option - besonders wenn verbotene invasive Arten wie Sonnenbarsche dafür empfohlen werden.

Für NaturaGart ist entscheidend, dass eine Teichabdichtung über möglichst viele Jahre zuverlässig wasserdicht bleibt.

Bei EPDM-Teichfolien ist inzwischen ein besonderes Schadensrisiko durch Insektenlarven dokumentiert. Ob daraus im Einzelfall rechtliche Ansprüche entstehen, hängt von den Umständen und vom anwendbaren Recht ab.

Deshalb hat NaturaGart entschieden, für Teiche keine EPDM-Folien anzubieten.

Quellen

[1] Gerechtshof 's-Hertogenbosch, Urteil vom 20.10.2020, ECLI:NL:GHSHE:2020:3234. Der zentrale Beleg dieses Beitrags: 0,7-mm-EPDM, Löcher entlang der Wasserlinie, Köcherfliegen als Ursache, andere betroffene Teiche, damaliger Branchenkenntnisstand und die Aussage des langjährigen Teichbauers.
Urteil ECLI:NL:GHSHE:2020:3234

[2] Ecolan - "Waar op te letten". Besonders wertvoll, weil ein EPDM-Hersteller selbst Köcherfliegen ausdrücklich als Schadensverursacher nennt und beschreibt, dass die Larven Folienstücke abbeißen können.
Ecolan: Hinweise zu Köcherfliegen und EPDM-Teichen

[3] Aktuelle PondGard-Garantie 2025, Elevate/Amrize. Offizielles Garantiedokument; Insekten- und Tierschäden ausdrücklich ausgeschlossen.
PondGard 20 Year Limited Warranty

[4] Historische Firestone-PondGard-Garantie ab 15. April 2015. Besonders interessant für die historische Einordnung: Bereits damals wurden Schäden durch Insekten oder Tiere ausgeschlossen.

[5] Pitsch, TU Berlin: Köcherfliegenökologie. Wissenschaftliche Grundlage dafür, dass Köcherfliegenlarven einen bedeutenden Teil der Fauna fast aller fließenden und stehenden Gewässer bilden.
TU Berlin: Larvaltaxonomie, Faunistik und Ökologie mitteleuropäischer Köcherfliegen

Häufige Fragen zu Insektenschäden an Teichfolien

Können Insekten eine Teichfolie beschädigen?

Bei EPDM-Teichfolien sind solche Schäden dokumentiert. Verursacher sind im Wasser lebende Insektenlarven, besonders gut belegt sind Köcherfliegenlarven. Viele Arten bauen schützende Köcher aus Material ihrer Umgebung; ein EPDM-Hersteller beschreibt selbst, dass sie dabei unter bestimmten Bedingungen Stücke aus der Teichfolie herausbeißen können. Die Folie wird dadurch undicht und der Teich verliert Wasser.


Wie sehen Fraßschäden an einer Teichfolie aus?

Als kleine Löcher, häufig entlang der Wasserlinie. Typisch ist ein zweistufiges Bild: An einer Stelle nur ein oberflächlicher Abtrag, daneben ein durchgehendes Loch, das daraus entstanden ist. Die Nagespuren sind deutlich kleiner als bei Mäusen - im dokumentierten Fall lag die Lochlänge bei 35 mm.


Was hat ein Gericht dazu entschieden?

Der Gerichtshof 's-Hertogenbosch entschied 2020 über einen Fischteich, der 2015 mit 0,7 mm starker EPDM-Folie gebaut worden war. Ab Juni 2016 verlor er Wasser; es fanden sich zahlreiche kleine Löcher entlang der Wasserlinie. Dass Köcherfliegenlarven sie verursacht hatten, wurde im Verfahren nicht mehr hinreichend bestritten. Die Schadensersatzforderung scheiterte dennoch - weil nicht nachgewiesen werden konnte, dass dieses Risiko 2015 in der Branche bekannt war.


Wer haftet, wenn eine Teichfolie durch Insekten undicht wird?

Das hängt vom Vertrag und vom anwendbaren Recht ab und lässt sich nicht allgemein beantworten. Zwei Punkte sind aber belegt: Das niederländische Gericht stellte ausdrücklich fest, die Beurteilung könnte anders ausfallen, wenn der Teichbauer das Risiko kannte oder hätte kennen müssen und den Kunden nicht gewarnt hat. Und EPDM-Hersteller schließen Schäden durch Insekten und Tiere in ihren Garantiebedingungen inzwischen ausdrücklich aus.


Kann man ein Fraßloch in der EPDM-Folie reparieren?

Eine Reparatur beseitigt das Loch, nicht die Ursache. In einem dokumentierten Fall wurde eine zernagte Stelle mit einem Gummi-Reparaturstoff überstrichen - und genau dort wurde erneut gefressen. Solange die Larven im Teich leben, bleibt die Stelle gefährdet, und ein Teichbesitzer kann über Jahrzehnte kaum beeinflussen, ob sie sich ansiedeln.


Verkauft NaturaGart EPDM-Folien?

Für Teiche nicht. Entscheidend ist für uns, dass eine Teichabdichtung über viele Jahre zuverlässig dicht bleibt, und das dokumentierte Schadensrisiko durch Insektenlarven steht dem entgegen. Als Dachfolie ist EPDM weiterhin im Programm - dort spielt der Mechanismus keine Rolle, weil die Larven im Wasser leben.