NaturaGart Online-Shop
Favoriten

Teichsanierung 3: Pflanzen, Ufer

Referat über Teichrand-Pflanzen und Uferbau

Teiche sollen ein natürlich aussehendes und pflegeleichtes Ufer haben. Die Teichfolie am Rand muss geschützt werden.

Einleitung: Teichsanierung und Referat von Norbert Jorek

Die Sanierung von Gartenteichen war das Schwerpunktthema des NaturaGart-Treffs im Herbst 2014. Auf dieser Natur- und Gartenmesse wurden Teichbau und Filtertechnik gezeigt und in Vorträgen ausführlicher erläutert. Norbert Jorek berichtet im dritten Teil seines Referates über die Bepflanzung und den Bau der Ufer.

Bepflanzung und Rohrkolben als Problem

Die Bepflanzung ist für viele Teichbesitzer ein Problem. Oft gibt es einen vorrückenden Rohrkolbenbestand, der jedes Jahr ein bis zwei Meter weiter in den Teich drückt. Alle paar Jahre müssen die Besitzer hinein und diese Rohrkolbenfront zurückklopfen. Der Rohrkolben kann 20 bis 30 Meter pro Jahr schaffen.

Jorek hat in einem Wasservogelschutzgebiet gearbeitet, wo das genauso war. Das ist ein ganz normaler Prozess: Links liegt die freie Wasserfläche, in die viel hineinfällt. Der Boden wächst nach oben, es kommt zu Verlandungsprozessen, größere Röhrichtbestände entstehen und irgendwann ist dort ein Wald. Mit Ihrem Teich passiert das Gleiche. Es ist ein völlig natürlicher Prozess, der aber ungewollt ist. Sie können jedoch sehr schnell dahin kommen.

Sehen Sie sich das linke Bild an: Es zeigt eine Herbstaufnahme der Neuanlage eines Teiches. Das rechte Bild zeigt den Zustand, nachdem Mutterboden eingebracht wurde, etwa ein halbes Jahr später. Die Natur hat eine enorme Kraft, wenn sie richtig ins Startloch gebracht wird. Dagegen können Sie nicht anjäten.

Auf der anderen Seite: Im Park, beim ersten Teich rechts, ist das Ufer seit 15 Jahren erhalten und sieht noch so aus, wie wir es damals gebaut haben. Wir reden also darüber, dass man es auch anders machen kann.

Nährstoffversorgung und Uferpflanzen

Das hängt auch mit dem Nährstoffthema zusammen. Wenn Sie die Pflanzen so extrem mit Dünger versorgen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn sie so extrem wachsen. Ein normales Seeufer ist eigentlich ein riesiger Komposthaufen: Jede tote Fliege wird dort angespült, und alles, was auf die Wasseroberfläche gelangt, wird durch den Wind ins Ufer getrieben. Deshalb wachsen dort Pflanzen, die seit Hunderttausenden von Jahren im Luxus leben und so groß werden, dass sie nie ein Nährstoffproblem haben.

Solche Pflanzen können Sie im direkten Wasserbrandbereich nicht gebrauchen. Bei unseren Teichen wachsen gelegentlich ein paar Rohrkolben, die wir zu Demonstrationszwecken dort gesetzt haben. Bei einem anständigen Teich werden sie höchstens kniehoch, weil das Futter gar nicht reicht und der Dünger nicht ausreicht, damit sie größer werden.

Ich zeige Ihnen an einem weiteren Foto, was ich damit meine. Das Wasser ist klar und hat keine Nährstoffe. Das bedeutet aber auch: Im direkten Uferrandbereich bleiben die Pflanzen klein und mickrig. Es wächst kleines grünes Zeug, das im Regelfall auch nicht besonders gut blüht. Dahinter gibt es Sumpfcannas, die jede Menge Nährstoffe brauchen.

Ufergraben als Begrenzung des Pflanzenwuchses

Und wie bekommen wir das hin? Die Folie kommt aus dem Teich heraus, geht über eine obere Pflanzterrasse und über den Uferwall und dann wieder nach unten. Unten wird sie aber nicht einfach nur eingegraben, sondern kommt noch einmal hoch. Dadurch entsteht ein Graben außerhalb des Teiches. Dort können Sie Mutterboden einbringen und so viel düngen, wie Sie möchten. Dort wächst zum Beispiel der Rohrkolben so hoch, wie Sie ihn haben wollen, drückt aber nicht in den Teich hinein. Das ist der Hintergrund für den sehr stabilen Uferverlauf, den Sie vorne sehen.

Das hat natürlich den Preis, dass im direkten Uferrandbereich nicht viel wächst. Wenn Sie möchten, dass es an Ihrem Teich so blüht wie auf diesem Foto, müssen Sie diesen Ufergraben ein Stück breiter machen. Wenn Sie nährstoffbedürftige Pflanzen direkt in den Uferbereich setzen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn sie eingehen, denn in einem sauberen Teich können sie dort nicht gedeihen.

Auch das sehen Sie im Park. Dort haben wir den Ufergraben an manchen Stellen 5 Meter breit angelegt. Zur Blütezeit der Sumpfprimeln sieht es dort richtig nett aus.

Uferbau und Wasserverlust durch Umland und Bäume

Bleiben wir noch kurz beim Uferbau. Das hier ist ein eigentlich falsch gebautes Ufer. Sie sehen, dass das Umland Wasser aus dem Teich saugt. Pro Meter Uferlänge verlieren Sie auf diese Weise in einer Stunde vier bis fünf Liter. Wenn der Boden um Ihren Teich ständig so wassergesättigt ist, begreift der dümmste Kirschbaum in 20 Metern Entfernung, dass er am Teich am einfachsten an Wasser kommt, und die Wurzeln wachsen dorthin.

Dann sieht es so aus: Im Kaffeebereich gibt es Bäume, deren Wurzeln die Mauer hochwachsen, über das Ufer gehen, in den Teich hineinwachsen und dort hängen. So saugen sie die Teiche leer. Gegen das, was solche Bäume verursachen, können Sie nicht nachfüllen, zumal das Nachgefüllte auch viel schlechter ist.

Die Folie muss irgendwo hochstehen, wie Sie es hier sehen. Wenn Sie sie zwischen Steinen einklemmen, besteht das Risiko, dass sie überwachsen wird. Und es wird immer Stellen geben, an denen nichts wächst. Dort wächst dann irgendeine Pflanze, die die Folie herunterdrückt. Wenn sie wieder unten im Boden ist, haben Sie erneut diese Erdbrücke, die Ihnen wieder Wasser herauszieht. Diese Rose hier vorne hat die Folie 10 cm weit heruntergedrückt.

Uferband und Befestigung der Folie

Wir regeln das mit einem Uferband, das wir entwickelt haben. Das können Sie sich oben zum Beispiel in der Ausstellung ansehen. Darin gibt es Schraubkanäle, in die man oben durch eine Gummilippe einklemmt. Dann wird Fließfolie, Ufermatte eingeklemmt, und Sie erhalten ein völlig stabiles Ufer, entweder lang und gerade oder ganz nach Wunsch.

Die Erdanker werden mit 2 Liter Mörtel eingebaut. Weil wir ein sehr weiches Aluminium verwenden, können wir das auch als lange, aufgerollte 7-Meter-Rolle liefern. Sie können damit auch sehr kleine Kurvenradien einbauen und erhalten trotzdem ein völlig stabiles Ufer.

Abschluss des Teichrandes und Vegetation auf der Gegenseite

Der Teich muss ein Ende haben, und Sie müssen dafür sorgen, dass die Folie in diesem Bereich senkrecht steht. Das ist eine Option, und irgendwie müssen Sie es tun. Auf der Gegenseite ist die Vegetation, die immer bereit ist, jede Lücke zu nutzen, um über irgendetwas hinwegzuwuchern und Ihnen die Folie wieder herunterzudrücken.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

→ Weitere Videos entdecken