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Teichsanierung 2: Wasserqualität

Referat über Maßnahmen für bessere Wasserqualität

In den Teich gelangen Nährstoffe, die unter Kontrolle gehalten werden müssen. Dann wird das Wasser im Teich klar.

Einleitung: Sanierung von Gartenteichen

Die Sanierung von Gartenteichen war das Schwerpunktthema des NaturaGart-Treffs im Herbst 2014. Auf dieser Natur- und Gartenmesse wurden Teichbau und Filtertechnik gezeigt und in Vorträgen ausführlicher erläutert. Norbert Jorek berichtet im zweiten Teil seines Referates über Maßnahmen für eine bessere Wasserqualität.

Algen und Wasserqualität im Teich

Wenn Wasser in den Teich eingelassen wird, entsteht fast immer eine kleine Algenblüte. Das ist völlig normal. Sie kann sehr ausgeprägt sein oder einfach nur dazu führen, dass man alles unscharf sieht.

Im nächsten Schritt entstehen kurzkettige Fadenalgen. Sie wachsen immer weiter, bis man irgendwann einen meterlangen Schal aus dem Teich ziehen kann.

Ursachen: Eintrag organischer Partikel

Es passiert, weil ständig etwas in den Teich fällt. Das passiert genauso wie auf der Terrasse. Überlegen Sie, wie oft pro Jahr Sie Ihre Terrasse fegen. Beim Teich ist es das gleiche Zeug, nur fällt es ins Wasser.

Zeitrafferaufnahmen zeigen, wie Partikel und Blütenstaub auf der Wasseroberfläche von Skimmern eingesaugt werden. Selbst bei einem dicken Algenpudding sieht man, aus welchen großen Entfernungen ein Skimmer das Material heranzieht. Es gibt deshalb keinen vernünftigen Grund, warum eine Teichoberfläche nicht sauber sein sollte. Wenn sich ständig Schmutz auf dem Wasser sammelt und man ihn nicht wie auf der Terrasse fegen kann, ist ein Skimmer eine gute Lösung.

Der Skimmer erwischt aber nicht alles. Was in den Teich fällt, liegt unten auf dem Boden. Es handelt sich um ein Gemisch aus Blättern, Blütenstaub und Algen, an denen kleine Luftbläschen hängen. Diesen Bodensatz nennt man Sediment. Er ist meist bräunlich bis gräulich und wird von Gasblasen in Bewegung gehalten. Wenn Fische oder Schwimmer das Wasser aufwirbeln, treibt das Material nach oben und sieht an der Oberfläche unschön aus.

Das gefällt keinem. Wer es ändern will, muss nicht an der Oberfläche ansetzen, sondern am Boden. 90 % aller Teichprobleme entstehen durch das Sediment am Teichboden.

Sediment am Teichboden als Hauptproblem

Kleinalgen, die dem Wasser die grünliche Farbe geben, vermehren sich stark, bis sie alle Nährstoffe aufgebraucht haben. Dann sterben sie ab, die Nährstoffe werden wieder frei und die nächste Vermehrung beginnt. Mit der Zeit nehmen diese Zyklen ab, weil ein Teil der Inhaltsstoffe im Sediment landet oder von Fadenalgen übernommen wird. Fadenalgen wachsen langsamer, weil sie längere Fäden aufbauen müssen. Unterwasserpflanzen brauchen noch mehr Zeit. Kleinalgen sind also die schnellsten, Fadenalgen kommen in einer zweiten Welle, und die Unterwasserpflanzen nehmen die Nährstoffe schließlich auf.

Wasserwechsel und Neustart als Maßnahme

Viele setzen an dieser Stelle an: Sie lassen das Wasser ab und fangen neu an. Das Wasser, das wieder eingefüllt wird, ist in der Regel deutlich schlechter als das bisherige Teichwasser. Der Vorgang beginnt deshalb nach dem Saubermachen von Neuem und lässt sich beliebig oft wiederholen. So kommt man nie in eine stabile Phase.

Am Beispiel eines Goldfischteichs wird das deutlich. Ein Naturteich unter normalen Bedingungen zeigt, dass das Sediment unten stärker anwächst. Die Fische fressen die Wasserpflanzen teilweise ab, deshalb wachsen sie nicht so gut wie im Naturteich. Die Fadenalgen nehmen dadurch etwas langsamer ab, und bei den Kleinalgen bleibt immer ein minimaler Bestand. Das Wasser ist nie richtig gut, aber auch nicht so trüb wie in der Startphase. Aufgewühltes Sediment und kleine Fische setzen immer wieder Nährstoffe frei. Die Nährstoffbasis liegt deshalb insgesamt höher, und fast immer ist das Sediment die Quelle.

Kommen in einen solchen Teich größere Kois, fressen diese die Fadenalgen und die Unterwasserpflanzen, weil Kois Vegetarier sind. Große Fische fressen mehr und scheiden mehr aus, sodass die Schlammschicht unten anwächst. Das Grundprinzip im Teich lautet: Alle Nährstoffe werden in Pflanzen eingebaut. Werden die Pflanzen gefressen, bleiben nur die kleinen Algen übrig. In einem ungefilterten, schlecht gepflegten Koi- oder Karpfenteich reicht die Sichttiefe dann nur wenige Zentimeter. Das Wasser ist grün von Algen und schwarz vom Sediment.

Mechanische Filterung mit Schäumen

Wasser lässt sich filtern. Verschiedene Schäume mit unterschiedlichen Porenweiten fangen unterschiedlich große Partikel auf. Der grobe Schaum hält die großen Partikel zurück, die mittleren und kleineren bleiben in den nächsten Schäumen hängen, und die ganz winzigen bleiben im feinsten Schaum. Das Hintereinanderschalten unterschiedlicher Porenweiten ist ein Grundprinzip der Filtertechnik. Würde nur ein feiner Schaum verwendet, würde er sich schnell zusetzen. Schlechte Filter haben nur eine Sorte Schaum und nützen deshalb wenig.

Es gibt verschiedene Filtermodule, die sich je nach Teichgröße, Fischbesatz und Problemlage zusammensetzen lassen. Steigt später der Filterbedarf, etwa wenn die Fische größer werden, lässt sich der Filter anpassen, ohne einen neuen kaufen zu müssen.

Die Filterung wirkt im Wasser. Die einzelligen Algen werden entfernt, aber der Nachschub an Nährstoffen aus neuem Blütenstaub bleibt bestehen. Dadurch wachsen winzige Mikroalgen, die durch alle Filtermedien hindurchschlüpfen und einen Grünschleier im Teich bilden. Diesen Schleier bekommt man nur mit UV-Licht weg, das die Algen abtötet und sie auf null bringt.

UV-Licht gegen Grünschleier

Die Fadenalgen sind am Boden festgewachsen und werden vom Filter nicht erfasst. Auch das Sedimentproblem lässt sich mit einem Filter allein nicht lösen.

Sedimentabsaugung im Teich

Am Teich vor der Verwaltung liegt ein Ansaugrohr am tiefsten Punkt, mit einer Ufermatte und Steinen abgedeckt. Kombiniert mit einem Filtergrabensystem wird damit Wasser abgezogen. Das Rohrende ist als Oberflächenversion ausgeführt und wächst etwas zu, der Boden bleibt aber fast sauber. Die Fische wirbeln das Sediment bis zu einem halben Meter hoch. Eine Strömung vom Wassereinlauf zu den Ansaugpunkten nimmt es mit und transportiert es aus dem Teich. Die kleinen Algen werden so herausgeholt, Fadenalgen und Unterwasserpflanzen werden meist von Fischen gefressen, und das Sediment wird abgesaugt. Das Wasser bleibt dadurch kristallklar.

Wassergelöste Nährstoffe und Stickstoffverbindungen

Trotz klaren Wassers sind die Fische am nächsten Morgen manchmal tot. Der Grund sind die wassergelösten Nährstoffe. Fische wachsen nur wenig, scheiden aber viel aus. Das meiste davon wird früher oder später wasserlöslich und gelangt in den Teich.

Für diese Vorgänge wird oft der Begriff biologische Filterung verwendet, obwohl es eigentlich etwas sehr Unbiologisches ist. Ein großer Teil der wassergelösten Stickstoffverbindungen wie Nitrat, Nitrit, Ammonium und Ammoniak entsteht aus Eiweißresten. Ein Teil davon ist sehr giftig, ein anderer in Grenzen unbedenklich. Die Kunst besteht darin, durch intensives Filtern einen Zustand zu erreichen, der auf des Messers Schneide balanciert.

Man braucht eine große Oberfläche, auf der Bakterien wachsen, und das Wasser läuft daran vorbei. Am besten wirkt ein Rieselfilter, bei dem ein Wasser-Luft-Gemisch vorbeiläuft. Dabei wird alles aufoxidiert und am Ende bleibt Nitrat übrig. Fällt jedoch die Pumpe aus, läuft der Prozess sofort rückwärts und man landet wieder im giftigen Zustand. Ein mühsam stabilisierter, einigermaßen ungiftiger Zustand ist daher kein sinnvolles strategisches Ziel.

Filtergraben mit Unterwasserpflanzen

Die Pflanzen nehmen die Masse der Nährstoffe auf. Der Vorschlag lautet, außerhalb des Teiches, wo die Fische nicht hinkommen, einen Filtergraben anzulegen. Im hinteren Bereich läuft das Wasser hinein. Dort wächst das Riesenhechtkraut üppig, in der Mitte dunkelgrün, an den Seiten gelblich-grün. Die gelblich-grünen Pflanzen erhalten noch nicht genug Nährstoffe und dienen als Reserve. Sobald mehr Nährstoffe verfügbar sind, als die großen Pflanzen aufnehmen können, springen sie sofort ein.

Der Durchlauf durch den Filtergraben entspricht damit dem Naturteichsystem. Die Unterwasservegetation nimmt die Nährstoffe auf und verschiebt das System in die gewünschte Richtung. Einzelne Algen werden abgefangen und haben im Filter keine Nahrung mehr. Die Fadenalgen werden unterdrückt, weil die Nährstoffe in den reichlich wachsenden Pflanzen eingebaut werden. Das Sediment landet im Filter, und die wassergelösten Nährstoffe gehen auf null.

Zum Vergleich: Trinkwasser darf 30 bis 50 Milligramm Nitrat pro Liter enthalten. Das Grundwasser hier hat 100 Milligramm. Das Wasser in einem solchen Teich hat null.

Das Ziel ist, dass der Teich stabil wird, weil wenig verfügbare Nährstoffe vorhanden sind. Alles, was vorhanden ist, ist in Pflanzen eingebaut. Darauf muss der Sanierungsprozess hinarbeiten.

Aufbau einer Neuanlage mit Filtergraben

Neben dem Teich liegt ein Filtergraben zur Wasserreinigung. Am Ende oder außerhalb des Filtergrabens steht in einem Schacht eine Pumpe, die das Wasser zu einer Quelle transportiert. Von dort gelangt es zurück in den Teich, und der Kreislauf schließt sich. Der Wassertransport senkt den Wasserspiegel im Filtergraben. An der Verbindungsstelle zum Teich wird das Wasser mit den Sedimentpartikeln in den Graben gesaugt.

Das Wasser kommt aus einem Sammelschacht, in dem sich mehrere Leitungen treffen. Jede Leitung lässt sich mit einem Schieber regeln. Die Leitungen führen zu den Sedimentfallen am Grund des Teiches.

Praktisch zu sehen ist dies bei einem neuen Schwimmteich, der gerade gebaut wird. Die Löcher im Boden sind die Sedimentfallen. Darunter befindet sich ein Hohlraum unterhalb eines Lochbleches. Der Schmutz fällt hindurch, und Fische und Schwimmer können ihn nicht mehr aufwirbeln. Ein Rückspülsystem wäscht den angesammelten Schmutz regelmäßig durch und transportiert ihn aus dem System.

Stabilisierung durch Ernte der Pflanzen

Es fällt ständig Blütenstaub hinein und es kommt laufend Neues hinzu. Damit das System stabil bleibt, werden die Pflanzen wie beim Bauern abgemäht. Mit dem Schnitt entnimmt man die Nährstoffe aus dem System, wie es bei einer Kulturfläche geschieht. Gezeigt wurde dies an einer Fläche von 10 bis 15 Quadratmetern. Der Teich wird so stabilisiert, indem die Menge der Nährstoffe im System begrenzt wird. Wird es mehr, kann man ernten und die Nährstoffe entnehmen. Das ist deutlich einfacher, als winzige Algen von der Größe eines Tausendstel Millimeters einzeln herauszufischen.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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