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Teiche im Winter

So überwintern Sie Ihren Gartenteich

Die Überwinterung des Teiches ist wieder aktuell, denn der Frost steht vor der Tür. Was geht in zugefrorenen Teichen vor, und was man als Teichbesitzer tun?

Einleitung: Teichüberwinterung

Es ist wieder soweit. Der Winter steht vor der Tür, und viele fragen sich und fragen uns, wie sie ihren Teich richtig überwintern sollen. Deshalb wollen wir heute einmal anschauen, was in den Teichen im Winter passiert.

Eisdecke und Verhalten der Fische

Irgendwann ist es soweit: Auf der Oberfläche des Teiches hat sich eine geschlossene Eisschicht gebildet. Unter der Eisdecke geht das Leben weiter, wenn auch in Zeitlupe. Die meisten Fische liegen reglos am Boden. Sie sind so kalt wie das Wasser, in dem sie leben. Oft liegt eine Minute und mehr zwischen zwei Atemzügen.

Im Abstand von wenigen Minuten heben sich die Störe leicht an und legen sich in etwas anderer Lage wieder hin. Im Unterbewusstsein vermeidet der Fisch, dass Druckstellen entstehen, an denen die Haut geschädigt würde.

Es ist fast überflüssig zu erwähnen: Wer in einer solchen Situation Fischfutter in den Teich wirft, hilft den Fischen in keiner Weise. Im Gegenteil, die Verdauungsorgane funktionieren bei kaltem Wasser nicht mehr vernünftig. Das, was Sie wirklich noch fressen sollten, werden Sie vielleicht oft gar nicht mehr verdauen können. Es wird im Darm faulen, und die Fische können dadurch eingehen. Lassen Sie es. Die Fische kommen sehr viel besser damit klar, auch wenn sie monatelang nichts fressen.

Fütterung im Winter

Wir halten das im Park so: Bei 10 Grad Wassertemperatur fangen wir an, weniger zu füttern. Mit jedem Grad, das es kälter wird, etwa 20 Prozent weniger. Das trifft aber nicht für alle Fische zu. Die Adria-Störe beispielsweise stellen die ganze Fresserei schon ein, wenn es auch nur 15 Grad warm ist.

Also hören Sie auf die Fische, gucken Sie, was mit dem Futter passiert, und werfen Sie nicht mehr rein als erforderlich. Im nächsten Frühjahr fangen Sie wieder ganz langsam an, immer etwas mehr mit jedem Grad, um das das Wasser wärmer wird. Achten Sie dabei immer darauf, ob wirklich alles gefressen wird.

Sauerstoff und Kohlendioxid unter dem Eis

Die Eisfläche schließt das Wasser des Teiches komplett nach oben ab. Alles Leben im Teich muss mit dem auskommen, was es gibt, und mit der Bildung der Eisdecke läuft die Uhr gnadenlos. Alles im Teich atmet, nur wenig, aber jeder Atemzug verbraucht Sauerstoff. Mit jedem Atemzug nimmt der Sauerstoffgehalt im Teich ab.

Parallel dazu entsteht ein anderes Problem: Mit jedem Atemzug wird auch Kohlendioxid ins Wasser abgegeben. Dieses CO2 ist ein Narkosegas. Wird die Konzentration zu hoch, werden die Wassertiere daran sterben.

Wasserbewegung und Eisfreihaltung

Verhindern lässt sich das durch Wasserbewegung. Dadurch nimmt das Wasser neuen Sauerstoff auf und, oft noch wichtiger, das Kohlendioxid entweicht in die Luft. Im Winter reicht eine schwache Wasserbewegung aus, um kleinere Stellen eisfrei zu halten.

In der Regel ist es wirtschaftlicher, dafür eine schwächere Pumpe für eine geringere Förderhöhe einzusetzen. Im Winterhalbjahr verbraucht der Teich dadurch deutlich weniger Strom.

Mit sehr starken Pumpen würde man eher das Gegenteil erreichen. Sie halten zwar das Wasser vor den Wasserfällen eisfrei, schlagen dann aber auch bis auf den Boden des Teiches durch. Das warme Tiefenwasser wird verdrängt und auf der gegenüberliegenden Seite an die Oberfläche gedrückt. Aus diesem Grunde taut die Eisplatte dort ab.

Solche Unterwasserströmungen kann man auch gut an diesen Trittsteinen sehen. Das warme, tiefe Wasser strömt über den Unterwasserrücken und taut die Eisplatte ab.

Im Prinzip sind solche starken Wasserbewegungen sogar unerwünscht. Denn das Wasser hat dadurch mehr Kontakt mit der eiskalten Luft, und die Temperatur im Teich sinkt ab.

Schichtung und Temperatur des Teichwassers

Normalerweise ist das Wasser im Teich geschichtet. Mit 4 Grad ist das Wasser am schwersten und sinkt auf den Boden. Nach oben nimmt die Temperatur bis auf etwas unter 0 Grad ab. Dann kommt das Eis.

Empfindlichkeit einzelner Fischarten

Wenn kleinere Teiche so intensiv durchmischt werden, kühlen sie bis auf den Boden aus. Dann sinkt auch dort die Wassertemperatur bis auf 0 Grad ab. Einem sibirischen Stör ist das ziemlich egal. Diese atlantischen Störe leiden jedoch sehr stark darunter. Sie fallen in ein Kältekoma. Durch die Lage der Schwimmblase liegen dann alle gleichmäßig verkrümmt im Wasser.

Viele Kois- und Goldfische sind jedoch in warmem Wasser aufgezogen worden, damit sie schneller wachsen. Für solche Fische ist die Winterkälte natürlich oft kritisch.

Deutlich entschärfen kann man das Problem, wenn man im Winter das Wasser nicht unten absaugt, sondern zum Beispiel auf halber Höhe. Dann reicht der Wasseraustausch immer noch aus, das Tiefenwasser wird aber nicht so kalt. In den Bächen bildet sich oft eine Eisdecke über dem Wasser. Auf diese Weise wird eine zu starke Abkühlung verhindert.

Luftblasen als Alternative und Hinweise

Eine andere sehr wirtschaftliche Lösung ist eine Wasserbewegung mit Luftblasen. Für solche Luftpumpen gilt im Prinzip das Gleiche wie für die Wasserpumpen: Nicht übertreiben. Die Temperatur der eingeblasenen Luft kann in Winternächten auf 10 bis 20 Grad unter Null betragen. Auch dadurch kühlt der Teich aus. Es reicht daher, wenn der Ausströmer nur 30 bis 40 Zentimeter tief im Wasser hängt.

Zusammenfassung: Winterruhe für die Fische

Neben einer schwachen Wasserbewegung können Sie im Winter eigentlich gar nichts für Ihre Fische tun. Das Wichtigste ist, dass Sie denen die Winterpause gönnen.

  • Werfen Sie nichts aufs Wasser, das gibt einen Knall unter Wasser, der die Fische erschrecken wird.
  • Laufen Sie nicht Schlittschuh auf dem Eis, denn auch das wird die Fische irritieren.
  • Gönnen Sie den Fischen die Winterruhe, dann ist alles gut.

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