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Füllwasser für Teiche

So füllen Sie den Teich richtig auf - Über die Qualität des Wassers

Welches Wasser ist sich am besten, um den Teich füllen? Leitungswasser? Brunnenwasser? Regenwasser?

Einleitung: Frühjahrsmesse und Thema Nachhaltigkeit

Auf der Frühjahrsmesse von NaturaGart ging es im Jahr 2015 schwerpunktmäßig um das Thema Nachhaltigkeit der Gartennutzung. Bei Teichen ist die Wasserqualität für die Start- und Nachfüllungen wichtig. Sie entscheidet über die Pflegeleichtigkeit des Teiches.

Bedeutung der Wasserqualität für Teiche

Dr. Holger Kraus, Zoologischer Leiter des NaturaGart-Parks, berichtet in diesem Teil seines Referates über wünschenswerte und problematische Eigenschaften des Wassers für die Befüllung des Teiches.

Wasserangebot und Wasserqualität am Grundstück prüfen

Schon in der Planungsphase kann man vieles richtig oder falsch machen. Das Grundlegendste ist: Ein Teich besteht zum größten Teil aus Wasser. Man sollte daher prüfen, welches Wasser am Grundstück zur Verfügung steht und welche Qualität es hat. Am Beispiel des Leitungswassers: Das steht praktisch jedem Teichgrundstück zur Verfügung, sofern es nicht gerade in einem Waldgrundstück liegt.

Nitratgrenzwerte im Trinkwasser und Vergleich mit Teichwerten

Das Leitungswasser unterliegt in Deutschland gewissen Richtlinien. Eine davon besagt, dass es nicht mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter enthalten darf. Das Wasser ist damit noch genießbar für den Menschen. In den Teichen des NaturaGart-Parks versucht man, die Nitratwerte unter 5 Milligramm zu halten. Ersetzt man beim Wasserwechsel einen Liter Teichwasser durch so stark nitrathaltiges Trinkwasser, verzehnfacht sich der Nährstoffgehalt. Als Trinkwasser ist das laut Richtlinie kein Problem. Seltsamerweise fordert die WHO 25 Milligramm, und für Säuglinge soll Wasser mit Nitrat gar nicht verwendet werden. In Deutschland sind 50 Milligramm aber erlaubt, und man muss damit rechnen, dass auch im eigenen Trinkwasser so viel enthalten ist. Für den Teich ist das deutlich zu viel.

Phosphat im Trinkwasser

Noch schlimmer ist Phosphat. Aus Umweltberichten aus den 60er und 70er Jahren kennt man vielleicht, dass es stark in phosphathaltigen Waschmitteln in Gewässer eingeleitet wurde. Inzwischen sind fast alle Waschmittel phosphatarm, und die Gewässer haben sich deutlich gebessert, weil diese Einleitung zurückgegangen ist. Phosphat ist einer der Hauptnährstoffe, die unsere Gewässer umkippen lassen, und es ist der Stoff, der dafür am stärksten verantwortlich ist.

Für Phosphat im Trinkwasser gibt es keinen Grenzwert. Die Wasserversorger dürfen aus technischen Gründen, damit die Leitungen nicht verkalken, bis zu etwa 6 Milligramm Phosphat zusetzen. Das Besondere: Sie müssen es den Kunden nicht mitteilen. Die machen es einfach.

Sechs Milligramm Phosphat entsprechen dabei mindestens dem Hundertfachen dessen, was man im Teich haben möchte. Bei Nitrat ist es ähnlich: Die erlaubten Werte liegen weit über dem Tausendfachen dessen, was im Teich angestrebt wird.

Informationsquellen: Analysen der Wasserversorger

Man sollte im Internet nachsehen. Die meisten Wasserversorger stellen ihre aktuellen Analysen online bereit. Dort kann man nachlesen, welche Qualität das eigene Trinkwasser hat. Trinkwasser ist in Deutschland immer Trinkwasser in Qualität, ein gut überwachtes und gut untersuchtes Lebensmittel. Es ist aber unter Umständen für den Teich nicht geeignet.

Die Trinkwasserversorger sind in der Regel sehr auskunftsfreudig. Wenn unklar ist, woher das Trinkwasser im eigenen Bezirk stammt, lohnt sich ein Anruf. Dafür sind die Versorger zuständig. Nach Erfahrung des Referenten sind die meisten sehr nett und geben gerne Auskunft.

Brunnenwasser und Nährstoffbelastung durch Landwirtschaft

Eine andere Möglichkeit ist Brunnenwasser, sei es vom eigenen Grundstück oder vom Nachbarn. Auch dieses sollte getestet werden, denn es gibt immer mehr nährstoffbelastete Grundwässer. Am Standort des NaturaGart-Parks gibt es Schweinebauern in der Nähe, die mit Maisbauern kooperieren, sodass die Gülle auf den Maisfeldern ausgebracht wird. Da das Gelände in einer Senke liegt, sickert das Flachgrundwasser dort hinein. Über einen Brunnen wurde deshalb gefilterte Schweinegülle aus dem Grund gezogen. Diese Entnahme wurde vor fünf Jahren eingestellt. Das Wasser hatte 100 Milligramm Nitrat, war damit als Trinkwasser nicht mehr geeignet und lag um ein Vielfaches über dem, was in den Teichen erwünscht ist. Allein diese Maßnahme hat die Teiche deutlich verändert, sodass man nun anderes Wasser nutzen kann.

Fazit: Wasserwahl als Grundlage für den Teich

Mit Arbeit, samstäglichen Aufräumaktionen oder großen Filteranlagen lässt sich eine schlechte Wasserqualität im Teich kaum ausgleichen. Die Wasserqualität ist daher die Grundlage dafür, dass es dem Teich gut geht. Deshalb sollte man prüfen, was man in den Teich einfüllt, auch wenn der Teich schon besteht.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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