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Teiche, Pumpen und Naturschutz

So werden Teichpumpen nicht zur Todesfalle

Teichpumpen können für viele kleine Tiere zu Fallen werden: Wenn sie in den Wirkungsbereich der Teichpumpe gelangen, können sie ihr nicht entkommen.

Einleitung: Pumpen und Wassertiere

Weitgehend unbeobachtet vom öffentlichen Interesse töten Hunderttausende von Teichpumpen alljährlich viele Millionen Wassertiere. Im Rahmen des Schwerpunktthemas Nachhaltigkeit des NaturaGart-Treffs zeigt Norbert Jorek im zweiten Teil seines Referates, wie man das ganz leicht verhindern kann.

Pumpengehäuse und Molche

Das ganze Thema Pumpen hat auch sehr viel mit Naturschutz zu tun. Die Filter, die wir gebaut haben, sind konstruktiv etwas anders als das, was es sonst am Markt gibt. Aus der Vorserie habe ich einem Kollegen einen gegeben, der hat ihn in seinen Teich eingesetzt.

Parallel dazu gab es die Entwicklung, dass die Pumpengehäuse immer größere Löcher bekamen, weil man die Pumpen auch zum Betrieb der Filter einsetzen und mehr Dreck dadurch transportieren wollte.

Den Hohlraum auf der rechten Seite, den wir immer schon Babyschacht getauft haben, haben wir eigentlich gebaut, weil wir gedacht haben: Wenn die Pumpe mal kleine Libellenlarven mitbringt, können die dort bis zum nächsten Reinigen des Filters weiterleben. Der Kollege rief mich aber am nächsten Morgen an und sagte: Weißt du was, 40 Molche sind da drin. Davon leben noch 10 vernünftig. 20 hat es völlig zerhackt, und dem Rest fehlen irgendwo Beine, Schwanzteile oder Ähnliches.

Es gibt ein Problem mit diesen Pumpen. Das sind die Kerlchen, um die es geht. Ich mag sie. Sie haben jeden Grund, mich zu mögen.

Es gibt Pumpengehäuse, die viel zu große Löcher haben. Da passt so ein Molch locker durch. Die Tiere bewegen sich dramatisch viel, aber wenn sie in so ein Gehäuse kriechen, landen sie direkt über der Fördermechanik der Pumpe. Und wenn die läuft, wird sie die Molche zerhacken. Es gibt überhaupt keinen Grund, so etwas zu bauen.

Vorfilter als Lösung

Ja, das ist unverhinderbar, sie müssen alle irgendwie da durch. Da gibt es einen Spalt, der ist ungefähr so breit. Wenn Sie Glück haben, kommen Sie durch diesen Spalt. Das ist aber eher unwahrscheinlich bei der gewaltigen Turbulenz, die dort herrscht. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum man Pumpen so baut, dass man Molche in dieser Größenordnung tötet.

Im letzten Jahr haben wir knapp 2000 Pumpen verkauft. Nehmen wir an, 1000 von diesen Pumpen lassen nur 10 Molche mehr leben als normal, weil wir sie anders bauen: Wir nehmen nur die innere Laufeinheit, das eigentliche Aggregat, und bauen davor einen feinen Vorfilter. Mit 2 mm Porenweite geht kein Molch und keine Libellenlarve hindurch. Das Wasser ziehen wir an, und da können wir sicher sein, dass nichts passiert.

Jedes Jahr kommen etwa 1.000 dieser Pumpen dazu. Nach 10 Jahren laufen dann 10.000 Pumpen, insgesamt 55 Betriebsjahre. Wenn wir pro Betriebsjahr 10.000 Molche nicht umbringen, überleben seitdem, seit wir diese Geräte herstellen, eine halbe Million Molche.

Jeder kann etwas sehr Einfaches tun: Er nimmt eine Pumpe und entschärft sie, indem er einen Vorfilter davorschraubt. Die Pumpen gibt es bei uns auch billiger ohne dieses Designergehäuse, das einem Frosch ohnehin völlig egal ist. Der Vorfilter ist günstiger als das Gehäuse, kostet weniger Geld, die Molche finden ihn nett, die Libellen finden ihn nett. Was spricht dagegen, so etwas zu tun?

Nachhaltigkeit und Naturschutz

Deshalb meine ich, dass Nachhaltigkeit und Naturschutz an dieser Stelle nett und effektiv sein können, ohne Einschränkungen. Keinem von Ihnen geht es dadurch schlechter. Es ist ein Gewinn für alle.

Die Realität sieht so aus, dass es viele Filtertypen gibt, in denen dieses Problem kaschiert wird. Das erkennt man nur bei einem Filter, der so konstruiert ist wie unserer, mit dem Babyschacht, um solche Verluste überhaupt zu bemerken. Die gern verkauften Filtertypen werden Molche, die zehn Jahre überlebt haben, spätestens über die Pumpmechanik erwischen, und viele andere Filter funktionieren ähnlich. Das muss nicht sein, man kann es netter machen. Wir bemühen uns darum.

Teichnetz und Lebensräume

Ich habe zwei alte Naturschutzkarten von einem Zivildienstleister zählen lassen, wie viele Teiche in solchen Messtischblättern eingezeichnet sind. Der Wert lag 1957 hoch, 1975 schon niedriger, und 1981 war schon wenig vorhanden. Das war einer der Gründe, weshalb ich gesagt habe: Da müssen wir etwas tun. Inzwischen haben wir mit unseren Kunden über 50.000 Teiche gebaut, und dadurch ist dieses Netz deutlich enger geworden.

Das ist das Ziel: Für Tiere mit einem begrenzten Aktionsradius, wie einen Molch, nützt es nichts, wenn der nächste Teich fünf Kilometer weiter liegt, weil die Tiere in fünf Generationen nicht erleben, dass er da ist. Das Netz muss also eng sein.

Teiche, auch Schwimmteiche oder Fischteiche, haben immer Komponenten, die gut sind, denn es muss nicht immer reine Natur pur sein. Für eine schlüpfende Heidelibelle ist es völlig egal, ob am Ufer Azalee wächst oder ein einheimischer Strauch. Sie braucht nur etwas, wo sie hochkriechen kann und wo sie von Amseln nicht gefunden wird. Deshalb kriechen die Tiere so weit weg von den Teichen, und deshalb ist es sinnvoll, Teiche so zu bauen, dass sie immer einen Vegetationsgürtel haben, in den die Tiere hineinkriechen können, auch wenn man Stellen zum Nahe-ans-Wasser-Gehen haben möchte.

Pflanzen und Orchideenstandorte

Es geht nicht immer nur um Tiere. Dieser Park ist einer der bedeutsamsten Orchideenstandorte in Nordrhein-Westfalen. Hunderte Knabenkräuter wachsen überall in den Ufern und breiten sich richtig aus. Der Vegetationstyp, den wir für die Ufer empfehlen, ist relativ nährstoffarm, etwas feucht und mit ein bisschen Lehm. Wenn sich die Pflanzen einmal etabliert haben, geht es richtig los: Wir haben mehrere Arten in großer Zahl, und sie verdoppeln sich fast jedes Jahr.

Übergang zu theoretischen Themen

Kommen wir nun zu einem eher theoretischen Thema.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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