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NaturaGart und Naturschutz - Ein Blick zurück erklärt das Ziel

Referat zur Unternehmens-Entwicklung am 26.02.2019

NaturaGart ist mehr als eine erfolgreiche Teichbaufirma: praktizierter Umweltschutz war und bleibt ein elementares Unternehmensziel.

Einleitung: Unternehmen und Naturschutz

Die meisten Unternehmen suchen sich eine Marktlücke und verdienen dort das Geld für ihre Mitarbeiter. Andere Unternehmen wollen mehr. NaturaGart zum Beispiel.

Jahresauftaktveranstaltung und Strategiefrage

Der Teichbauspezialist aus Ibbenbüren kümmert sich seit Jahrzehnten auch um das Thema Naturschutz. Bei einer Jahresauftaktveranstaltung berichtete Geschäftsführer Norbert Jorek über die ungewöhnliche Geschichte von NaturaGart.

Es gibt elementare Sprüche: Das Unternehmen braucht motivierte Mitarbeiter. Wer motiviert sein will, braucht Perspektiven. Und dafür muss klar sein, was die langfristigen Perspektiven sind.

Es geht nicht zuerst darum, ob eine Million Umsatz mehr oder weniger nötig ist, sondern um die Frage nach der Strategie. Wo wollen wir wirklich hin?

Ziele und persönliche Motivation des Geschäftsführers

Strategien können sein, Geld zu verdienen und im Alter die Firma zu verkaufen. Das mag den einen oder anderen irritieren, ob so ein Ziel überhaupt infrage kommt. Meine klare Botschaft: Nein, so nicht.

Ein anderes von vielen möglichen Zielen wäre, das Unternehmen als Lebensziel, als Lebensinhalt und eigene Perspektive zu empfinden. Ich bin kein Missionar, aber ich bin Biologe und habe ein intensives Interesse an Naturschutz entwickelt. Das Unternehmen ist für mich ein Weg, diese Ideen umzusetzen.

NaturaGart ist Teil meines persönlichen Plans, bestimmte Dinge auf dieser Erde zu erreichen, bevor wir irgendwann abdrehen. Die Frage ist, wo wir dann hinwollen, wo wir derzeit im Prozess zu diesem Ziel stehen und wie es mittel- und langfristig weitergeht.

Rückblick auf die Anfänge in den 1970er Jahren

Dafür müssen wir weit zurückblicken, genau genommen bis zum 1. Juli 1974.

Damals hatte ich einen guten Draht zum Landwirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, da ich als Naturschutzfunktionär in Nordrhein-Westfalen aktiv war. Wir hatten uns mehrfach intensiv auseinandergesetzt. Er schätzte mich als harten, aber fairen Gesprächspartner. Er hatte Probleme mit den Agrarfunktionären, die ihm zu nah auf die Pelle rückten, denn er war ein alter Sozialdemokrat.

Mir war klar, dass ich für ihn ein Werkzeug war, wenn ich in Diskussionen zurückschlug. Dafür bekam ich auch einiges: Dazu gehörte das Recht, bei allen damaligen Flurbereinigungsverfahren mit am Tisch zu sitzen, 20 Jahre bevor es so etwas wie eine Verbandsbeteiligung überhaupt gab. Wir haben auch Verfahren gestoppt.

Ein Schreiben gab mir ein besonders weitreichendes Recht: Wenn ich es für erforderlich halte, ist mir das Betreten des Grundstücks zu gestatten. Heute bräuchte man dafür einen Durchsuchungsbefehl. Es gab im Regierungsbezirk Münster nur zwei Leute mit einem solchen Schreiben. Das war Ausdruck eines gewissen Vertrauens.

Wir haben damals auch Razzien gemacht, etwa bei Präparatoren, über die der Stern mehrere Seiten berichtete. Mit jedem Zettel sagten die unteren Naturschutzbehörden: Jetzt machen wir euch mal die Kühltruhen auf und schauen, was drin ist. Dabei kamen Jäger zum Vorschein, die etwa 100 Buntspechte angeliefert hatten, und solche, die von Safari-Touren nach Skandinavien alles Mögliche erlegt hatten. Diese sehr PR-orientierten Aktionen trieben wir damals voran.

Naturschutzgebiete und Forschungsarbeit

Als ich mit dem Studium fertig war, konnte sich die Bilanz sehen lassen: In drei, vier, fünf Jahren entstanden rund 50 Quadratkilometer Naturschutzgebiete. Es ging immer um nasse Landschaften und um dekorative Vogelarten. Wir arbeiteten an Forschungsprogrammen mit und setzten Farbringe ein, um einzelne Vögel zu unterscheiden und genau zu wissen, wer wo lebt.

Modellprojekt Vogelland und Öko-Marketing

50 Quadratkilometer Naturschutzgebiete sind für einen Einzelnen eine relativ große Leistung. Die Leute halten den Park für mein Lebenswerk, doch genau genommen war dieses Lebenswerk mit 25 Jahren schon vollbracht. Ich war damals sehr auf Feuchtgebiete und nasse Lebensräume und das, was dort lebt, spezialisiert.

Parallel dazu entstand, weil sich die Naturschutzorganisationen permanent stritten, von einigen Marketingleuten die Idee, Öko-Marketing zu entwickeln, also eine wirtschaftliche Lösung zu finden, um Manpower zu bezahlen, damit es der Natur am Ende besser geht. Man beauftragte mich, in Frankfurt ein Modellprojekt Vogelland zu entwickeln, mit Beobachtungsanlagen und Wasserflächen mit Inseln zur Vogelbeobachtung.

Wir realisierten dabei interessante Projekte. Eines der effektivsten war eine Buchproduktion mit 500.000 Exemplaren, für die wir als Bildagentur tätig waren. Das Buch informierte über Natur, die Leute kauften es, und so refinanzierte sich das Projekt. Der Staat musste dies nicht aus Steuergeldern finanzieren, und die Vereine konnten sich in Ruhe weiter streiten.

Parallel entwickelten wir Öko-Marketing und Öko-Sponsoring, Schlagworte, die bis heute in der Szene kursieren. Lufthansa etwa hatte einen Kranich auf den Flügeln. Wir fragten, warum sie nichts für Kraniche tun. Die Antwort war: 200.000 Euro, macht damit etwas für Kraniche.

Mit Partnern wie Hörzu entstanden Broschüren und Sammelbilder, die man aus den Heften ausschneiden und einkleben konnte. So machten wir für den Naturschutz intensive Werbekampagnen, die sich erstmals in der Geschichte dieser Republik selbst refinanzierten.

Irgendwann beschränken sich Spezialisten, die mit einem Projekt betraut sind, auf das Nötigste, und ihre Honorare passen dann nicht mehr. Der Laden muss finanziert werden: Sekretariat, Bildagentur. Hinterher muss Geld fließen, sonst funktioniert es nicht. Viele andere haben daran verdient, und deshalb habe ich die Entscheidung alleine getroffen.

Vertriebsschiene und Wirkung für den Naturschutz

Die Idee dahinter ist, Informationen über Natur aufzubereiten, Bücher und Filme zu produzieren und Produkte zu verkaufen. Diese Vertriebsschiene haben wir heute, und mit all dem wollen wir positive Effekte für die Natur erzielen.

Im Laufe der Jahre wurden in Deutschland rund 50.000 Teiche angelegt. Auch Koiteiche haben in der Regel einen gewissen Naturanteil und sind Trittsteine in einem Netz, das Amphibien wie Molche brauchen, um sich durchs Gelände zu bewegen. Ein Molch schafft vielleicht zwei Kilometer, weiter kommt er kaum. Deshalb braucht man ein Netz von Schutzgebieten.

Dieses Netz schaffen die Menschen selbst. Wir haben nicht darauf gewartet, dass der Staat überall Löcher gräbt. Stattdessen haben sich 50.000 Menschen den Gedanken zu eigen gemacht, dass Teiche im Garten etwas Gutes sind, und so ein Netz kleiner Schutzgebiete gebaut.

Damit komme ich zu dem, was Sie kennen: Wir haben uns diesen Park gesichert. Dort war früher größtenteils eine Wiese. Wir haben gebaggert, unser Vogelland und unsere Beobachtungsanlagen gebaut. Die Idee, diesen Park anzulegen, stammt aus Ende der 70er Jahre und ist damit älter als viele Besucher.

Es geht nicht ums Verscherbeln, sondern um meine Philosophie und ein Lebenskonzept. Wir wollen Naturkontakt organisieren und den Menschen vermitteln: Was du zu Hause machst, ist nett für deinen Garten, für dein persönliches Leben und gut für die Natur.

Nachfolge und Stiftungsidee

Der Park soll nicht an Dritte verkauft werden, die etwas ganz anderes damit vorhaben, etwa einen Angelteich daraus machen. Das kommt nicht infrage. Der Park soll so bleiben und möglichst auch nach meinem Tod bestehen. Eine Stiftung soll ihn weiterführen, nicht ewig, aber so, dass die Idee unabhängig von einzelnen Personen weiterlebt.

Wir sind dabei, diesen Übergang zu organisieren. Dabei stellt sich die Frage, wo wir im Augenblick stehen und was uns noch fehlt. Dazu möchte ich für die einzelnen wichtigen Bereiche kurz skizzieren, wo wir hinwollen und wo wir stehen.

Videos von NaturaGart TV


NaturaGart TV ist die Videoredaktion von NaturaGart. Hier entstehen praxisnahe Filme rund um Gartenteiche, Schwimmteiche, Wasserpflanzen und naturnahe Gartengestaltung.

Die Videos zeigen, wie Teiche geplant, gebaut und gepflegt werden - basierend auf über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 70.000 realisierten Teichen.

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