Teichpflanzen im Filtergraben: Was sie zum Wachsen brauchen
Im Laufe der Jahre wehen Staub und Laub in den Teich, sinken zu Boden und werden dort abgebaut. Die Nährstoffe landen im Wasser und sind ein idealer Dünger für Algen. Klares Wasser gibt es nur, wenn wenig freie Nährstoffe vorhanden sind. Deshalb ist das Ziel des Filtergraben ein kräftiger Pflanzenwuchs: Die Pflanzen bauen die Nährstoffe ein. Steigt die Belastung saisonal an, trifft der Nährstoffschub auf ein funktionsbereites Abwehrsystem.
Zu wenig Nährstoffe: klares Wasser, aber kein Wachstum
Gelegentlich passiert das Gegenteil: Werden alle Nährstoffe systematisch entfernt, ist das Wasser zwar einigermaßen klar, aber die Pflanzen wachsen nicht. Der Filtergraben soll sich innerhalb weniger Monate, spätestens Jahre, zu einem Pflanzendickicht entwickeln. Erst dann ist er für Belastungsspitzen gerüstet.
Sediment als Motor: 5 bis 15 cm Schlamm im Filtergraben
Im Teich bildet sich eine dünne Sedimentschicht, die man zu den Absaugstellen am Boden fegen kann. Von dort gelangt das Sediment in den Filtergraben. Dort sollte eine mindestens 5 bis 15 cm dicke Schlammschicht entstehen, die innerhalb eines Jahres auf wenige Millimeter abgebaut wird. Besonders am Anfang ist diese Schicht oft zu dünn. Dann wachsen die Pflanzen lückig: Auf der mittleren Terrasse liegt wenig Sediment, die Wasserschrauben bilden zwar Ableger, bleiben aber nur wenige Zentimeter hoch. In tieferen Bereichen mit mehr Schlamm wachsen sie deutlich dichter. Beim Hechtkraut im Beispiel ist die Schlammschicht ebenfalls noch zu dünn, dort kann etwas Wachstumsdünger helfen (Dünger für Teichpflanzen).
Typischerweise ist zuerst die Tiefenzone bewachsen, denn dort sammelt sich mehr Sediment aus dem Teich. Irgendwann ziehen die Bestände auf den höher liegenden Terrassen nach, und im Endstadium ist das gesamte Volumen des Filtergrabens bewachsen.
Wasserschrauben als Messlatte für die Entwicklung
Die Länge der Wasserschrauben zeigt, wo der Filtergraben steht. In nährstoffarmen Teichen starten sie oft kaum sichtbar mit 2 bis 5 cm, bilden dann aber reichlich Ausläufer. Unter Wasser ist die Lage dann oft besser, als sie aussieht. Manchmal sind Wasser und Sand so nährstoffarm, dass es dabei bleibt. Wird mehr Sediment abgelagert, nimmt das Wachstum zu, und die Wasserschrauben können zwei Meter lang werden. Dann liegen sie oft flach auf dem Wasser und nehmen anderen Pflanzen das Licht.
Mischung statt Monokultur: Unterwasser- und Sumpfpflanzen
Deshalb ist eine unterschiedliche Zusammensetzung der Vegetation das Ziel. Unterwasserpflanzen mit großer Blattoberfläche entnehmen dem Wasser Nährstoffe, entweder selbst oder mit Hilfe der Fadenalgen, die besonders im Frühjahr darauf wachsen. Oft steht schon nach wenigen Monaten ein dichter Bestand. Sumpfpflanzen, die aus dem Wasser herausragen, verbrauchen dagegen den Schlamm. Eine Auswahl wasserreinigender Teichpflanzen zeigt die Kategorie Pflanzen zur Wasserreinigung.
Wenn nichts wächst: Wasseranalyse statt mehr Dünger
Wachsen die Pflanzen im Filtergraben schlecht, hilft eine Wasseranalyse bei der Suche nach der Ursache. Mehr Dünger hilft dann nicht unbedingt. Für jede Einheit Phosphor brauchen die meisten Pflanzen 16 Teile Stickstoff und über 100 Teile Kohlenstoff. In der Startphase vieler Teiche sind Phosphor und Stickstoff im Überfluss vorhanden, und es fehlt der Kohlenstoff. Noch mehr Phosphor oder Stickstoff vergrößert das Problem dann eher. Den Kohlenstoff bekommen die Pflanzen als CO2 aus dem Schlamm, der im Filtergraben abgelagert und abgebaut wird.
Kohlendioxid: Warum ein Teich Sediment braucht
Wie schnell sich welche Pflanzen durchsetzen, hängt von den Startbedingungen und vom Füllwasser ab. Das kann mehrere Jahre dauern, besonders wenn im Filtergraben keine Schlammansammlung zugelassen wird. Ein Teich ist kein steriler Operationssaal: Er braucht das Sediment, damit daraus CO2 entsteht. Das ist nicht nur für die Pflanzen wichtig, sondern auch für das Gleichgewicht von Kohlensäure und Kalk. Gerade am Anfang wird oft zu wenig Sediment angelandet. Dann wird zu wenig CO2 frei, und die Unterwasserpflanzen wachsen langsam und bleiben klein. Bis das Wasser den CO2-Wert der Luft erreicht, hilft eine Durchmischung mit Luft, am einfachsten in Wasserfällen oder mit einem Belüfter.
Teich und Filtergraben als Team
Jeder Teich erreicht irgendwann einen stabilen Zustand. Je mehr man diese Entwicklung stört, desto länger dauert es. Das Ziel ist eine robuste Teichanlage mit klarem Wasser. Der Filtergraben stabilisiert sie mit passender Vegetation und mit dem Sediment als Quelle für das meist unterschätzte Kohlendioxid. Die Kombination aus Teich und Filtergraben entspricht den Abläufen in der Natur. Wie das im Gesamtsystem zusammenspielt, zeigt die Anleitung für klares Wasser.