Auch zu diesem Thema konnten keine umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen gefunden werden. Viele Autoren sind sich aber der besonderen Bedeutung von Gartenteichen, als Trittsteinbiotope im Siedlungsbereich bewusst.
Glandt (2018) empfiehlt für die Stützung und Vernetzung natürlicher Vorkommen von Gelbbauchunke, Fadenmolch, Kammmolch, Laubfrosch und Grasfrosch die Anlage naturnaher Kleingewässer, darunter auch Gartenteiche. Thiesmeier (2018) geht davon aus, dass auch für Kamm- und Fadenmolch Gartenteiche eine Rolle spielen können und betont, dass naturnahe Gartenteiche für viele Pflanzen und Tiere wichtige Lebensräume sein können. Ludwig et al. (1992) vermutet, dass natürlich gestaltete Gartenteiche Tieren und Pflanzen als "Trittsteine in unseren unwirtlichen Siedlungsgebieten dienen. Im Verbund mit anderen Teichbesitzern kann der Naturliebhaber zwar keinen Ersatz für zerstörte Lebensräume schaffen, aber eine Vielzahl von Teichen, bietet Tieren und Pflanzen einen gesicherten Wanderweg durch unsere sterile Umwelt, auf dem sie unbeschadet zu natürlichen Lebensräumen gelangen können." Greßler (1997) merkt kritisch an, dass künstlich angelegte Kleingewässer, wie etwa Gartenteiche, niemals ein vollwertiger Ersatz für natürliche Lebensräume sein können, aber vielerorts die Lebensbedingungen für Amphibien verbessern können und dies besonders im städtischen Bereich.
Greßler (1997) gibt am Beispiel des Laubfrosches (Hyla arborea) an, dass beim Verschwinden der natürlichen Wohngewässer "als letztes Refugium nur mehr die Gartenteiche der Umgebung." bleiben. Reicholf (1996) beschreibt einen Fall "bayerischerseits im Tal des unteren Inns", dass es die Anlage von Gartenteichen war, "die ein Aussterben praktisch aller Amphibienarten verhindert hat."
Schirl (1995) fasst die Situation wie folgt zusammen: "Und man darf die ökologische Bedeutung nicht vergessen: gab es früher vor allem außerhalb der besiedelten Gebiete Lebensmöglichkeiten für Pflanzen und Tiere, so verhält es sich heute weitgehend umgekehrt. Die Wiesen und Felder sind ausgeräumte riesige Kulturflächen geworden ohne jedwede Hecke oder Feuchtbiotop.
In den besiedelten Gebieten hingegen entstehen immer mehr Feuchtgebiete und Hecken als Begrenzungen der Grundstücke. Mehrere solcher Gärten können ein ideales Biotopverbundsystem darstellen, über das die Tierwelt ab- und zuwandern kann."
Das EPCN (2010) betont den Wert der Kleingewässer für die Artenvielfalt. Sie seien sowohl entscheidender Lebensraum, auch für seltene Arten, als auch Trittstein und Zufluchtsort und Biodiversität-Hotspots.
In Bezug auf die regionale Artenvielfalt von Binnengewässern, seien der Beitrag von Kleingewässern als Trittsteine oder Zufluchtsorte, so bedeutend wie der von Flüssen und Seen.
So seien die einzelnen stehenden Süßgewässer zwar oft klein, doch die Summe dieser kleinen Gewässer (kleiner 10ha), mache weltweit immerhin einen Anteil von 30 % der stehenden Binnengewässer aus.
Als Kleingewässer werden neben vielen historischen und kulturellen Anwendungen, auch "Dekorative Garten- und Schwimmteiche" aufgelistet.
Glandt (2018), Kapitel 7: Naturnahe Gärten und Gartenteiche - ein Beitrag zum Artenschutz, S. 54: "Anlage eines naturnahen Gartenteiches (.). Bereits kleine, wenige Quadratmeter große Teiche können einen Beitrag zum Artenschutz leisten, z.B. für Gelbbauchunken und Molche (.). Sofern räumlich möglich, wäre eine Größe von 50-100 m² zu empfehlen, bei einer Tiefe von einem halben Meter."
Glandt (2018), S. 138 empfiehlt als Schutzmaßnahme für den Fadenmolch die "Neuanlage kleiner Stillgewässer in nicht zu großer Entfernung (weniger als 1 km) bestehender Vorkommen. Hierdurch wird die Vernetzung der Populationen gefördert."
Glandt (2018), S. 154 empfiehlt als Schutzmaßnahme für den Nördlichen Kammmolch "Durch die Neuanlagen von Gewässern in nicht zu großer Entfernung (max. 1 km) bestehender Vorkommen wird die Vernetzung gefördert. "
Glandt (2018), S. 190 empfiehlt für den Laubfrosch die "Anlage neuer Laichgewässer (sonnenexponierte, fischfreie Stillgewässer). Hierdurch wird die Vernetzung gefördert."
Glandt (2018), S. 207 empfiehlt für den Grasfrosch die "Neuanlage von Kleingewässern in Nachbarschaft von bestehenden Vorkommen (im Umkreis von 1-2 km).
Thiesmeier (2018): "Es ist davon auszugehen, dass auch für die beiden seltenen Molcharten (Kammmolch und Fadenmolch) Gartenteiche eine Rolle spielen können, wenn diese in ihrer Nähe vorhanden wären."
Thiesmeier (2018), gibt Aussicht auf weitere Untersuchungen: "Naturnahe Gartenteiche können für viele Pflanzen und Tiere wichtige Lebensräume sein, daher lohnt es sich, diesem Biotoptyp in der Stadt Gütersloh zukünftig weiterhin Aufmerksamkeit zu schenken.
Um eine genauere Analyse über die Verzahnung von Stillgewässern in der freien Landschaft mit Gartenteichen zu bekommen, böte sich z. B. eine Luftbildauswertung eines ausgewählten Bereichs eines Stadtbezirks an, um die Gewässer in den Privatgärten genauer zu erfassen. Nachfolgende qualitative Interviews vor Ort könnten Aufschlüsse über die Nutzung der Gartenteiche geben und ihre Einbindung in das Umland analysieren und bewerten."
Ludwig et al. (1992): "Viele natürlich gestaltete Gartenteiche können Tieren und Pflanzen aber als Trittsteine in unseren unwirtlichen Siedlungsgebieten dienen. Im Verbund mit anderen Teichbesitzern kann der Naturliebhaber zwar keinen Ersatz für zerstörte Lebensräume schaffen aber eine Vielzahl von Teichen bietet Tieren und Pflanzen einen gesicherten Wanderweg durch unsere sterile Umwelt, auf dem sie unbeschadet zu natürlichen Lebensräumen gelangen können."
Greßler (1997): "Künstlich angelegte Kleingewässer, wie etwa Gartenteiche, können zwar vielerorts die Lebensbedingungen für Amphibien verbessern, sind aber niemals ein vollwertiger Ersatz für natürliche Lebensräume. Besonders im städtischen Bereich verbessern Sekundärbiotope jedoch die Situation für Amphibien. 1994 wurden auf der "Donauinsel", einem künstlichen Hochwasserschutzbau bei Wien, drei kleine Folienteiche als Trittsteinbiotope angelegt. Eine Studie zeigt, dass zwei der Teiche bis Juni 1997 von sechs Amphibienarten als Laichgewässer angenommen wurden. Mittels "Fang-Wiederfang-Methode" und individueller Wiedererkennungstechniken wurde gezeigt, daß diese Kleingewässer für Donaukammmolch (Triturus dobrogicus) und Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ihre Funktion als Trittsteine erfüllen."
Greßler (1997): "Die Beliebtheit von Amphibien hat sich sogar so weit entwickelt, dass ein kleiner Gartenteich - umgangssprachlich als "Biotop" bezeichnet - in vielen Gärten angelegt wird (.). Diese kleinen Gewässer mit wenigen Quadratmetern Fläche haben vielerorts das Angebot an Laichgewässern gehoben, wenngleich diese auch nur von einigen Arten zur Fortpflanzung aufgesucht werden. Die Besiedlung solcher Gartenteiche durch Amphibien ist wissenschaftlich leider kaum untersucht, anekdotischen Berichten zufolge werden viele aber innerhalb kürzester Zeit als Laichplatz angenommen, sehr zum Leidwesen mancher Nachbarn, die durch nächtliches Gequake in ihrem Schlaf gestört werden. Unter den heimischen Arten sind vor allem Teichmolch (Triturus vulgaris), Bergmolch (Triturus alpestris), Kammmolch (Triturus cristatus), Grasfrosch (Rana temporaria), Springfrosch (Rana dalmatina), Laubfrosch (Hyla arborea) und die "Grünfrösche" an Gartenteichen anzutreffen."
Greßler (1997): "Schirl (1995) berichtet vom Bau eines Schwimmteiches mit einer Fläche von 25 m2 im Jahr 1989 in Oberösterreich und von der raschen Besiedelung durch Bergmolch, Teichmolch und Grasfrosch mit deren Larven und Kaulquappen das Schwimmparadies im Sommer geteilt werden musste. Es war nach Reichholf (1996) auch die Anlage von Gartenteichen, die ein Aussterben praktisch aller Amphibienarten bayerischerseits im Tal des unteren Inns verhindert hat."
Greßler (1997): "In den Altwassersystemen des Inns in diesem Bereich kam es in den siebziger Jahren zu einer starken Ausbreitung von Eisenbakterien, die zu einer Verockerung der Gewässer führte und alles übrige Leben zum Verschwinden brachte. In dieser Situation blieben vor allem für die Laubfrösche (Hyla arborea) als letztes Refugium nur mehr die Gartenteiche der Umgebung."
Schirl (1995): "Und man darf die ökologische Bedeutung nicht vergessen: gab es früher vor allem außerhalb der besiedelten Gebiete Lebensmöglichkeiten für Pflanzen und Tiere, so verhält es sich heute weitgehend umgekehrt. Die Wiesen und Felder sind ausgeräumte riesige Kulturflächen geworden ohne jedwede Hecke oder Feuchtbiotop.
In den besiedelten Gebieten hingegen entstehen immer mehr Feuchtgebiete und Hecken als Begrenzungen der Grundstücke. Mehrere solcher Gärten können ein ideales Biotopverbundsystem darstellen, über das die Tierwelt ab- und zuwandern kann."
EPCN (2010) S.6: "Einzelne Gewässer sind relativ klein und können unbedeutend erscheinen und neben größeren Wasserkörpern wie Seen verblassen. Doch weltweit sind Kleingewässer eine außergewöhnliche Süßwasserressource. Insgesamt gesehen haben die Millionen kleiner Gewässer mit weniger als 10 Hektar Größe einen Flächenanteil von 30 Prozent aller stehenden Binnengewässer. Das verdeutlicht, dass wir kleine Gewässer noch direkter in Untersuchungen globaler Prozesse einbeziehen sollten, einschließlich der mit dem Klimawandel verbundenen Prozesse."
EPCN (2010) S. 8: "Wert der Kleingewässer für die Artenvielfalt
Kernaussagen:
- Kleingewässer sind entscheidende Lebensräume für ungewöhnliche und seltene Arten
- Kleingewässer sind Trittstein-Lebensräume
- Kleingewässer sind Biodiversitäts-Hotspots"
"Auf der Landschaftsebene sind Kleingewässer außerordentlich bedeutend für die Biodiversität von Binnengewässern (Box 4), wobei sie oft genauso viel zum regionalen "Artenpool" beitragen wie Flüsse oder Seen." [.] "Sowohl Einzelgewässer als auch Kleingewässernetzwerke können wichtig sein. Einzelne Kleingewässer können als Zufluchtsorte für terrestrische und aquatische Organismen fungieren, besonders in intensiv bewirtschafteten Landschaften, die etwa 80 % von Europa bedecken."
EPCN (2010) S.11: "Einige historische und kulturelle Nutzungen von Kleingewässern":
"Hammerteiche, Heidelandteiche, Eisteiche, Bewässerungsteiche, Waschteiche, Viehtränkteiche, Mergelgruben, Mühlteiche, Schutzgräben, Hofteiche
Dekorative Gartenteiche, Torfteiche, Hanfteiche, Dammteiche, Rückgewinnungsteiche, Stauteiche, Saunateiche, Schlammteiche, Karpfenteiche, Absetzteiche
Schwimmteiche, Zugmaschinenteiche, Wasserkressenbeete, Teiche zum Quellen von Wagenrädern, Kühlteiche, Curlingteiche, Köderteiche, Regenwasserteiche
Destillerieteiche, Trinkwassertümpel, Viehtriebteiche, Ententeiche, Färbeteiche, Extraktionsteiche, Fischteiche, Flachsrösteteiche, Schmiede/Brennofenteiche"
EPCN (2010) S. 16: "Strategie für die Erhaltung der Kleingewässer in Europa
Die Zeit wird knapp, um europäische Kleingewässer zu schützen. In Anbetracht der großen Verluste von Kleingewässeranzahl und -qualität müssen wir dringend handeln, um den einzigartigen Wert der Kleingewässer für Biodiversität, kulturelles Erbe und Erbringen von Ökosystemleistungen zu schützen."
Unter anderem:
"Forschung und Monitoring: Wir benötigen mehr Grundlagen- und angewandte Forschung zur Biologie und Ökologie der Kleingewässer, als Grundlage für effiziente und praxistaugliche Maßnahmen zum Schutz und Management, zur Schaffung sowie für ein Monitoring von Kleingewässern. ."
"Schutz und Verbesserung der Ressource: Wir müssen wertvolle Standorte mit Kleingewässern unter Schutz
stellen und fördern sowie neue, hochwertige Kleingewässer schaffen als Kompensation bereits zerstörter oder nicht restaurierbarer Kleingewässer."
EPCN (2010) S. 19 (zu Schutz und Verbesserung der Ressource): "[.] Kleingewässer sind einfach zu bewirtschaften und zu schützen. Sie stehen in direkter Beziehung mit den Menschen. Verglichen mit anderen Süßwasserhabitaten sind sie außerordentlich billig und einfach anzulegen. Und wenn sie in großer Anzahl an den richtigen Orten geschaffen werden, dann haben sie das Potential eines großen Nutzens für die Biodiversität, den Hochwasserschutz sowie die Abschwächung von Verschmutzungen und der Auswirkungen des Klimawandels."