Eichen-Prozessionsspinner

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Eichen-Prozessionsspinner

Biologie, Probleme, Ursachen, Bekämpfung

| Von | Kategorie: Pflanzen und Tiere

Der Eichen-Prozessionsspinner breitet sich immer weiter aus. Die Nester seiner Raupen überziehen die betroffenen Bäume mit weißen Fäden. Einem Gewebe, das auch nach vielen Jahren noch Hautirritationen auslösen kann. Es ist ein Umweltproblem, an dem auch der Mensch beteiligt ist. Denn seine Eingriffe in die Natur haben dazu geführt, dass die für die Schädlingsbekämpfung zuständigen natürlichen Feinde der Raupe des Eichen-Prozessionsspinners immer weniger werden.

Eichen-Prozessionsspinner verursachen Hautirritationen

Die Eichen-Prozessionsspinner gehören zu einer Schmetterlingsart. Folglich durchlaufen sie ein Raupen-Stadium, bevor sie mit den Flügeln schlagen und durch die Lüfte flattern können. Viele Schmetterlingsarten verdanken ihren Namen der imposanten Erscheinung des ausgewachsenen Falters. Das ist beim Eichen-Prozessionsspinner anders. Bei ihm verweist die Bezeichnung auf das auffällige und folgenreiche Wirken seiner Raupe. Der Name leitet sich von der Fortbewegungsweise und dem Lebensraum des Jungtieres ab. Denn die Nester, in denen die weiß behaarten Raupen schlüpfen, befinden sich der Regel an Eichen.

Wenn die Raupen abends das Nest verlassen und in einer wohl geordneten Formation über den Stamm und die Äste hinweg zu den nahrhaften Blättern marschieren – oder im Morgengrauen von dort zurückkehren – gleicht das einer Prozession. Der Befall eines Baums durch den Eichen-Prozessionsspinner ist meist schon von weitem an den weißen Fäden der Nester zu erkennen. Diese Gewebe können die Ursache von Hautirritationen sein, weil die Raupen dort ihre weiß behaarten Hüllen abstreifen, sobald sie ihnen zu klein werden.

Diese – zu klein gewordenen – Gewänder werden im Laufe der Zeit mehrmals entsorgt. Das Problem dabei ist, dass die Raupenhaare ab der dritten Häutung allergische Reaktionen beim Menschen auslösen. Selbst mehrere Jahre alte Gespinste können noch Hautirritationen hervorrufen.

Schädlingsbekämpfung im NaturaGart Park

In vielen öffentlichen Anlagen gibt es inzwischen Schilder, die vor Bäumen warnen, die von einem Befall durch die Eichen-Prozessionsspinner betroffen sind. Auch den NaturaGart Park verschonen die Raupen dieser Schmetterlingsart nicht. Hier werden leicht erreichbare Nester provisorisch mit Stretchfolie oder mit Haarlack unschädlich gemacht. In einer weiteren Maßnahme werden diese und höhergelegene Nester des Eichen-Prozessionsspinners von Profis in Schutzanzügen, die mit dem Kranwagen anrücken, beseitigt.

Umweltproblem Raupen-Befall

Die immer weitere Ausbreitung des Eichen-Prozessionsspinners ist eine Herausforderung für den Umweltschutz. Denn die natürlichen Feinde, die die Schädlingsbekämpfung dieser Parasiten übernehmen könnten, werden immer weniger. Das liegt vor allem daran, dass sich breit eingesetzte Pflanzenschutzmittel auch auf Insekten auswirken. Das betrifft beispielsweise die Schlupfwespe. Sie legt ihre Eier in die Nester des Eichen-Prozessionsspinners. Und sorgt so dafür, dass ein großer Teil der Brut vernichtet wird.

Auch Vögel und Fledermäuse tragen dazu bei, dass der Nachwuchs des Eichen-Prozessionsspinners nicht überhandnimmt. Doch auch diese geflügelten Raupenfeinde werden immer weniger, da sie mangels Insekten kaum noch Nahrung finden. Darum ist zu befürchten, dass dieses Umweltproblem in Zukunft immer weitere Kreise ziehen wird.

9 Kommentare auf "Eichen-Prozessionsspinner"

  1. Martin W. says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ein toller und wichtiger Beitrag – vielen Dank hierfür!

    Lediglich eine Anmerkung: Die sichtbaren Haare der Raupe sind ungefährlich! Die Gefahr für die menschliche Gesundheit (Hautausschlag u.a.) liegt in den unsichtbaren Brennhaaren der Raupe begründet. Diese sind nur unter dem Mikroskop zu erkennen und sehen aus wie kleine Stachel. Diese sind mit dem Gift gefüllt und können bei Hautkontakt die entsprechenden Auswirkungen zeigen. Eine Raupe kann bis zu 0,5 Millionen (!) dieser Brennhaare besitzen.

    Viele Grüße

    Martin W.

  2. Marion S says:

    Hallo!
    Seit Jahren hat man die Entwicklung kommen sehen. Natürlich ist die derzeitige Agrarwirtschaft zum Großteil für das Insektensterben verantwortlich.
    Doch nur darüber zu schimpfen ist einfach. Jeder sollte bei sich zu Hause anfangen.
    Wenn man sich die Hausgärten heute ansieht findet man nur noch pflegeleichte Flächen, die keinem Tier mehr Nahrung bieten. Insekten haben nur einen begrenzten Radius. Jeder Garten mit einem tier freundlichen Bereich ist ein Korridor zur nächsten Futterquelle und zum zum Überleben.
    Und dann können die Insektenfresser unsere Quälgeister wie Mücken, Fliegen, Läuse und Eichenprozessionsspinner einfach auffressen.
    Danke für das informative Video!

  3. Michael Krückel says:

    Traurig aber leider die Wahrheit.
    Vor ein paar Jahren war die Autoscheibe nach wenigen Kilometern fahren noch voller Insekten und Fliegen, und Heute ?!?!?!

  4. Claus Langheinrich says:

    Vielen Dank für das tolle Video über den Eichenprozessionsspinner. Das ist eine sehr kompakte, aber durchaus detaillierte und gut verständliche Darstellung des Gesamtproblems im Zusammenhang mit dem Eichenprozessionsspinner. Gibt es ein ähnlich gutes Video zum Buchsbaumzünsler?
    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Claus

    • NaturaGart says:

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar zu unserem Eichen-Prozessionsspinner-Video. Zu dem von Ihnen vorgeschlagenen Thema haben wir noch kein Video, wir werden diese Anregung an die Videoproduktion weiterleiten.

      Gerne können Sie sich für unseren Newsletter eintragen. Dort bekommen Empfänger immer die aktuellsten Benachrichtigen über neue Videos. Den Link für die Newsletter-Bestellung finden Sie hier: https://www.naturagart.de/shop/newsletter/

      Ihr NaturaGart-Team

  5. Bertrand Kolb says:

    Liebes NaturaGart-Team

    Hervorragender Beitrag!
    Nicht reißerisch – nicht verteufelnd – sonder breiter gedacht – so wie es halt ist.
    Ich wünschte mir, viel mehr Menschen würden so denken … und handeln wie Ihr.
    Wir kennen euch schon seit ein paar Jahren und eure Tipps und Informationen sind immer sehr wertvoll.
    Bitte macht weiter so.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Bertrand Kolb

  6. Volker Kieser says:

    Klarer kann man es nicht sagen. Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft müßten damit regelrecht hautnah konfrontiert werden…
    Danke für die offene Sprache !

  7. Dirk Misamer says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wie oft hat man sich noch vor einigen Jahren darüber geärgert, daß die Windschutzscheibe, die Scheinwerfer und Motorhaube des Autos mit toten Insekten übersät war. Es gab sogar besondere Reinigungsmittel um diese zu entfernen. Heute, alles bleibt sauber und damit tot. Dank der chemischen Industrie. Und natürlich auch jenen die deren Giftprodukte fleißig auf den Äckern und den Gärten verteilen. Die Politik könnte etwas gegen diese Entwicklung tun. Aber das ist mit der Oberlobbyistin des Bauernvebandes, unserer Agrarministerin, nicht zu machen.

    Ich möchte wieder einmal auf einem Fahrrad sitzen und singen, und dabei auch mal eine Fliegen verschlucken. So wie früher.

    Schönen Gruß
    K. Dirk Misamer

  8. Hubertus Hauser says:

    Sehr guter Film, nur was kann man heute dagegen machen?

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