Teichanlagen im Außenbereich

Betr.: Teichanlagen im Außenbereich 613 – 329.5 – Jor

Sehr geehrte Frau Ministerin Scharrenbach,

Ich hatte Sie mit meinem Schreiben vom 10.1.2018 über das Thema „Private Teichanlagen im Außenbereich“ informiert. Sie hatten mich über Frau Cremer darüber orientiert, dass eine Änderung der LBO veranlasst sei. Dies ist dann teilweise erfolgt: § 62, 6 f ermöglicht die Anlage von „Wasserbecken“ bis zu einer Größe von 100 m³ jetzt genehmigungsfrei.
Wir haben über Ihre Absichten an mehreren Stellen berichtet. Z.B. in dem Video:
https://www.naturagart.de/tv/teichbau-video/naturagart-initiative-teiche-im-aussenbereich/

Oder in diesem Blogbeitrag:
https://www.naturagart.de/2018/10/mehr-natur-im-laendlichen-raum/

Die komplette Dokumentation finden Sie incl. Ihrer ursprünglichen Zusage hier:
https://www.naturagart.de/images/pdf/dokumente/Neuanlage-von-Teichanlagen-im-Aussenbereich_Archiv-Version.pdf

Die positive Berichterstattung über diese Initiative hat viele Hoffnungen geweckt. Allerdings war Ihre Vermutung zu optimistisch, dass die Landesregierung dies im beantragten Sinne regeln werde: Schwimmteiche sind davon ausgenommen.

Die Handlungsempfehlungen Ihres Hauses präzisieren das Problem:
„Für die Frage, ob es sich um ein Wasserbecken oder ein Schwimmbecken handelt, kommt es demnach auf den bestimmungsgemäßen Gebrauch an. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass auch ein Naturschwimmteich mit Bauprodukten (z. B. Folie, sonstige Befestigung) künstlich hergestellt wird. Wenn der Naturschwimmteich dem „Schwimmen“ dient, handelt es sich um ein Schwimmbecken.“

Gerade in den letzten Tagen habe ich wieder erlebt, dass eine Bauverwaltung die Anlage eines naturnahen Schwimmteiches abgelehnt und stattdessen den Bau einer technischen Lösung mit Betonwänden gefordert hat.
So werden naturnahe, einfache, nachhaltige ökologische Bauweisen mit einem Zusatzaufwand von ca. 10.000 € zwangsweise zu naturfernen Pools aufgerüstet. Das nützt nicht der Natur, das schädigt den Eigentümer, das wird erst dadurch zu einem Eingriff in Natur und Landschaft hochgestuft – und entspricht zudem in keiner Weise der Rechtslage.

Die LBO enthält auch keine Regelungen zu Teichanlagen über 100 m³. Die sind nach meiner Lesart nicht genehmigungsfrei, damit also prinzipiell genehmigungsfähig. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Bauverwaltungen keine Entscheidungskriterien haben – weder fachlich, noch aus irgendeiner Rechtsprechung. An der Stelle ist ein Vakuum entstanden.

Wie das erwähnte Video zeigt, werden naturnahe Schwimmteiche wie Naturteiche gebaut. Die Zweckbestimmung des Schwimmens ist unwesentlich. Die gesamte Anlage ist für die Natur oft in weitem Umkreis die einzige Wasserversorgung. Diese Bedeutung steigt insbesondere auch unter dem Aspekt der Klimaänderung.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis darüber eine sinnlose Neid-Debatte geführt wird
(„Naturschutz darf keinen Spaß machen, sondern erfordert Opfer“).

Ich möchte Ihnen daher anbieten:
NaturaGart ist Marktführer für größere Teichanlagen (nicht nur Schwimmteiche!). Dazu gehört neben dem Park auch ein in der Republik einmaliges Seminar-Programm. Dort vermitteln Biologen die Grundlagen der Gewässerbiologie und die Bautechnik für Teiche.
Mehr dazu finden Sie in diesem Video:
https://www.naturagart.de/tv/teichbau-video/teichbau-seminar-bei-naturagart

Allein an unseren Teichbau-Seminaren nehmen jährlich etwa 600 Personen aus dem In- und Ausland teil. Die Praxisnähe des Parks und die Seminarräume mit aktueller Medientechnik sorgen für einen interessanten Aufenthalt.
Ich möchte Ihnen das als (ggf. auch kostenlose) Weiterbildungsmaßnahme für Mitarbeiter der Bauverwaltung anbieten. Wir würden die Inhalte speziell für diesen Teilnehmerkreis anpassen und im Vorfeld mit Ihnen abstimmen. Übliche Gruppengrößen liegen für solche Veranstaltungen hier bei 90 Personen.
Das wäre auch als Schwerpunkt-Veranstaltung für Mitarbeiter Ihres Hauses vorstellbar.

Ich denke, dass es an der Zeit ist, das breite Spektrum von Lösungsmöglichkeiten auch für diejenigen darzustellen, die tagtäglich darüber zu entscheiden haben. Wir würden es daher begrüßen, wenn es uns gemeinsam gelingt, das Thema auf diese Weise zu entkrampfen.

Ich höre gern wieder von Ihnen.

Freundliche Grüße

Norbert Jorek

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